7. September 2026, 13:34 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Ameisen sind nützliche Insekten und in jedem Garten anzutreffen. Wenn die Tiere allerdings ein großes Nest im Gras anlegen, freut sich nicht jeder Hobbygärtner über den Anblick. Ob man den Ameisenhaufen entfernen darf, klärt myHOMEBOOK im Gespräch mit einer Expertin des Nabu Berlin.
Wer an Ameisennester denkt, hat meist ein einheitliches Bild vor Augen. Tatsächlich unterscheiden sich Aufbau und Größe jedoch erheblich von Art zu Art. Während Wegameisen lediglich kleine Erdhügel oder flache Sandnester anlegen, errichten Waldameisen beeindruckende Bauten, die mehr als einen Meter hoch werden können. Ein großer Teil des Nests liegt dabei verborgen unter der Erde. Für Gartenbesitzer kann ein solcher Ameisenhügel schnell zum Ärgernis werden. Wer ihn entfernen möchte, hat jedoch nur begrenzte Möglichkeiten.
Große Haufen von Waldameisen findet man in der Regel nur auf Grundstücken, die in der Nähe eines Waldes liegen. Die Haufen bestehen aus Materialien wie Sand, Zweigen, Kiefern- und Fichtennadeln sowie Blättern. Auf und um den Hügel herum tummeln sich etliche der Insekten.
Alle Waldameisenarten sind streng artgeschützt und dürfen daher nicht bekämpft werden, wie Expertin Melanie von Orlow vom Nabu Berlin auf myHOMEBOOK-Nachfrage betont: „Wenn man dennoch ein Volk umsiedeln möchte, muss dies zunächst bei der Unteren oder Oberen Naturschutzbehörde genehmigt werden. Diese kennen oft auch Fachleute für solche Umsiedlungen (beispielsweise Forstmitarbeiter oder Experten der Ameisenschutzwarte). Das Umsiedeln selbst kann man nicht selbst machen, das müssen Fachleute übernehmen. Das ist mit großen Erdarbeiten verbunden.“
Möglichkeiten, um die Ausbreitung der Ameisen einzudämmen
Statt den Ameisenhaufen umzusetzen, können Betroffene auch versuchen, die Ausbreitung der Ameisen im Garten zu begrenzen. „Ein mit Wasser gefüllter Graben kann eine gute Möglichkeit sein, denn er ist für die Ameisen ein weitgehend unüberwindbares Hindernis. Etwas Speiseöl mindert das Austrocknen der Wassersperre. Diese Gräben werden oft über Äste und Verschmutzungen überbrückt und damit für die Ameisen passierbar. Deshalb muss man sie regelmäßig überprüfen. Ameisen machen sich auch an Komposthaufen, Fallobst und Mülltonnen zu schaffen, daher sollte man diese Nahrungsquellen gut abdecken, einsammeln und verschließen. Lebensmittel sollten nicht ameisenzugänglich draußen stehen gelassen werden“, rät die Expertin.
Warum man Ameisenhaufen im Garten nicht entfernen sollte
Am besten sei es jedoch, Ameisen jeglicher Art als fleißige Mitarbeiter im eigenen Garten anzusehen. Denn mittlerweile sind über 60 Prozent der Ameisenarten von starken Rückgängen betroffen. „Das ist eine dramatische Entwicklung. Ameisen sind ein natürlicher und nützlicher Bestandteil des Gartens und sollten auch als solcher angesehen werden. Insbesondere Waldameisen sind natürliche Schädlingsbekämpfer, die für die Gesunderhaltung der Pflanzengemeinschaften sorgen und Samen verbreiten“, fügt von Orlow hinzu.
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