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Auf Balkon, Terrasse und im Garten

Säulenobst anbauen – wie man es richtig macht

Säulenobst auf dem Balkon oder im Garten anbauen
Säulenobst ist platzsparendFoto: dpa picture alliance

Um eigenes Obst anzubauen und zu ernten, braucht man einen großen Garten? Falsch! Säulenobst lässt sich wunderbar in kleinen Gärten und sogar in Kübeln auf Terrasse und Balkon anbauen.

Ob Kirschen, Äpfel, Pflaumen oder Birnen: Selbst angebautes Obst schmeckt einfach immer am besten. Vor allem, wenn man es direkt vom Baum naschen kann. Doch nicht alle Gärten bieten ausreichend Platz für ausladende Obstbäume. Für kleine Gärten und versiegelte Innenhöfe ist daher Säulenobst eine platzsparende Alternative mit gleichzeitig reichhaltigem Fruchtgenuss. Selbst ohne Garten lässt sich Säulenobst in Kübeln auch ideal auf der Terrasse und dem Balkon anbauen.

Äpfel eignen sich besonders als Säulenobst
Äpfel eignen sich besonders als SäulenobstFoto: dpa picture alliance

Was ist Säulenobst?

Als Obstbäume im Mini-Format lässt sich Säulenobst wohl am einfachsten beschreiben. Bei diesen besonderen Obstbäumchen handelt es sich um äußerst schwachwüchsige Sorten, die vergleichsweise gering in die Höhe wachsen. Dabei unterscheidet man zwischen genetisch bedingtem und kultiviertem Säulenobst. Ersteres hat von sich aus ein geringeres Wachstum. Beim kultivierten Säulenobst sorgen dagegen Formschnitte und Veredelung für den geringeren Wuchs.

Die gängigsten Obstsorten, die auch als Säulenobst angebaut werden, sind:

  • Äpfel (sind am besten geeignet, da das geringe Wachstum bereits genetisch verankert ist)
  • Birnen
  • Pfirsiche
  • Zwetschgen
  • Aprikosen
  • Kirschen
  • Pflaumen
  • Beerenobst wie Johannisbeere
  • exotischeres Obst wie die Kiwi

Hinweis: Mitunter werden herkömmliche Obstbäume bei unseriösen Anbietern zu horrenden Preisen als Säulenobst verkauft. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, empfiehlt es sich, die Pflanzen beim lokalen Fachhändler zu erwerben.

Wie man Säulenobst richtig pflanzt

Säulenobst lässt sich am besten im Frühjahr von März bis April pflanzen. Besonders geeignet ist ein sonniger Standort. Beim Anbauen von Säulenobst – und vor dem Kaufen und Pflanzen – sollten folgende Aspekte beachtet werden:

  • Handelt es sich bei der gewünschten Sorte um eine selbstbefruchtende? Falls nicht, sollten zwei Bäume gekauft werden, die sich gegenseitig befruchten können.
  • Ist die Sorte winterhart? Falls nicht: Ist ein geeignetes Winterquartier vorhanden beziehungsweise gibt es Frostschutzmöglichkeiten?
  • Falls das Säulenobst in den Garten gepflanzt werden soll: Ist die Sorte hierfür geeignet? Nicht alle sind kompatibel für die Auspflanzung ins Freiland.

Im Garten

  1. Ein ca. 60 bis 80 cm tiefes Pflanzloch ausgraben.
  2. Ein Gemisch bestehend aus der ausgehobenen Erde und Kompost vorbereiten.
  3. Baum und Wurzelballen ins Pflanzloch setzen, mit der gemischten Erde einbuddeln, anschließend die Erde gut antreten.
  4. Einen Gießrand anhäufeln und angießen.

Übrigens: Durch seine kompakte Größe ist Säulenobst auch beliebt als Heckenbepflanzung, die Sichtschutz bietet und zugleich zum Naschen einlädt.

Im Kübel

Aufgrund ihrer kompakten Größe lassen sich diese Obstbäume sehr gut im Kübel kultivieren. Wichtig hierbei: Das Pflanzgefäß sollte ausreichend groß sein. Empfehlenswert ist ein Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern.

  1. Als Pflanzerde für den Kübel ein Gemisch aus Kompost, Sand und Gartenerde herstellen.
  2. Baum in den Kübel pflanzen, gut festdrücken, angießen.

Säulenobst optimal pflegen

Diejenigen, die Säulenobst anbauen, können vergleichsweise frühzeitig ernten. Bereits im zweiten Jahr nach der Pflanzung können die kleinen Bäume Früchte tragen. Für eine erfolgreiche Ernte sollte der Obstbaum, wenn er im Kübel steht, alle fünf bis sieben Jahre umgetopft werden. Zudem sollte die Erde bei Bedarf regelmäßig aufgefüllt werden. Es empfiehlt sich, den Baum zwei- bis dreimal in der Woche mit kalkarmem Wasser zu wässern. Im Frühjahr ist die Düngung mit einem Langzeitdünger angebracht. Die kleinen Bäumchen sollten unbedingt vor allem während ihrer Blütezeit vor Witterungseinflüssen wie Hagel, Frost und starkem Regeln ausreichend geschützt werden. Zudem bedarf es einen regelmäßigen Schnitt.

Zur optimalen Pflege beim Anbau von Säulenobst zählt auch das Ausdünnen des Fruchtansatzes. Mitunter kann bei zu starker Blüte und Fruchtansatz Alternanz (schwankender Fruchtbetrag bei Obstbäumen) auftreten. Um zu kleine Früchte und eine Überbelastung des Baumes zu verhindern, sollten daher überzählige Fruchtansätze Anfang Juni ausgebrochen und reduziert werden. So vermeidet man im folgenden Jahr eine ausbleibende Ernte.

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Für eine erfolgreiche Ernte richtig beschneiden

Damit Säulenobst seine kleine, kompakte Wuchsform beibehält und erfolgreich Früchte trägt, ist das Beschneiden unerlässlich. Je nach Obstsorte müssen die Bäume allerdings unterschiedlich stark zurückgeschnitten werden. Apfelsorten erfordern vergleichsweise geringe Schnittmaßnahmen. Auch Birnenbäume weisen von Natur aus eine eher schmale Wuchsform auf. Währenddessen bedarf es bei Kirsch- und Pflaumenbäumen einem stärkeren Rückschnitt.

Als Faustregel gilt: 20 bis 40 cm der Seitenäste können beim Sommerschnitt gekürzt werden. Dabei sollten diese direkt am Mitteltrieb geschnitten werden, um das Seitenwachstum zu verhindern. Aus diesem Grund sollte Säulenobst auch erst nach fünf bis sieben Jahren in der Höhe beschnitten werden.

Kann man Säulenobst auch selbst ziehen?

Säulenobst kann man nur bedingt selbst ziehen, erklärt Hubert Siegler, Obstexperte der Gartenakademie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf Nachfrage von myHOMEBOOK. „Bei Baumobst ist dies zwar durch Kauf von Unterlagen, die man selbst veredelt, möglich. Eigenanzucht wird aber nur von Gartenexperten, die dies können, praktiziert.“

Säulenbeerenobst könne man dem Experten nach hingegen jedoch auch selbst durch Stecken von Steckholz (=verholzter Neutrieb) der gewünschten Johannis- oder Stachelbeersorte im Spätherbst anziehen. „Ab Austrieb im Frühjahr wird dieser dann eintriebig erzogen. Ansonsten kaufen Sie ein- oder zweitriebige Jungpflanzen, die dann mit einem Trieb (den zweiten wegschneiden) weiterkultiviert werden“, so Siegler.