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Schädlinge

Gespinstmotten erkennen und erfolgreich bekämpfen

Gespinstmotten
Eine Stechginster umhüllt von einem Gespinst – das Werk von Gespinstmotten-Raupen Foto: Getty Images

Gespinstmotten überziehen Bäume und Sträucher mit ihren Gespinsten und sorgen für Kahlfraß. myHOMEBOOK verrät, wie gefährlich die Tierchen sind und wie Sie diese bekämpfen.

Gespinstmotten sind kleine Falter der Gattung Yponomeuta, und es gibt etwa 50 verschiedene Arten. Den Befall erkennen Sie meist erst, wenn es zu spät ist. Denn einige Gespinstmotten-Arten spinnen sich im Frühjahr in Bäumen und Sträuchern ein. Die Raupen überziehen Stamm, Zweige und Äste ihres Opfers Schritt für Schritt mit einer silbrig glänzenden Hülle. Diesen feinen Gespinsten verdanken die Insekten auch ihren Namen. Parallel dazu frisst hungrige Nachkommenschaft die befallene Pflanze bis zur Geschlechtsreife vollständig ab.

Warum spinnen sich Gespinstmotten ein?

Gespinstmotten-Raupen spinnen sich ein, um sich vor Vögeln zu schützen. Gleichzeitig schützt der seidige Kokon die Raupen bei schlechter Witterung vor Regen und Kälte. Unter dieser schützenden, transparenten Decke ernährt sich der Nachwuchs von den Blättern der befallenen Pflanze. Mitte Juni wandern die kleinen Raupen den Stamm hinunter und verpuppen sich im Schutz des Gespinsts. Zwei Wochen später schlüpfen die ersten Gespinstmotten und paaren sich zügig. Die Eier legen sie in den Knospen des Baumes ab. Im nächsten Frühjahr wächst dort die nächste Mottengeneration heran.

Wie erkenne ich Gespinstmotten?

  • Die Larven haben eine dunkelgrüne bis bräunliche Färbung.
  • Sie setzen sich aus zehn kleinen Abschnitten zusammen, jeder davon trägt einen schwarzen Punkt.
  • Bei Lichteinfall erscheinen sie leicht durchsichtig.
  • Die Flügel der erwachsenen Falter sind weiß-grau und schwarz gepunktet.
  • Die Hinterflügel sind grau.
  • Die Flügelspannweite erreicht bis zu 25 Millimeter.
  • Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner tragen die Gespinstmotten keine Haare auf ihrem Körper.

Wie schädlich sind Gespinstmotten?

Im Gegensatz zu Eichen-Prozessionsspinner-Raupen sind Gespinstmotten für Menschen völlig ungefährlich. Die betroffenen Pflanzen verlieren zwar zeitweise ihre Blätter und wachsen weniger. Doch der betroffene Baum oder Strauch übersteht den Kahlfraß meist ohne größere Schäden. Obstbäume wie zum Beispiel Apfelbäume tragen allerdings wesentlich weniger Früchte. In der Regel verwittern die Gespinste nach dem Schlüpfen der Raupen und die Bäume treiben zu Johannis (Ende Juni) erneut aus und bilden neue Blätter.

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So sehen die Rauper der Gespinstmotte aus
So sehen die Rauper der Gespinstmotte ausFoto: Getty Images

Gespinstmotten bekämpfen – was hilft?

Fachleute empfehlen, bei befallenen Obstbäumen die Tiere rechtzeitig abzusammeln. Von einer Bekämpfung mit Gift ist eindeutig abzuraten, da diese auch die natürlichen Feinde der Gespinstmotten wie Schlupfwespen und Raubwanzen vernichten.

Biologische Spritzmittel gegen Gespinstmotten mit Hilfe eines Drucksprühers einzusetzen, ist nicht einfach: An den fein gewebten Gespinsten der Raupen perlt das Mittel nämlich schnell ab. Sind noch keine Gespinste zu erkennen, bekämpfen Sie die Schädlinge mihilfe von bienenverträglichen Mitteln, zum Beispiel auf Basis von Bacillus thuringiensis.

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Wie beuge ich Gespinstmotten vor?

  • Kratzen Sie im Winter die Eier-Gelege der Motten von den betroffenen Bäumen und Sträuchern ab.
  • Entfernen Sie im Frühjahr die befallenen Blätter und entsorgen Sie diese im Restmüll.
  • Schneiden Sie die Gespinste inklusive Raupen frühzeitig mit einer guten Gartenschere oder einem Baumschneider aus den Bäumen und Sträuchern heraus und entsorgen Sie diese ebenfalls nicht auf dem Komposthaufen.
  • Spritzen Sie die Gespinste zusätzlich mit dem Gartenschlauch ab.

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