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Im Garten oder auf dem Balkon

So entfernen Sie erfolgreich ein Wespennest

So entfernt man erfolgreich ein Wespennest im Garten oder auf dem Balkon
Wespennester kann man selbst entfernen, wenn man ein paar Dinge beachtet Foto: Getty Images

Wer ein Wespennest bei sich im Garten oder auf dem Balkon entdeckt, darf es nicht einfach entfernen. Wespen stehen unter Naturschutz. Zudem gibt es einige Dinge, die bei einer Entfernung beachtet werden müssen. myHOMEBOOK erklärt, welche das sind und wann Sie doch besser einen Profi damit beauftragen sollten.

Bei einem Wespennest gibt es mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Sie können das Wespennest entfernen, dafür müssen Sie aber vorab unbedingt eine Genehmigung einholen. Wenn Sie es sich selbst nicht zutrauen, können Sie einen Profi damit beauftragen – dazu wird in der Regel ohnehin geraten.

Wie beantragt man, ein Wespennest zu entfernen?

Sowohl eine Beseitigung als auch eine Umsiedlung muss beantragt werden. Dafür müssen Sie einen Antrag stellen, indem Sie eine Begründung für Ihr Vorhaben angeben – sei es eine Allergie, oder eine Einschränkung durch die Wespen. Diesen Antrag können Sie bei der jeweils zuständigen Naturschutzbehörde, dem Landratsamt oder der Stadtverwaltung einreichen.

Sollten Sie von einem derartigen Antrag absehen, das Nest entfernen und dabei erwischt werden, drohen hohe Bußgelder. Die variieren je nach Bundesland und je nach Wespenart – einige Arten sind besonders geschützt.

Hinweis: Andere, ähnlich aussehende Insekten wie Bienen, Hummeln oder Hornissen stehen unter Artenschutz. Sie dürfen in jedem Fall nur von Fachpersonal umgesiedelt werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Wespennest zu entfernen?

Die Nester werden am besten im April oder im Herbst entfernt. Im April befindet sich das Nest noch in der „Bauphase“. Im Herbst ist es unbewohnt, da das Wespenvolk tot und die Königin zur Überwinterung umgezogen ist.

Was mache ich solange, bis ich das Wespennest entfernen kann?

Durch einen Sichtschutz kann man die Insekten austricksen, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt. Die Wespen erkennen dann menschliche Bewegungen nicht mehr und fühlen sich nicht bedroht. Um einen derartigen Sichtschutz zu montieren, nehmen Sie beispielsweise ein altes Bettlaken und hängen es mit einem Abstand von zehn Zentimetern zum Nest auf. Sie können alternativ auch ein Brett vor dem Nest anbringen. Sollten Sie ein Erdnest bei sich haben, können Sie mithilfe eines kleinen Tunnels aus Rohren den Ein- und Ausgang der Tiere verlegen.

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Wichtig: Während dieser Montage-Arbeiten sollten Sie lange dicke Kleidung tragen, die Sie vor möglichen Stichen schützen kann. Außerdem achten Sie darauf, sich ruhig zu bewegen.

Sollten Sie doch bis zum Herbst mit derartigen Maßnahmen warten wollen, sollten Sie dem Nest nicht zu nahe kommen – ein Mindestabstand von sechs Metern wird empfohlen.

Wie geht man bei einer Entfernung vor?

Bei der Entfernung sollten Sie von Feuer oder Wasser durch Hochdruckstrahler absehen. Auch ein zerschlagen oder ausräuchern empfiehlt sich nicht. Sie können stattdessen einen giftigen Wespenschaum verwenden, der auch von Kammerjägern eingesetzt wird. Den erhalten Sie im Online-Handel und in Baumärkten. Allerdings ist hierbei ganz deutlich darauf hinzuweisen, dass man vorher genau überlegen sollte, ob ein Töten zwingend notwendig ist, oder man doch lieber eine Umsiedlung des Nests vornimmt.

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Wie funktioniert das Umsiedeln von Wespennestern?

Beim Umsiedeln wird das Nest vorsichtig eingesaugt und mitsamt der Wespen an eine andere Stelle transportiert. Der neue Standort muss dabei mindestens vier Kilometer vom alten entfernt liegen, damit sich die Insekten dort ansiedeln und nicht wieder zurück zu ihrem alten Standort fliegen.

Wann sollte man einen Profi beauftragen?

Generell wird empfohlen, ein Wespennest von einem Profi entfernen zu lassen.. Er kann eine endgültige Entfernung garantieren, weiß die Gefahren einzuschätzen und hat die nötige Kleidung, um sich vor Stichen zu schützen.

Was kostet ein Profi?

Die Kosten für eine Entfernung oder eine Umsiedlung sind abhängig vom Ort und der Erreichbarkeit des Nests. Generell ergibt sich der Preis aus dem Anfahrtsweg und dem Aufwand. Sie sollten vor der Auftragsvergabe die Preise der lokalen Kammerjäger checken.

Übrigens: Entdecken Sie als Mieter ein Wespennest, muss der Vermieter die Kosten für die Beseitigung oder Umsiedlung tragen. Geht eine unmittelbare Gefahr von den Wespen aus, dürfen Mieter selbst einen Profi beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen.

Wie kann man Wespennestern vorbeugen?

Wespenköniginnen suchen ab etwa Mitte April nach einem geeigneten Nistplatz – dann beginnen Sie auch mit dem Bau eines Nests. In Gärten bevorzugen Sie dafür verlassene Erdbauten von Mäusen und Maulwürfen sowie dunkle Schuppen. Bei Häusern findet man sie in der Regel in dunklen und windgeschützten Hohlräumen, Rollladenkästen und Dachböden. Daher empfiehlt es sich, derartige Stellen und Schlupfwinkel zu verschließen oder zu entfernen.