Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Kräuter ohne Schadstoffe

Oregano selbst anbauen in Küche und Beet – Tipps für Pflege und Ernte

Oregano selber anbauen: Oregano mit rosa Blüten, Schmetterlingen und Bienen
Zupft man von der Oregano-Staude nur die Blätter ab und lässt die Triebe dran, wachsen ab Juli rosa Blüten – Besuch von Bienen und Schmetterlingen ist garantiertFoto: dpa picture alliance

Getrockneter Oregano aus dem Supermarkt ist oftmals mit Schadstoffen belastet. Ein Grund für jeden Hobby-Gärtner, das wunderbar duftende Kraut selbst anzubauen. myHOMEBOOK verrät, wie es geht und gibt schöne DIY-Geschenktipps mit Oregano.

Laub, Dünger, Pestizide – es gibt Dinge, die will man lieber nicht auf dem Teller haben! Doch das geht schneller, als man denkt. Zum Beispiel mit harmlosen Küchenkräutern. Ein beliebtes Kraut mit fieser Beimischung: getrockneter Oregano. Immer wieder gibt es Rückrufaktionen des belasteten Gewürzes, der letzte ist kaum zwei Wochen her. Neuerdings wird vor getrocknetem Oregano gewarnt, der mit Pyrrolizidinalkaloiden verseucht ist. Um diesen Schadstoffen sollte man einen großen Bogen machen – und Oregano einfach selbst anbauen.

Pyrrolizidinalkaloide (PA) finden sich in vielen Unkräutern, die damit Fressfeinde abwehren. Bei der industriellen Ernte von Oregano werden diese Unkräuter oftmals mit geerntet. So wandern die Schadstoffe in die Kräutermischung und schließlich ins Essen. Werden PA über einen längeren Zeitraum vom Körper aufgenommen, können die Schadstoffe die Leber schädigen, das Erbgut verändern und womöglich Krebs erregen. Darauf deuten zumindest Tests an Ratten hin, wie das Bundesamt für Risikobewertung angibt.

Oregano einfach selber anbauen

Am schnellsten geht es sicherlich mit einem Töpfchen Oregano aus dem Supermarkt. Schnell bedeutet aber auch: künstlich hochgezüchtet macht das Kraut schnell schlapp. Zurück bleibt das Töpfchen – aus Plastik. Hm.

Dabei lässt sich Oregano ganz leicht selber auf der Fensterbank anbauen. Wie – das verrät myHOMEBOOK hier. Die frischen Pflänzchen können anschließend in einen Topf oder ins Gartenbeet gepflanzt werden. Bei der Platzwahl ist Oregano recht anspruchslos und kommt mit fast jeder Witterung zurecht. Ein sonniges Plätzchen mag das Kraut jedoch besonders gern.

Der Boden sollte durchlässig sein, die Erde nährstoffarm. Wer etwas mehr Geld übrig hat, kann für das Umtopfen spezielle Kräutererde nehmen. Genügsam ist das Kraut auch was Wasser und Dünger angeht. Gießen brauchen Hobby-Gärtner erst, wenn die Erde rund zwei Zentimeter tief trocken ist. Dabei sollte jedoch Staunässe vermieden werden.

Auch interessant: Killer-Bakterium! Behörde warnt vor Kauf von Olivenbäumen

Vermehrung mit Oregano-Stecklingen

Hobby-Gärtner können ganz einfach aus einem Oregano zwei oder mehr machen – durch die Vermehrung mit Stecklingen. Dazu mit einem sauberen Messer acht bis zehn Zentimeter lange Triebe von der Mutterpflanze abschneiden und die Blättchen an den unteren Teilen der Zweige abstreifen.

Oregano selber anbauen:Oregano Setzlinge
Wie viele andere Kräuter lässt sich Oregano leicht vermehren: Setzlinge einfach in Anzucht-Erde steckenFoto: Getty Images

Anschließend eine Anzuchtschale oder einen kleinen Topf mit Aussaat-Erde oder alter Blumen-Erde auffüllen. Mit etwas Bewurzelungspulver kann das Wachstum zusätzlich angeschoben werden. Dazu das Pulver einfach unter die Erde mischen. Zum Schluss die unteren kahlen Enden der Triebe in die Erde stecken, diese vorsichtig andrücken und angießen.

In den kommenden zwei Wochen sollte die Erde gut durchfeuchtet sein. So können die Wurzeln besser ansetzen und die Stecklinge abschließend in größere Töpfe umgetopft werden.

Oregano richtig ernten und trocknen

Wer nur ein paar frische Blätter für Salat, Pizza oder Suppe braucht, zupft sich diese einfach ab. Noch mehr Aroma entfaltet Oregano jedoch im getrockneten Zustand. Dabei kann das Kraut ruhig blühen, das verstärkt sogar noch den Geschmack. Und ist als Kräutersträußchen besonders hübsch anzusehen.

Oregano: Oregano-Zweige werden zum Kräutersträußchen zusammengebunden
Oregano-Zweige locker zum Kräutersträußchen zusammenbinden, dann das Bouquet garni in den Kochtopf geben oder zum Trocknen kopfüber aufhängenFoto: dpa picture alliance

Um die Stiele leicht zu bündeln, sollten diese flach abgeschnitten und locker mit Küchengarn zusammengebunden werden. Das verhindert später faule Stellen im Sträußchen. Dieses dann an einem trockenen Ort aufhängen, dabei direktes Sonnenlicht vermeiden.

Oregano verscheucht Blattläuse und lockt Bienen an

Nicht nur, dass Oregano herrlich duftet und vielen Gerichten ein mediterranes Aroma gibt – der reichhaltige Nektar der Oregano-Blüten lockt außerdem Bienen und Schmetterlinge an. Und als Sud zubereitet und auf befallene Pflanzen im Garten gespritzt, vertreibt Oregano sogar Blattläuse. Für den Sud 100 Gramm frischen oder zehn Gramm getrockneten Oregano mit kochendem Wasser auffüllen und das Ganze abkühlen lassen. Die Kräuterstängel herausnehmen und den Sud mit etwas Wasser verdünnen. Fertig!

Auch interessant: Neuer Gurken-Virus! Wie man ihn erkennt und bekämpft

DIY-Geschenke mit Oregano für Koch-Fans

Ein mit Oregano gefüllter, dunkler Glastegel macht sich gut in jeder Küche und ist auch ein tolles DIY-Geschenk! Glastegel, wie sie für Gesichtskosmetik verwendet werden, bekommt man im Online-Handel oder in der Drogerie. Der Tegel lässt sich auch mit Speisesalz auffüllen. Etwas getrockneten Oregano untermischen und schon hat man Oregano-Salz.

Gemeiner Dost, Scharfer Oreganum, Wilder Majoran, Oregano, Echter Dost (Origanum vulgare), Oregano mit Olivenoel angesetzt, Deutschland | wild origanum, wild marjoram (Origanum vulgare), Wild Marjoram in olive oil, Germany | Verwendung weltweit

Mit Oregano lässt sich zudem jedes fades Speiseöl aufpeppen. Dazu getrocknete Kräuterzweige in ein Glas geben und dieses mit Öl auffüllen. Extrahiert man Oregano etwa in Wein für rund zwei Wochen, hat man einen wohlschmeckenden und bekömmlichen Kräuter-Drink.

Übrigens: Eine alte, deutsche Bezeichnung für Oregano lautet „Wohlgemut“. Warum? Weil dem Kraut eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt wird. Oregano macht gute Laune!