Bereits im Frühjahr besetzen Gespinstmotten Bäume und Sträucher. Einen Befall erkennt man in der Regel aber erst durch ihre namensgebenden Gespinste. Im Überblick verrät myHOMEBOOK Tipps, um die Schädlinge im Vorfeld zu erkennen und zu bekämpfen.
Es gibt etwa 50 verschiedene Arten der Gespinstmotte. Die kleinen Falter haben jedoch alle gemein, dass ihr Nachwuchs geübt darin ist, ganze Bäume samt der Ernte zu befallen. Die Schädlinge erkennt man an ihren silbrig glänzenden Gespinsten, mit denen sie die befallenen Pflanzen überziehen. Entdeckt man die Hüllen in Obstbäumen, ist es jedoch oft bereits zu spät. Für Hobbygärtner sei dies laut des NABU aber kein ernsthafter Grund zur Sorge.
Gespinstmotten-Raupen spinnen sich ein, um sich vor Vögeln zu schützen. Gleichzeitig schützt der seidige Kokon die Raupen bei schlechter Witterung vor Regen und Kälte. Unter dieser schützenden, transparenten Decke ernährt sich der Nachwuchs von den Blättern der befallenen Pflanze. Mitte Juni wandern die kleinen Raupen den Stamm hinunter und verpuppen sich im Schutz des Gespinsts. Zwei Wochen später schlüpfen die ersten Gespinstmotten und paaren sich zügig. Die Eier legen sie in den Knospen des Baumes ab. Im nächsten Frühjahr wächst dort die nächste Mottengeneration heran.
Wie erkenne ich Gespinstmotten?
An folgenden Merkmalen können Hobby-Gärtner Gespinstmotten bestimmen:
Die Larven haben eine dunkelgrüne bis bräunliche Färbung.
Sie setzen sich aus zehn kleinen Abschnitten zusammen, jeder davon trägt einen schwarzen Punkt.
Bei Lichteinfall erscheinen sie leicht durchsichtig
Die Flügel der erwachsenen Falter sind weiß-grau und schwarz gepunktet.
Die Hinterflügel sind grau.
Die Flügelspannweite erreicht bis zu 25 Millimeter.
Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner tragen die Gespinstmotten keine Haare auf ihrem Körper.
So sehen die Raupen der Gespinstmotte aus Foto: Getty Images
Im Gegensatz zu Eichen-Prozessionsspinner-Raupen sind Gespinstmotten für Menschen völlig ungefährlich. Die betroffenen Pflanzen verlieren zwar zeitweise ihre Blätter und wachsen weniger. Doch der betroffene Baum oder Strauch übersteht den Kahlfraß meist ohne größere Schäden. Obstbäume wie zum Beispiel Apfelbäume tragen allerdings wesentlich weniger Früchte. In der Regel verwittern die Gespinste nach dem Schlüpfen der Raupen und die Bäume treiben zu Johannis (Ende Juni) erneut aus und bilden neue Blätter.
Welche Bäume sind besonders betroffen?
Häufig befallen sind Pappeln, Pfaffenhütchen, Traubenkirschen, Weiden oder Weißdorn. Aber auch Obstbäume nutzen die Schädlinge gerne als Aufzuchtstation.
Fachleute empfehlen, bei befallenen Obstbäumen die Schädlinge rechtzeitig abzusammeln. Dafür sollte man die Larven jedoch frühzeitig erkennen. Von einer Bekämpfung mit Gift ist eindeutig abzuraten, da diese auch die natürlichen Feinde der Gespinstmotten wie Schlupfwespen und Raubwanzen vernichten.
Nachdem die Motten ihr Gespinst gewebt haben, ist es schwer, sie zu entfernen. Biologische Spritzmittel gegen Gespinstmotten mithilfe eines Drucksprühers einzusetzen, ist nicht einfach: An den fein gewebten Gespinsten der Raupen perlt das Mittel nämlich schnell ab. Sind noch keine Gespinste zu erkennen, bekämpft man die Schädlinge mithilfe von bienenverträglichen Mitteln, zum Beispiel auf Basis von Bacillus thuringiensis.
Kratzen Sie im Winter die Eier-Gelege der Motten von den betroffenen Bäumen und Sträuchern ab.
Entfernen Sie im Frühjahr die befallenen Blätter und entsorgen Sie diese im Restmüll.
Schneiden Sie die Gespinste inklusive Raupen frühzeitig mit einer guten Gartenschere oder einem Baumschneider aus den Bäumen und Sträuchern heraus und entsorgen Sie diese ebenfalls nicht auf dem Komposthaufen.
Spritzen Sie die Gespinste zusätzlich mit dem Gartenschlauch ab.
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