Bauernregeln gehören seit Jahrhunderten zum traditionellen Wissen rund um Wetter und Jahreszeiten. Eine davon lautet: „Wenn’s im Dezember nicht wintert, sommert’s im Juni auch nicht.“ Doch wie verlässlich sind solche Sprichwörter heute noch? myHOMEBOOK hat bei einem Wetterexperten nachgefragt, um einzuordnen, ob diese alte Regel noch Aussagekraft für das Klima und die Witterung von heute hat.
Das steckt hinter der Bauernregel zum milden Winter
Der Spruch „Wenn’s im Dezember nicht wintert, sommert’s im Juni auch nicht“ bedeutet konkret: Zeigt sich der Dezember ungewöhnlich mild und weist kaum winterliche Eigenschaften auf, stehen die Chancen schlecht, dass der darauffolgende Juni sommerlich warm ausfällt.
Nach Einschätzung von Jörg Riemann von der Wettermanufaktur weist diese Redewendung darauf hin, dass markante Wetterlagen zum Jahresende häufig einen Einfluss auf die Witterung der folgenden Jahreszeit haben können. Vereinfacht gesagt: Fehlt im Dezember die Kälte, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich im Juni ebenfalls keine typischen, beständigen Sommertemperaturen einstellen werden.
„Zwischen den Temperaturverhältnissen von Dezember und Juni besteht ein gewisser Zusammenhang“, erklärt der Experte. Es gibt jedoch ein „aber“. „Werden nämlich nur die Jahre betrachtet, in denen die Mitteltemperatur im Dezember unter 0 Grad lag – das ist dieses Jahr nicht so –, folgte in 65 Prozent der Fälle ein überdurchschnittlich warmer Juni“, ergänzt Riemann.
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„Ist der Dezember also kalt, ist der Juni in vielen Fällen warm.“ Der Experte erklärt allerdings auch, dass es andersherum nicht funktioniert: „Umgedreht ist keine Aussage möglich. Man muss bei einem milden Winter also auch keine Angst haben, dass der Sommer ins Wasser fällt.“
So entwickelt sich das kommende Wetter
In den kommenden zwei Wochen bleibt es in ganz Deutschland mild: Frost gibt es nach Einschätzung von Riemann „wenn überhaupt“ eher selten und „Schnee schon gar nicht“. Das gilt auch im Süden, wo es nachts zwar mal um 0 Grad liegen kann, tagsüber aber ebenfalls mild bleibt. „Der Süden bekommt eher typisches graues Novemberwetter mit Tageswerten von fünf bis vielleicht sieben Grad und leichten Plusgraden in den Nächten“, erläutert der Wetterexperte.
Gleichzeitig würden die Niederschläge nachlassen, weil der Hochdruckeinfluss zunimmt, wodurch es trockener wird und die Nächte etwas auskühlen können. Für Weihnachten ist die Entwicklung noch offen, aktuell deute aber wenig auf Winterwetter hin.
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