15. August 2026, 13:36 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Sommer sind Wespen an Kaffeetafeln und Grillabenden häufige Begleiter. Neben bewährten Hausmitteln kursieren im Internet zahlreiche Maßnahmen zur Abwehr der Tiere. Besonders häufig ist dabei von einer zerknüllten Papiertüte die Rede. Ob das wirklich funktioniert, hat myHOMEBOOK von einer Expertin erfahren.
Süße Speisen, Grillgut oder Limonade ziehen im Sommer oft schon nach kurzer Zeit Wespen an. Die Insekten orientieren sich dabei vor allem an Gerüchen und finden erstaunlich schnell den Weg zu gedeckten Tischen. Wer wild um sich schlägt oder panisch reagiert, verschlimmert jedoch meistens die Situation. Eine Methode aus dem Internet soll die Insekten angeblich schnell vertreiben.
Zerknüllte Papiertüten als Abschreckung?
Online kursiert ein angeblicher Lifehack, der Wespen in jedem Fall fernhalten soll. Dabei zerknüllt man eine braune Papiertüte und hängt diese gegebenenfalls auf der Terrasse oder dem Balkon auf. Sie soll ein Wespennest imitieren und die Tiere fernhalten. Aber stimmt das? Nein, sagt Melanie von Orlow vom NABU-Landesverband Berlin auf Nachfrage von myHOMEBOOK.
„Das ist leider absoluter Unsinn – keine Wespe hält das für ein Wespennest, noch würde sie das vom Besuch abhalten“, so die Expertin. Denn zum einen riechen Wespen die Nester, zum anderen stimmt es auch nicht, dass die Wespen nicht gerne von Konkurrenz umgeben sind. Dieser Trick funktioniert also nicht.
Auch interessant: Wofür sind Wespen eigentlich gut?
Wie man Wespen wirklich von Balkon und Terrasse vertreiben kann
Auch wenn der Trick mit der Papiertüte offenbar nicht funktioniert, gibt es einige andere natürliche Mittel, die Wespen vertreiben:
Kaffeepulver
Zündet man Kaffeepulver an, bleiben Wespen fern. Zum einen wegen des Geruchs, zum anderen wegen der Rauchentwicklung. Zudem soll Kaffeesatz auch gegen lästige Mücken helfen.
Ätherische Öle
Duftsäckchen oder auch Duftkerzen eignen sich gut, damit Wespen beim Grillabend Abstand halten. Im Idealfall sind darin Öle mit dem Duft von Nelken, Teebaum, Lavendel oder Citronella enthalten.
Zitrone und Orangen
Auch der Zitronen- und Orangenduft gefällt den Tieren nicht. Schneidet man die Früchte in Scheiben und verteilt sie auf dem Tisch, bleiben die Wespen weg.
Gewürznelken
Der Geruch von Nelken vertreibt Wespen – bespickt man etwa Zitronenhälften mit Gewürznelken, wird der Effekt noch verstärkt. Diese Variante eignet sich auch gut für Innenräume.
Basilikum und Knoblauch
Wespen mögen auch den Duft von Basilikum und Knoblauch nicht. Im besten Fall pflanzt man sich Basilikum auf dem Balkon oder stellt ihn in einem Topf auf die Terrasse. Wen der intensive Geruch von aufgeschnittenem Knoblauch nicht stört, der kann auch diesen als Mittel gegen die Tiere verwenden.
Sprühflasche mit Wasser
Stören die Wespen doch beim Essen, kann man sie auch mit Wasser vertreiben. Einfach in eine Sprühflasche geben und die Tiere ansprühen. Die Insekten denken dann, dass es regnet, und verziehen sich.
Nelkenöl
Auch Nelkenöl kann gegen Wespen helfen. Dieses gibt man in eine Sprühflasche und befeuchtet vor dem Essen etwas den Tisch oder die Umgebung.
Passend dazu: Was sollte man bei einem Wespenstich tun? (via FITBOOK)
Wie man ein Wespennest effektiv verhindern kann
Mit diesen Tricks lassen sich Wespen fernhalten
Tipps von der Expertin
Von dem Tipp, in einer anderen Ecke des Gartens andere Speisen zu platzieren, um die Wespen dorthin zu locken, rät von Orlow übrigens ab. Genauso von Wespenfallen. Stattdessen empfiehlt die Expertin, Speisen und Futterquellen – wie etwa den Kompost oder Mülleimer – abzudecken. Übrigens: Hier erfahren Sie, warum es in Zukunft noch mehr Wespen geben wird.
Wespennest am Haus – darf man es einfach entfernen?
Wespen bauen ihre Nester sowohl ober- als auch unterirdisch. Bevorzugt werden ruhige Orte. Dazu zählen neben Bäumen und Büschen auch unbenutzte Briefkästen, Grills oder die Lücke zwischen Hauswand und Rollläden. Mit anderen Worten: Wespen errichten ihre imposanten Nester auch an Häusern und im Garten. Entdeckt man eines der kugelförmigen Konstrukte auf dem eigenen Grundstück, darf und sollte man dieses aber nicht einfach entfernen. Zum einen, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten, zum anderen, weil Wespen unter Naturschutz stehen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.
Mieter verständigen am besten den Hausmeister. Dieser kann dann einen Experten engagieren, der das Wespennest professionell umsiedelt. Um das Wespennest als Eigentümer selbst entfernen zu dürfen, benötigt man eine Genehmigung. Diese erhält man von der Naturschutzbehörde, dem Landratsamt oder der Stadtverwaltung. Wichtig ist, dass man eine Begründung angibt, zum Beispiel eine Einschränkung durch die Tiere.