16. März 2026, 14:25 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Vor Jahrhunderten, als es noch keine Wettervorhersagen in der heutigen Form gab, mussten Bauern und Landwirte andere Wege finden, um das Wetter einzuschätzen. So entstanden die sogenannten Bauernregeln. Aus ihren Beobachtungen leiteten sie regelmäßig wiederkehrende Wetterereignisse ab. Einige davon haben bis heute Gültigkeit.
„Gibt’s im März zu viel Regen, bringt die Ernte wenig Segen“, lautet eine dieser Bauernregeln. Ihr zufolge gingen die Bauern davon aus, dass eine besonders niederschlagsreiche Witterung im März zu keiner erfolgreichen Ernte führt. Doch trifft das tatsächlich zu? myHOMEBOOK hat dazu den Diplom-Meteorologen Jörg Riemann von der Wettermanufaktur befragt.
Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp
Was genau hinter der Bauernregel über zu viel Regen im März steckt
„Gibt’s im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen.“ Wortwörtlich bedeutet diese Bauernregel, dass zu viel Regen im März eine schlechte Ernte nach sich zieht. Diese Bauernregel stimmt in Teilen, erklärt der Wetterexperte: „Diese Regel stimmt, wenn man wirklich nur den März allein betrachtet. Wenn man ihn aber in Zusammenhang mit dem Februar berücksichtigt, stimmt sie nicht. Denn dieser Regel stehen die Regeln aus dem Februar scheinbar entgegen.“
Dazu passend: Einem freundlichen März folgt ein …
Gibt es im März also zu viel Regen, so dürfen wir einen überdurchschnittlich trockenen Sommer erwarten, der wiederum schlecht für die Ernte sein könnte.
Hinweis: Bei vielen Bauernregeln kommt es vor, dass diese sehr locker formuliert sind. Spricht eine Bauernregel von einem bestimmten Tag oder einem bestimmten Monat, kann durchaus auch eine Zeitspanne um den besagten Zeitraum gemeint sein.
Betrachtet man den Februar und den März gemeinsam, dann stimmt diese Bauernregel nicht. „Es heißt, wenn der Februar zu nass ist, folgt ein nasses Sommerhalbjahr (bis September)“, erklärt Riemann. „Wenn man beide zusammen betrachtet und der März ähnlich wie der Februar abläuft, dann ist das Risiko hoch, dass das Sommerhalbjahr eher feucht als trocken ausfällt.“
Einem freundlichen März folgt ein …
Je nasser der Februar, desto nasser …
Das bedeutet die Bauernregel über Regen im März für den Garten
Betrachten wir nur den März allein, der viel Regen bringt, dann kann es passieren, dass der Sommer zu trocken wird. Die Folge: Die Ernte im Garten könnte vertrocknen.
Auch interessant: Das steckt hinter dem Märzwinter
Beide Monate gemeinsam betrachtet prophezeien einen feuchten Sommer. Für die Ernte im Garten ist das ein gutes Zeichen, denn lieber ist es etwas feuchter als zu trocken. Zu nass darf es allerdings auch nicht sein, da sonst die Ernte verfaulen könnte.
Die Wetteraussichten für den März 2026
„Bis Anfang April bleibt es überwiegend mild“, prognostiziert der Experte. Sonne und trockene Phasen wechseln sich mit zeitweiligen Regenfällen ab. Die Niederschläge fallen meist als Regen, gleichen aber das zu trockene Wetter zu Monatsbeginn voraussichtlich nicht aus. Ein Wintereinbruch ist nicht in Sicht.
Kurzzeitig kann es etwas kühler werden, vereinzelt sind Schneeregen oder Graupel möglich – vor allem in höheren Lagen. Dort kann es morgens auch glatt sein. Im Flachland bleibt winterliche Glätte dagegen selten. Die Temperaturen liegen insgesamt leicht über dem Durchschnitt. „Eine nachhaltige Rückkehr zu markant (spät-)winterlichen Verhältnissen ist nach derzeitigem Stand nicht erkennbar“, ergänzt Riemann.