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von myHOMEBOOK

Fruchtmumien

Das sollten Sie tun, wenn an Ihrem Baum verfaultes Obst hängt

Zwetschgen mit Monilia-Befall
Gelbe Punkte auf violettem Grund: Pilzsporen machen sich über zwei Zwetschgen herFoto: dpa picture alliance

Sie baumeln verschrumpelt im Herbst-Wind, wollen aber einfach nicht vom Baum abfallen: Fruchtmumien. So werden faule Früchte genannt, denen ein fieser Pilz zugesetzt hat. myHOMEBOOK erklärt, warum Sie diese Fruchtmumien entfernen müssen.

Im Herbst, wenn die letzten Blätter fallen, bleiben an vielen Obstbäumen vergammelte, braun oder schwarz verfärbte Früchte zurück. Die sogenannten Fruchtmumien sehen zum Fürchten aus. Gruselig ist auch, was im Inneren der schrumpeligen Früchte schlummert: Schadpilze wie Monilia laxa und Monilia fructigena. Die Krankheitserreger können in den befallenen Früchten problemlos überwintern und im Frühjahr neue Zweige und Früchte infizieren. Faule Früchte müssen Sie daher umgehend entfernen.

Spitzendürre durch Monilia laxa

Die Monilia-Krankheit kommt häufig vor – durchweg sind alle Stein- und Kernobstsorten betroffen. Der Pilz Monila laxa befällt bevorzugt Sauerkirschen, Aprikosen und Zwetschgen. Aber auch Äpfel wie Cox Orange, Berlepsch und James Grieve.

Monilia laxa dringt durch die Blüte ins Holz ein und verstopft die Leitbahn. Folge: Die infizierten Pflanzen können die Trieb-Enden nicht ausreichend mit Wasser versorgen. Blüten, Blätter und Triebe verwelken und sterben ab. Diese Krankheit wird als Spitzendürre bezeichnet. Sie tritt meist schlagartig kurz nach der Blüte auf, die verdorrten Pflanzenteile hängen dann bis in den Winter am Baum.

Monilia fructigena macht faule Früchte

Monilia fructigena befällt die Früchte hingegen direkt und erzeugt die bei Obstbauern und Hobby-Gärtnern gefürchtete Fruchtfäule. Der Pilz befällt mit Vorliebe Pflaumenfrüchte, Kirschen, Birnen und Äpfel. Durch kleine Verletzungen der Fruchthaut, zum Beispiel durch Löcher, die der Apfelwickler in die Frucht bohrt, dringt der Pilz ein.

Durch das Loch des Apfelwicklers dringt der Pilz Molinia in die Frucht ein
Einfallstor für Pilze: Eine kleine Verletzung der Fruchthaut reicht und der Pilz Monilia verrichtet sein schädliches WerkFoto: Getty Images

Um das Loch herum entstehen braune Faulstellen, die nach und nach die ganze Frucht befallen. Besonders unansehnlich: auf den braunen Stellen bilden sich gelblich-weiße Pilzsporen. Die befallenen Früchte trocknen ein und verhärten. Schließlich hängen faule Früchte am Baum.

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Wie verhindere ich faule Früchte am Obstbaum?

Anschließend müssen befallene Äste mindestens zwanzig Zentimeter in das gesunde Holz abgeschnitten werden. Dieses erkennen Sie daran, dass es noch nicht dunkel verfärbt ist. Durch den beherzten Schnitt entfernen Sie den gesamten Pilz.

Monilia dringt bei nasskalter Witterung in die Pflanze ein, ein sonniger Standort des Baumes oder Strauches verringert daher den Pilzbefall. Vermeiden sollten Sie zudem, dass sich am Baum dicht an dicht hängende Früchte aneinander reiben und dabei die Fruchthaut verletzen. Notfalls müssen Sie am Ast Blütenbüschel oder Früchte ausdünnen.

Achtung: Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile und faule Früchte auf keinen Fall auf dem Kompost. Dort vermehrt sich der Monilia-Pilz und infiziert spätestens beim Ausbringen des Komposts gesunde Pflanzen, Gehölze und Bäume in Ihrem Garten. Entsorgen Sie Fruchtmumien und kranke Zweige im Bio-Abfall oder Hausmüll.

Widerstandsfähige Züchtungen und Pflanzenstärkungsmittel

Es gibt einige Sauerkirsch-Sorten, die durch Züchtung und Auslese gegen Monilia resistent sind: Safir, Karneol, Morina oder Favorit sind einige dieser widerstandsfähigen Früchte. Pflanzen Sie diese Sorten, können Sie meist auf Pflanzenschutzmittel verzichten.

Um einem Pilzbefall generell vorzubeugen, empfiehlt es sich, Pflanzenstärkungsmittel einzusetzen. Diese können Sie im Handel kaufen – oder günstig selber herstellen. Tee und Jauche aus Ackerschachtelhalm, Zwiebel, Beinwell oder Schafgarbe beugen Pilzen vor, Brennessel-Jauche düngt und kräftigt alle Pflanzenteile.

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Nur im Notfall Chemiekeule einsetzen

Kommt es trotz der vorbeugenden Maßnahmen zu einem starken Pilzbefall, beispielsweise, weil die Witterung lange kalt und feucht ist, können Sie scharfe Geschütze auffahren. Achtung: Sie dürfen nur Pflanzenschutzmittel einsetzen, die zur Bekämpfung von Monilia laxa oder Monilia fructigena im Garten zugelassen sind. Spritzen Sie zwei- bis drei Mal, beginnend mit der ersten Blüte und danach bei voller Blüte. Chemische Pflanzenschutzmittel bekämpfen allerdings nur Monilia laxa – gegen Monilia fructigena hilft nur das Abpflücken der Fruchtmumien.