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Oft ein ungebetener Gast im Garten

Wofür sind Wespen eigentlich gut?

Wofür sind Wespen eigentlich gut?
Viele sehen in Wespen nur stechende Schädlinge – ein VorurteilFoto: Getty Images

Wespen haben einen eher schlechten Ruf. Viele haben Angst vor ihnen, schwirren sie im Sommer doch wie verrückt um die Tische herum und stechen ab und an auch mal zu. Was viele aber nicht wissen: Die Insekten haben wichtige Aufgaben im Ökosystem und sind deshalb alles andere als Schädlinge.

In Deutschland gibt es einige heimische Wespenarten, doch nur zwei halten einen im Sommer auf Trab: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Diese zwei haben es auf Fleisch und Süßspeisen abgesehen und können einen Grillabend zum Fiasko werden lassen. Doch auch sie sind, genau wie die anderen Wespen-Arten, trotzdem sehr nützlich für die Natur.

Wofür sind Wespen nützlich?

Viele Wespen-Arten nehmen Obst, Blüten und Nektar zu sich und dienen daher als wichtige Bestäuber. Ohne sogenannte Feigwespen gäbe es beispielsweise keine leckeren Feigen, denn sie sorgen dafür, dass die Blüten bestäubt werden und die Früchte wachsen können.

Außerdem machen sich Wespen nützlich, indem sie andere Insekten und damit auch Schädlinge sowie deren Larven verspeisen. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) vernichtet ein kleiner Wespenstaat bis zu 3000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Insekten pro Tag.

Warum stechen sie?

Die schwarz-gelben Insekten stechen, wenn jemand ihre Königin, ihr Nest oder sie selbst angreift oder sie sich durch jemanden oder etwas bedroht fühlen. Im Gegensatz zur Honigbiene verliert die Wespe ihren Stachel bei einem Stich nicht, sondern kann ihn einziehen und wieder einsetzen. Da er keine Widerhaken besitzt und schneller aus der Haut herausgleiten kann, geben sie weniger Gift als Biene oder Hummel ab. Daher sind Wespenstiche weniger schmerzhaft.

Übrigens: Die Honigbiene und die Wespe sind tatsächlich verwandt. Vor mehreren Millionen Jahren hat sich die Biene aus der fleischfressenden Wespe entwickelt. Sie unterscheiden sich heute nicht nur in ihrer Farbe und dem Fakt, dass Bienen nur einmal stechen können. Bienen fressen, anders als ihre Verwandten, kein Fleisch.

Auch interessant: So entfernen Sie erfolgreich ein Wespennest

Darf man Wespen töten?

Wespen stehen wie viele andere Insekten unter Naturschutz. Daher ist es verboten, sie zu töten oder Nester einfach umzusiedeln. Je nach Bundesland kann es bei einem Verstoß zu Bußgeldern zwischen 5000 und 50.000 Euro kommen. Bei besonders geschützten Arten sind sogar Strafen in Höhe von bis zu 65.000 Euro möglich.

Methoden, um sich vor Wespen zu schützen

Am besten lässt man Speisen und Getränke nicht lange draußen stehen, denn beides lockt die Deutsche sowie die Gemeine Wespe an. Ein Tipp des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern: Wespen nicht anpusten, um sie zu vertreiben. In der Atemluft befindliche Spucke zieht die Insekten an. Stattdessen hilft es, Wespen mit zerstäubtem Wasser zu besprühen. Es wirkt für sie wie ein Wetterumschwung, sodass sie in ihr Nest zurückkehren.