7. September 2026, 6:41 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn die Sonne untergeht, schlägt die Stunde der nachtaktiven Insekten. Vor allem Pflanzen mit hellen Blüten und starkem Duft dienen ihnen als Nahrungsquelle. myHOMEBOOK stellt neun Pflanzenarten vor, die besonders anziehend für nächtliche Besucher sind, und verrät, warum die kleinen Tiere so wichtig für den Garten sind.
Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp
Wie nachtaktive Insekten ihre Blüten finden
Die Aktivität in der Nacht hat einen klaren Vorteil. Fressfeinde und Futterkonkurrenten sind zu dieser Zeit kaum unterwegs. Im Dunkeln brauchen nachtaktive Insekten besondere Signale, um die richtigen Futterquellen zu finden: helle Blütenfarben, die das wenige Licht reflektieren, und einen intensiven Duft. Bei vielen dieser Pflanzen setzt der erst mit der Dämmerung ein und wird dann stärker. Neben den Faltern sind auch viele Käfer an den Pflanzen auf nächtlicher Nahrungssuche.
Welche Vorteile ein Solargründach bietet
8 beliebte Glockenblumenarten für den Sommergarten
9 Pflanzen, die nachtaktiven Insekten Nahrung bieten
1. Nachtkerze
Eine zweijährige Pflanze, die 60 bis 150 cm hoch wächst. Sie blüht von Juni bis September in einem kräftigen Gelbton. Nachtkerzen mögen sonnige, eher trockene und magere Standorte. Die Blüten öffnen sich in der Dämmerung innerhalb weniger Minuten, sodass man es selbst miterleben kann.
2. Nachtviole
Eine kurzlebige Staude, die zwischen 60 und 90 cm hoch wachsen kann. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juli in eindrucksvollen Violett- bis Weißtönen. Sie bevorzugt humusreiche, halbschattige Standorte und sät sich gerne selbst aus. Ihr Duft ist tagsüber kaum wahrnehmbar, verstärkt sich aber deutlich zur Dämmerung hin.
3. Wald-Geißblatt
Eine sommergrüne Kletterpflanze, die eine Höhe von bis zu sechs Metern erreichen kann. Sie blüht von Juni bis August, eher gelblich-weiß bis rötlich, und gedeiht am besten, wenn sie an einem halbschattigen Standort einen schattigen Wurzelbereich bekommt. Der Nektar liegt so tief in den Blüten, dass nur Falter mit ausreichend langem Rüssel herankommen.
4. Echtes Seifenkraut
Eine typische Nachtfalterstaude, die 30 bis 60 cm hoch wird und von Juli bis September in Weiß bis Zartrosa blüht. Sie mag sonnige bis halbschattige Standorte mit einem nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Da sich das Echte Seifenkraut stark über Ausläufer und Samen ausbreitet, sollte man sich gut überlegen, ob und wo man es haben möchte.
5. Weiße Lichtnelke
Die weiße Lichtnelke ist eine kurzlebige Staude. Sie zeigt von Mai bis Oktober ihre weißen Blüten und wächst 30 bis 90 cm hoch. Sie gedeiht auf nährstoffreichen, humosen Böden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Die Blüten öffnen sich erst zum Abend hin.
6. Moschus-Malve
Eine mehrjährige, alte Heilpflanze, die recht anspruchslos ist. Sie mag durchlässigen Boden und einen sonnigen Platz. Dann wird sie zwischen 40 und 80 cm hoch und blüht von Juni bis September in Rosa bis Weiß. Ihr feiner Moschusduft ist namensgebend.
7. Heilziest
Die Heilziest ist ebenfalls eine Heilpflanze, die von Juli bis September blüht. Sie erstrahlt in einem schönen Purpurrosa und wächst 30 bis 60 cm hoch. Die Pflanze bevorzugt einen mageren bis mäßig nährstoffarmen und durchlässigen Boden auf sonnigen bis halbschattigen Standorten. Traditionell kennt man sie auch als Betonie.
8. Nickendes Leimkraut
Eine zarte Staude, die zwischen 30 und 60 cm hoch wird und von Juni bis August weiß blüht. Sie mag sonnige bis halbschattige Plätze und eher magere und trockene Böden. Die Blüten verströmen einen intensiven, an Hyazinthen erinnernden, Duft.
9. Pracht-Nelke
Die Pracht-Nelke ist eine mehrjährige, meist wintergrüne Pflanze, die 30 bis 80 cm hoch wachsen kann und von Juni bis September ihre auffällig gefransten pinken Blüten zeigt. Sie steht gerne sonnig bis halbschattig auf frischem, durchlässigem Boden und eignet sich auch gut für den Kübel. Besonders nachts hat sie einen blumigen Vanilleduft.
Neben den vorgestellten Arten gibt es noch zahlreiche weitere, die nachtaktiven Insekten als Nahrungsquelle dienen. Zu ihnen gehören Rote Lichtnelke, Schmalblättriges Weidenröschen, Färberkamille, Gelbe Resede und Ausdauerndes Silberblatt.
Mehr als nur Nahrung
Beim Blütenbesuch tragen die Falter Pollen von einer Pflanze zur nächsten und sorgen so für Bestäubung und damit für den Fortbestand der Pflanzen. Manche Pflanzen bieten nicht nur Pollen und Nektar, sondern dienen dem Nachwuchs der Nachtfalter auch als Kinderstube. Die spektakulär gemusterten Raupen des Königskerzen-Mönchs, die aussehen wie ein Marsupilami, fressen beispielsweise vor allem an den Blättern der Königskerze, einer robusten, hochwachsenden Wildstaude. Ob als Nektartrinker oder als Raupe: Am Ende sind die Falter selbst Nahrung – für Igel auf ihren nächtlichen Streifzügen, für Fledermäuse auf ihren Jagdflügen und für Vögel, die tagsüber die ruhenden Nachtfalter auf Rinden oder in anderen Verstecken finden.
Die Nachtkerzen auf meiner Terrasse
In meinem Garten drängen sich Nachtkerzen Jahr für Jahr aus den Fugen unserer Nebenterrasse. Das sieht etwas verwildert aus, aber ich lasse einen Teil der Pflanzen stehen. Auch Königskerzen und Nachtviolen wachsen bei uns im Garten. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass im Sommer so viele Fledermäuse durch den Garten flattern.