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Pflanz- und Pflegetipps

Borretsch – ein schmackhaftes Küchenkraut, das man mit Vorsicht genießen sollte

Borretsch
Borretsch (Borago officinalis) ist ein Küchenkraut und mit seinen ausladenden Blüten ein Blickfang im Garten Foto: iStock / Oksana_Schmidt

Borretsch ist bei vielen Gärtnern sehr beliebt. Das liegt nicht nur an den wunderschönen Blüten, sondern auch daran, dass das Kraut zahlreiche Bestäuber in den Garten lockt und zudem den Boden verbessert. Hier bekommen Sie ein paar Tipps rund um Aussaat, Pflege und Verwendung der hilfreichen Pflanze.

Was haben Borretsch (Borago officinalis), Beinwell und Natternkopf gemeinsam? Sie haben stark behaarte Blätter und Stängel und gehören – nomen est omen – zur Pflanzenfamilie der Raublattgewächse. Ursprünglich stammt Borretsch aus dem Mittelmeerraum. Hierzulande ist das Kraut heute vor allem in naturnahen Gärten, Bauern- und Gemüsegärten zu finden, kommt als Gartenflüchtling aber auch verwildert vor.

Wie sieht Borretsch aus?

Die stark behaarte, einjährige Pflanze wird bis zu 60 Zentimeter hoch und bildet ausladende Horste. Abhängig vom Aussaattermin blüht Borretsch von Mai bis zum ersten Frost. Etwas bedauerlich: die wunderschönen, sternförmigen, bis zu drei Zentimeter großen Blüten zeigen Richtung Boden. Farblich changieren sie zwischen rosa, blau und violett.

Standort und Bodenansprüche

Die Pflanze liebt einen vollsonnigen Standort, kann aber auch im Halbschatten wachsen. Der Boden sollte nährstoffreich, kalkhaltig, durchlässig und nicht zu trocken sein.

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Aussaat

Zwischen April und Juli wird Borretsch etwa zwei Zentimeter tief ausgesät. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte bei etwa 40 Zentimetern liegen, da eine zu enge Pflanzung die Entstehung von Mehltau begünstigt. Wer zu dicht gesät hat, zieht beizeiten überschüssige Pflanzen einfach aus dem Boden und lässt sie am besten an Ort und Stelle als Mulchmaterial liegen. Das Umsetzen der Jungpflanzen funktioniert wegen der langen Pfahlwurzeln meist nicht. Die Pflanzen machen schlapp oder entwickeln sich schlecht.

Einmal gesät, bleibt der Borretsch dem Garten treu. Er samt sich zuverlässig immer wieder neu aus. Dabei helfen ihm auch die Ameisen, die es auf den nährstoffreichen kleinen Anhang an den reifen Samen abgesehen haben. Sie verschleppen die Samen, fressen den Anhang und lassen den Samen einfach liegen.

Tipp: Auch Balkon- und Terrassengärtner müssen auf das wüchsige Kraut nicht verzichten, da Borretsch auch in großen Kübeln gedeiht.

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Pflege

Borretsch ist sehr pflegeleicht und kommt mit einer gelegentlichen Kompostdüngung bestens zurecht. Empfindliche Gärtnerhände sollten bei Berührung der Pflanze besser von Handschuhen geschützt sein, weil die Härchen für Hautirritationen sorgen können.

Borretsch als Gartenhelfer

Borretsch ist nicht nur eine Zierde, sondern auch ein potenter Gartenhelfer. Mit seinen langen Wurzeln dringt er tief in den Boden ein und lockert ihn so auf. Außerdem ist er ein guter Mineraliensammler. Nach dem Absterben der Pflanzen kommen diese Mineralien anderen Pflanzen zugute – entweder wenn die man Pflanze als Mulchmaterial einsetzt, oder wenn man sie kompostiert.

Wird Borretsch in der Nähe von Gemüsebeeten ausgesät, kann sich das ertragssteigernd auswirken. Das liegt daran, dass die Blüten bei bestäubenden Insekten sehr begehrt sind und die kleinen Dienstleister zuhauf in den Garten ziehen.

Kleiner Tipp für alle Vogelfreunde: Besonders Grünfinken lieben die Samen vom Borretsch und sammeln sie regelmäßig ab.

Borretsch in der Küche

Borretsch enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide, vor denen immer wieder gewarnt wird. Das macht die „Frankfurter Grüne Sauce“ zu einem problematischen Kandidaten auf der Liste der hessischen Regionalgerichte. Diese Soße enthält nämlich neben sechs anderen Kräutern auch den Borretsch. Viele Gärtner nehmen die Verzehrwarnungen nicht so ernst und nutzen nach dem Motto „Die Dosis macht das Gift“ Blüten sowie Blätter.

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Neben der traditionellen Sauce können die jungen Blätter auch in Salat, Quark oder Pesto gegeben werden. Außerdem schmecken sie zu Fisch, Eiern und Kartoffeln. Ihr leicht gurkenähnlicher Geschmack hat der Pflanze den Namen Gurkenkraut eingebracht. Eine Bezeichnung, die sie sich mit dem Dill teilt. Auch die Blüten können genutzt werden, etwa alles Deko im Salat. Ebenfalls sehr schön: einzelne in Eiswürfeln eingefrorene Blüten.

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