5. April 2026, 18:36 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Bauernregeln sind ein fester Bestandteil des ländlichen Brauchtums und beruhen auf jahrhundertelangen Naturbeobachtungen. Sie sollten Hinweise auf Wetterverläufe und Ernteerträge geben und werden bis heute zitiert. Eine bekannte Regel lautet: „Scheint am Ostersonntag Sonnenschein, wird der Sommer fruchtbar sein.“ Doch wie verlässlich ist diese Bauernregel? myHOMEBOOK hat bei Diplommeteorologe Jörg Riemann nachgefragt.
Das steckt hinter der Bauernregel
Wenn es heißt, dass am Ostersonntag die Sonne scheint, ist damit nicht zwingend ein einzelner, exakt abgegrenzter Tag gemeint. Vielmehr bezieht sich diese Bauernregel auf einen Zeitraum rund um das Osterfest, erläutert Jörg Riemann von der Wettermanufaktur. Entscheidend ist also nicht ausschließlich das Wetter am Ostersonntag selbst, sondern die allgemeine Witterung in den Tagen davor und danach.
Herrscht in dieser Phase sonniges und eher trockenes Wetter, sodass die Böden nicht zu nass sind, kann sich das günstig auf das Pflanzenwachstum auswirken. In der Folge profitieren auch die landwirtschaftlichen Erträge, da stabile, trockene Bedingungen im Frühjahr eine wichtige Grundlage für eine gute Ernte bilden.
Dazu passend: Wenn an Karfreitag Regen war, folgt ein …
Stimmt diese Bauernregel?
„Nein, diese Bauernregel stimmt nicht“, stellt der Experte klar. Bauernregeln, die sich auf die Osterzeit beziehen, stimmen eigentlich nie, da Ostern immer auf andere Tage fällt. „Man könnte in diesem Jahr aufgrund des Datums aber eine andere Bauernregel in Betracht ziehen“, meint der Experte. Sie lautet: „Wenn’s viel regnet am Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag.“
Die Amantius-Regel bezieht sich auf den 8. April und wäre nahe an Ostern, erläutert Riemann. „Diese Bauernregel stimmt in zwei von drei Fällen“, ergänzt der Experte. Regnet es also um den 8. April herum viel, könnte es einen eher trockenen Sommer geben. „Andersherum ist allerdings keine Aussage möglich. Ist es um den 8. April zu trocken, und danach sieht es gerade aus, dann stimmt diese Aussage nicht.“