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von myHOMEBOOK

Tipp für Hobbygärtner

Holunder in der Nähe vom Kompost vertreibt Nager

Holunder Kompost: ein weiß blühender Holunderstrauch
Bei guten Bedingungen kann Holunder bis zu zehn Meter hoch wachsenFoto: Getty Images

Holunder mit seinen weißen und duftenden Blüten ist eine wahre Augenweide. Doch nicht alle Gartenbewohner mögen den Geruch – sehr zur Freude aller Hobbygärtner.

Holunder (Sambucus) galt schon bei unseren Ahnen als etwas ganz Besonderes. Die Pflanze wurde als Baum der „menschenfreundlichen Frau Holle“ verehrt. Wo er im Garten oder in der Nähe des Hauses wächst, wacht der Gute Geist, der im Holunderstrauch wohnt, über die Hausbewohner. Vor allem an einem Ort im Garten sollte Holunder nicht fehlen: beim Kompost.

Warum Holunder beim Kompost wachsen sollte

Denn auch hier kann der gute Holunder-Geist Wache halten. Um den Kompost herum ist die Erde in der Regel humusreich, das mag Holunder. Dieser wiederum spendet dem Komposthaufen an heißen Sommertagen ausreichend Schatten. Der schwere, süßliche Duft der Holunderblüten hält zudem Nager wie Wühlmäuse vom Kompost fern. Die Tiere können den Geruch nicht ausstehen.

Holunder-Sorten mit großen Beeren

Besonders große Früchte entwickeln die Sorten „Großfrüchtige Fliederbeere“, „Haschberg“ oder „Riese aus Vossloch“. „Aurea“ zeigt goldgelbe Blätter, die Art „Sambucus racemosa“ bildet gelbe Blüten und rote Früchte aus. Wer nicht so viel Platz hat, wählt „Pulverulenta“. Der Zwerg-Holunder erreicht nur eine Höhe von einem Meter und kann auch in einem Kübel auf Balkon oder Terrasse kultiviert werden.

Holunder richtig anpflanzen

Holunder ist eine robuste Pflanze. Sie verträgt Sonne, ist aber auch an einem abschattigen Standort zufrieden. Von Mai bis Juli blüht und duftet der Gemeine Holunder (Sambucus nigra) mit seinen elfenbeinweißen Blüten und schwarzen Beeren.

Vor allem auf feuchten und durchlässigen Böden fühlt sich die Pflanze wohl. Ist die Erde zudem reich an Stickstoff, wächst Holunder nicht selten richtig hoch hinaus. Ein rund fünf Meter hoher und vier Meter breiter Holunder ist keine Seltenheit. Läuft es besonders gut im Garten, erreicht die Pflanze mitunter eine stattliche Höhe von bis zu zehn Meter. Tipp: Beim Pflanzen mehrerer Sträucher im Garten auf ausreichenden Abstand achten. Holundersträucher wachsen recht schnell und nehmen viel Platz in Anspruch.

Holunder optimal pflegen

Ob als Halbstrauch, Strauch oder kleiner Baum: Holunder ist äußerst pflegeleicht. Für eine reiche Ernte der Beeren sollte man jedoch ein paar Dinge beachten.

Bewässerung

Der Boden sollte immer leicht feucht gehalten werden. Bedeutet: In trockenen Zeiten ruhig etwas mehr gießen, dabei aber Staunässe vermeiden. Sonst drohen Pflanzenkrankheiten wie der gefürchtete Grauschimmel. Achtung: Ist die Erde über längere Zeit staubtrocken, wirft Holunder seine Blätter ab. Übrigens sollte man nicht über die Blüten gießen, sondern um die Pflanze herum direkt auf die Erde.

Düngung

Vor dem Einpflanzen gibt man etwas organischen Dünger in das Pflanzloch. Kompost oder Hornspäne unterstützen Jungpflanzen beim Wachstum.

Schnitt

Einen gesunden und kräftigen Holunder braucht man in der Regel nicht zu schneiden. Zur Verjüngung oder um Platz zurückzugewinnen, schneidet man den Strauch jedoch einmal im Jahr kräftig zurück. Wer das im Herbst nach dem Absammeln der Beeren macht, kann im Folgejahr mit einer üppigen neuen Ernte rechnen. Dabei sollten rund zehn Triebe von der Gartenschere verschont bleiben. An denen wachsen dann erneut die Früchte.

Vermehrung

Das Vermehren geht bei Holunder denkbar einfach mithilfe von Steckhölzern. Im Herbst oder Winter schneidet man aus den Trieben rund 20 Zentimeter lange, blattlose Stecklinge. Am ausgewählten Standort steckt man diese so tief in die Erde, dass nur noch rund fünf Zentimeter herausgucken. Im Frühjahr bilden die Steckhölzer Triebe aus

Frostschutz

Sambucus nigra oder Schwarzer Holunder ist winterhart. Ein Frostschutz ist in der Regel nicht nötig.

Der richtige Zeitpunkt für die Ernte

Wenn Holunder im Frühling und Frühsommer blüht, kann man die Blüten ernten. Daraus lassen sich Köstlichkeiten wie Hollerküchlein oder Sirup gewinnen. Die Rispen werden mit einem scharfen Messer abgeschnitten und anschließend ausgeschüttelt, damit mögliche Insekten entfernt werden. Man kann die Blüten vor der Zubereitung waschen, muss es aber nicht zwingend. Denn kommen die Blüten mit zu viel Wasser in Berührung, verlieren sie schnell ihr Aroma.

Im Spätsommer färben sich die Früchte dunkelrot oder blau-schwarz. Sind sie komplett durchgefärbt, können reife Holunderbeeren geerntet werden. Dazu mit einem scharfen Messer die komplette Dolde abtrennen.

Ob rot oder schwarz, Holunderbeeren sollten niemals roh verzehrt werden. Die Früchte enthalten ein Pflanzengift (Glykoside), das Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen kann. Erhitzt man die Beeren für rund 20 Minuten bei 80 Grad, baut sich der Giftstoff ab. Die Früchte sind dann genießbar. Bei rotem Holunder müssen jedoch noch die Kerne entfernt werden, denn darin sammelt sich das Gift.

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Krankheiten und Schädlinge

Holunder schätzen nicht nur viele Menschen, über den Pflanzensaft machen sich mitunter auch Blattläuse her. Bei einem starken Befall ist die Pflanze extrem geschwächt. Wie man die Pflanzensauger effektiv bekämpft, verrät myHOMEBOOK in diesem Artikel.

Holunder ist hübsch, gesund und lecker. Das wissen auch viele Nützlinge zu schätzen. Für Bienen ist der Blütennektar ein wahres Fest. Schwebfliegen und Marienkäfer machen sich wiederum über Schildläuse her. Holunder kann auch gut als Vogelhecke wachsen. Die Tiere ernähren sich von den Beeren und nisten im Gehölz.

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