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Schädlinge

Apfelwickler erfolgreich bekämpfen – so geht’s

Apfelwickler: Apfel mit Wurmbefall
Loch im Apfel? Dann steckt darin höchstwahrscheinlich eine kleine Apfelwickler-RaupeFoto: dpa picture alliance

Der Apfelwickler ist neben Mehltau einer der schlimmsten Apfelbaumschädlinge im Garten. Meist bemerkt man den Befall erst, wenn es schon zu spät ist. myHOMEBOOK verrät, wie Sie Apfelwickler erfolgreich bekämpfen.

Zu erkennen ist der Apfelwickler-Befall an zwei großen Fraßlöchern an der Frucht-Oberfläche. Aus den Löchern quellen kleine Kotkrümelchen. Schneiden Sie den Apfel auf, dann finden Sie die Verursacherin: eine kleine weiße Larve. Eine ausgewachsene Apfelwicklerlarve hat eine rosa Farbe und ist etwa zwei Zentimeter lang. Wenn Sie jetzt nichts unternehmen, entwickelt sich vor allem in warmen Sommern gleich eine zweite Generation Apfelwicklerlarven. Diese nimmt sich dann den Rest Ihrer gesunden Äpfel am Baum vor.

Wer ist der Apfelwickler?

Der Apfelwickler ist ein unauffälliger grau-brauner Falter. Um sich fortzupflanzen, benötigt der Apfelwickler trockenes Wetter und Temperaturen über 15 Grad Celsius. Tagsüber kleben die Obstbaumschädlinge mit gefalteten Flügeln unauffällig an der Baumrinde. Je nach Wetter sind sie ab Ende April bis Mitte Mai unterwegs.

Erst abends in der Dämmerung beginnen die Apfelwicklerfalter mit der Partnersuche. Nach erfolgreicher Befruchtung legt das Weibchen seine Eier an jungen Früchten, Trieben und Blättern eines Apfelbaumes ab. Ein bis zwei Wochen später schlüpfen die Larven. Diese bohren sich nach dem Schlüpfen von der Oberfläche in den Apfel hinein. Dabei naschen sie sich bis zum Kern durch. Für den anfallenden Kot legen die reinlichen Tiere einen weiteren Gang nach draußen an. Eine erwachsene Larve verlässt den Apfel und sucht sich ein Plätzchen zum Überwintern. Zum Beispiel in einer Borkenritze, in den Schuppen des Baums oder im Obstlager. Dort verpuppt sie sich. Einige Apfelwickler schlüpfen im gleichen Jahr und sorgen erneut für Nachwuchs. Andere schlüpfen erst im April/Mai des Folgejahres.

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Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein unscheinbarer Falter
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein unscheinbarer Falter Foto: dpa picture alliance

Wie bekämpfe ich die Apfelwickler-Raupe?

Obstmaden-Fanggürtel

Sie bekämpfen Apfelwickler mit einem Obstmaden-Fanggürtel. Diesen kaufen Sie fertig im Fachhandel oder sie basteln sich selbst einen aus Wellpappe. Einen Obstmaden-Fanggürtel bringen Sie ab Ende Juni um den Baumstamm herum an. Im Optimalfall nisten sich die Apfelspinner-Raupen im Fanggürtel. Ihre Aufgabe ist es, den Obstmaden-Fanggürtel regelmäßig zu kontrollieren und die Raupen, die sich einquartiert haben, zu entfernen. Wahrscheinlich erwischen sie nicht die ganze Population, aber Sie reduzieren den Befall deutlich.

Pheromonfallen

Eine weitere Möglichkeit, den Befall mit Apfelwickler zu reduzieren, sind Pheromonfallen im Baum. Die Falle hängen Sie ab Ende April in den Baum.

Leimringe

Leimringe sind gegen Apfelwickler nicht wirksam, da die Raupen einfach über den Leimring hinwegkriechen.

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Spritzen

Eine weitere ergänzende Möglichkeit im Kampf gegen den Apfelwickler ist das Spritzen eines Granulosevirus-Präparat. Dabei handelt es sich um ein biologisches Mittel, das speziell gegen den Apfelwickler hilft. Bei der Verwendung sollte man einen Drucksprüher verwenden und den richtigen Zeitpunkt zum Spritzen abpassen: Er liegt genau zwischen dem Schlüpfen und Einbohren der Larven etwa Ende Mai bis Ende Juni.

Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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