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von myHOMEBOOK

Indoor Gardening

Lohnen sich Pflanzsysteme für drinnen?

Mit dem richtigen Pflanzsystem kann man auch in Haus oder Wohnung gärtnern
Mit dem richtigen Pflanzsystem kann man auch in Haus oder Wohnung gärtnernFoto: Getty Images

Ein Indoor-Garten unter Pflanzlampen liefert selbst im Winter frische Salate und Kräuter. Was die neuartigen Pflanzsysteme können und wie die Ernte erfolgreich wird, erfahren Sie hier.

Sie heißen Smart- oder Indoor-Garten, passen aber so recht in keine Kategorie: Pflanzsysteme fürs Haus mit speziellen Lampen, die für Gemüse und Kräuter das Tageslicht ersetzen, sollen die Ernte auch im Winter möglich machen. Hier werden drei verschiedene Systeme vorgestellt.

3 Pflanzsysteme für Indoor Gardening im Test

Einige der Pflanzen wurden in zwei Systemen mit Wasserversorgung über einen integrierten Tank und Zeitschaltuhr gezogen: dem Gerät Smart Grow6 von Bosch und dem Smart Garden Click & Grow von Emsa.

Smart Grow 6 von Bosch
In den Smart Grow 6 von Bosch kommen besondere Samenkapseln, die laut Hersteller aus einem Kunststoffrahmen und Lava-Steinwolle statt Erde bestehenFoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Der Namensbeisatz „smart“ bei den Vollautomaten ist kein Hinweis auf eine Smart-Home-Anwendung: Die Geräte sind nicht mit dem Internet verbunden und auch nicht übers Smartphone steuerbar. Dazugehörige Apps dienen lediglich der Information.

Täglich frische Kräuter
Spezielle Pflanzsysteme fürs Haus – hier das Click & Grow von Emsa – sollen die Ernte auch im Winter möglich machenFoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Als drittes Modell wurde die Lampe Växer von Ikea ausprobiert, die sich in eine Halterung integrieren oder alleine verwenden lässt. Da ein passender Kasten nicht zur Verfügung stand, war Improvisation nötig. Wir haben die Lampe an einem Überbau montiert.

Modell Växer von Ikea
Das Modell Växer von Ikea wurde direkt über den Pflanzen angebrachtFoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

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Das kosten die Pflanzsysteme für den Garten im Haus

Das Bosch-Gerät ist mit 149,99 Euro für das System mit drei Pflanznischen und mit 249,99 Euro für das Sechser-Modell das teuerste. Emsas Modell mit drei Pflanzstellen kostet 99 Euro, das Neuner-Modell 199,99 Euro. Die Leuchten von Ikea gibt es für 35,00 Euro. Im Baumarkt findet man ähnlich preisgünstige Modelle.

Während man hier Saatgut aus dem Handel nimmt und es in einen Kasten mit Erde steckt, sind für die vollautomatischen Systeme spezielle Pflanzkapseln nötig. Die Kosten bei Emsa und Bosch belaufen sich auf 9,99 Euro für je drei Kapseln einer Pflanzenart. Dafür braucht man weder Substrat noch ein extra Gefäß.

Wie funktionieren die Pflanzsysteme?

Bei den automatischen Pflanzsystemen erhalten die Sämlinge Wasser über einen Tank, der anfangs wochenlang nicht nachgefüllt werden muss, weil die Pflanzen noch ganz klein sind. Später muss man alle paar Tage auffüllen. Nährstoffe erhalten die Pflanzen bei Emsa über Zusatzstoffe in den Kapseln, bei Bosch kommt ein Granulat ins Wasser.

In den Kapseln (hier von Click & grow) befindet sich Granulat mit Nährstoffen und Samen
In den Kapseln (hier von Click & grow) befindet sich Granulat mit Nährstoffen und SamenFoto: myHOMEBOOK

Die Pflanzlampen in den beiden Geräten arbeiten in einem Rhythmus von 16 Stunden Beleuchtung und acht Stunden Pause. Dieser lässt sich an den üblichen Tag-Nacht-Rhythmus anpassen, bei Bosch ist auch ein Urlaubsmodus für verringertes Wachstum möglich.

Dagegen liefert die Ikea-Lampe nur das Licht. Damit man einen zu den Vollautomaten vergleichbaren Tag-Nacht-Rhythmus hinbekommt, kann man eine Zeitschaltuhr zwischenschalten.

