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Die „Schwarze Hornisse“ ist gar keine Hornisse

Bei der Schwarzen Hornisse handelt es sich nicht – wie der Name vermuten lässt – um eine Hornisse
Bei der Schwarzen Hornisse handelt es sich nicht – wie der Name vermuten lässt – um eine Hornisse Foto: Getty Images
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Isa Kabakci
Redakteur

14. Juli 2026, 17:50 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Immer mehr Menschen entdecken derzeit in ihren Gärten ein auffällig großes, schwarzes Insekt, das auf den ersten Blick leicht mit einer Hornisse verwechselt werden kann. Tatsächlich verbirgt sich hinter der umgangssprachlich als „Schwarze Hornisse“ bezeichneten Erscheinung jedoch eine ganz andere Art.

Mit einer Körperlänge von bis zu 2,8 Zentimetern und ihrem glänzend metallisch-schwarzen Körper wirkt die Blauschwarze Holzbiene auf viele zunächst einschüchternd. Trotz ihres Spitznamens ist sie weder eine Hornisse noch eine Hummel, sondern die größte heimische Wildbienenart Deutschlands. Fachlich korrekt heißt sie Xylocopa violacea und wurde vom NABU zur Wildbiene des Jahres 2024 gekürt. Trotz ihrer imposanten Erscheinung ist die Blauschwarze Holzbiene friedlich, nützlich – und keinesfalls gefährlich.

Achtung, Verwechslungsgefahr

Die Blauschwarze Holzbiene besitzt einen tiefschwarzen Körper mit violett schillernden Flügeln. Ihr Aussehen erinnert an eine Hummel, doch aufgrund ihrer Größe und dunklen Färbung wird sie häufig mit einer Hornisse verwechselt. Die Weibchen können bis zu 28 Millimeter lang werden, die Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter.

Der glänzende Panzer und das laute Brummen im Flug verstärken den Eindruck eines potenziell gefährlichen Tieres. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die Holzbiene sticht nur im äußersten Notfall, Männchen sind sogar gänzlich ohne Stachel.

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Lebensweise der Blauschwarzen Holzbiene

Als Solitärbiene lebt die Blaue Holzbiene nicht in Staaten, sondern einzeln, informiert der NABU. Weibchen legen ihre Nester in sonnenbeschienenem Totholz an, indem sie bis zu 30 Zentimeter lange Gänge in morsches Holz nagen. Dort legen sie Brutkammern an, die mit Pollen und Nektar gefüllt werden.

Die Larven schlüpfen meist im Juli. Aufgrund des Klimawandels breitet sich die wärmeliebende Art seit einigen Jahren verstärkt Richtung Norden aus. Während sie früher vor allem im Südwesten Deutschlands vorkam, reicht ihr Verbreitungsgebiet inzwischen bis weit nach Norddeutschland.

Ökologische Bedeutung und Schutzstatus

Die Blaue Holzbiene spielt als Bestäuber eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie bevorzugt pollenreiche Pflanzen wie Platterbsen oder Gartengeißblatt. Aufgrund ihrer Körpergröße und langen Zunge kann sie Blüten bestäuben, die anderen Insekten unzugänglich sind.

In manchen Fällen nutzt sie jedoch auch einen Trick: Sie beißt ein Loch in die Blüte, um den Nektar zu erreichen, ohne zur Bestäubung beizutragen. Dennoch gilt sie als wichtiger Teil der biologischen Vielfalt. Holzbienen stehen unter Artenschutz und dürfen nicht getötet werden. In der Roten Liste wird Xylocopa violacea aktuell als „ungefährdet“ geführt.

Doch Vorsicht: Nicht jedes große Insekt im Garten ist eine Holzbiene. Wer ein Exemplar mit gelb-schwarz geringeltem Hinterleib sieht, hat es womöglich mit einer Asiatischen Hornisse zu tun. Diese Art jagt gezielt Honigbienen und ist deutlich agiler. Die Blauschwarze Holzbiene – auch wenn sie „Schwarze Hornisse“ genannt wird – hingegen fliegt gemächlich und konzentriert sich auf Pflanzen. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar – im Gegenteil: Wer Totholz im Garten stehen lässt oder spezielle Nisthilfen anbietet, kann aktiv zum Schutz der Art beitragen.

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