Kaum Pflege, gutes Ergebnis

Schon nach wenigen Wochen ließen sich bei allen Geräten frische und aromatische Kräuter ernten. Bei Bosch und Emsa überzeugt die nahezu automatische Pflege. Man muss kaum etwas selbst tun, auch das Vereinzeln und Umsetzen der Sämlinge entfällt.

Bereits nach kurzer Zeit sprießen die Kräuter im Pflanzsystem – hier Click & Grow
Bereits nach kurzer Zeit sprießen die Kräuter im Pflanzsystem – hier Click & GrowFoto: myHOMEBOOK

Aber auch die einfachere Anzuchtvariante mit der Ikea-Lampe über Töpfen funktioniert schnell, nur muss man die Jungpflanzen aufgrund der Leuchte häufiger gießen als üblich. Die weitere Pflege entsprach der Pflege eines normalen Gemüsebeets oder Balkonkastens.

Beleuchtung der Systeme kann stören

Tagsüber fallen die Geräte kaum auf, es sei denn, man sitzt direkt daneben – dann blendet die intensive Beleuchtung auf Sitzhöhe. Wird es dunkel, was im Testzeitraum aufgrund der kurzen Wintertage meist schon ab Spätnachmittag der Fall war, fällt die Beleuchtung extrem auf – und stört. Besonders war dies der Fall im offenen Wohnraum.

Tipp: Die Geräte am besten in Räumen aufstellen, die man weniger nutzt oder wo der Lichtschein weniger stört – zum Beispiel in einer Nische oder Abstellkammer. Danach gefragt, hat auch der Hersteller Emsa einen Hinweis: Über den integrierten Timer könne der Beleuchtungszyklus den persönlichen Präferenzen angepasst werden.

Helles Licht im offenen Wohnraum
Die Intensität der Pflanzleuchten vom Smart Grow 6 von Bosch kann als störend empfunden werdenFoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

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Zu viel Ernte?

Die Pflanzsysteme funktionieren so gut, dass die Kräuter regelmäßig geerntet werden müssen – die Tester allerdings brauchten gar nicht so viele Kräuter im Alltag. Die Folge: Die Pflanzen wuchsen zu hoch und holten sich an den Leuchten Sonnenbrand. Bosch rät, so oft zu ernten, dass zwischen den Pflanzen und den Lampen rund fünf Zentimeter Abstand bleibt. Emsa empfiehlt fünf bis zehn Zentimeter.

Sämlinge
Die kleinen Sämlinge entwickeln sich rasch aus den Samenkapseln, die in Nischen des Smart Garden Click & Grow von Emsa kommenFoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Fazit: Pflanzsysteme erfüllen ihren Zweck

Trotzdem sollte man sich die Frage stellen: Braucht man die Pflanzsysteme und -leuchten wirklich?

Lohnen sich Pflanzsysteme für das Haus?

Für die frische Ernte von Kräutern lassen sich viel kostengünstiger erntereife Küchenkräuter im Topf kaufen, die den Winter an der Fensterbank aushalten. Ihr Zuwachs hält sich zwar aufgrund des Lichtmangels in Grenzen, aber sie reichen für den Grundbedarf aus. Große Erwartungen an die Ernte von Salaten darf man nicht haben. Die Selbstversorgung lässt sich nicht bewältigen.

„Salate sind weniger als volle Mahlzeit für eine fünfköpfige Familie anzusehen, aber blattweise abgeerntet für Sandwich & Co. genau die passende Menge, ohne dass Reste weggeworfen werden müssen“, erklärt Hersteller Emsa dazu. Bosch betont, die Geräte seien eine Lösung für alle, die nicht den passenden Ort für Blumentöpfe oder Beete haben – beispielsweise in der Stadt ohne Balkon oder Garten – und trotzdem ganzjährig frische Kräuter anbauen möchten.

Pflanzsystem fürs Haus
Nur ein paar Blätter Pak Choi pro Woche sind im Smart Grow 6 von Bosch erntbar, will man die Pflanze möglichst lange nicht ganz abschneidenFoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

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Fazit

Die Geräte sind in der Tat eine Zusatzlösung für Menschen, die sich bestmöglich von Selbstproduziertem ernähren wollen. Zumindest ihren Kräuterbedarf decken sie so an den dunkelsten Wintertagen selbst ab. Aber davon wird man natürlich noch nicht satt. Und drei Blätter pro Woche machen noch keinen leckeren Salat.