9. Juni 2026, 15:36 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein neuer Gartenteich, gepflasterte Wege oder andere größere Projekte im Garten wirken auf den ersten Blick harmlos. Doch unter der Erde können Strom-, Gas-, Wasser- oder Telekommunikationsleitungen verlaufen, deren Beschädigung schwerwiegende Folgen haben kann. Wer vor den Erdarbeiten nicht prüft, was im Boden liegt, riskiert hohe Kosten und gefährliche Zwischenfälle.
Versteckte Risiken im Erdreich
Vor umfangreicheren Erdarbeiten sollten Grundstückseigentümer und Bauherren klären, wo unterirdische Leitungen verlaufen. Andernfalls drohen nicht nur Reparaturkosten, sondern auch erhebliche Sicherheitsrisiken.
„Kommt es zu Zwischenfällen, bei denen erdverlegte Leitungen beschädigt werden, sind nicht nur Versorgungsausfälle und hohe Kosten für die Reparatur möglich, sondern es entstehen auch Risiken für die Gesundheit – angefangen bei Stromschlägen bis hin zu Gasaustritten“, warnt der Netzbetreiber Netze BW in Stuttgart.
Kleinere Arbeiten wie das Einsetzen von Gartenpflanzen gelten in der Regel als unproblematisch. Wer jedoch einen Gartenteich aushebt oder Wege mit Pflaster- und Tiefbordsteinen anlegt, sollte sich vorab über mögliche Leitungen im Boden informieren. Nach Angaben einer Sprecherin von Netze BW wurden Kabel früher häufig auch quer über Privatgrundstücke verlegt.
So lässt sich der Leitungsverlauf ermitteln
Vor Beginn von Erdarbeiten besteht die Pflicht, Informationen über vorhandene Leitungen einzuholen. Dafür können sich Eigentümer und Bauherren an den örtlichen Netzbetreiber wenden oder Online-Portale wie die Bund-Länder-Initiative Leitungsauskunft (BIL) nutzen.
Über das kostenfreie Angebot erhalten Nutzer laut Internetseite eine Übersicht relevanter Ansprechpartner und Notfallrufnummern.
Allerdings sind vorhandene Leitungspläne nicht immer exakt. „Die tatsächliche Tiefe oder Lage kann abweichen, besonders bei Leitungen, die älter als 50 Jahre sind“, warnt Netze BW.
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Besondere Vorsicht im Leitungsbereich
Wer in der Nähe von Gas-, Strom-, Wasser- oder Telekommunikationsleitungen arbeitet, muss besonders sorgfältig vorgehen. Schwere Baumaschinen dürfen in Schutzbereichen nicht eingesetzt werden.
Stattdessen sollte die Erde mit Handwerkzeugen wie Spaten, Schaufel oder Spitzhacke entfernt werden. Werden Leitungen freigelegt, ist es ratsam, den zuständigen Netzbetreiber oder das jeweilige Versorgungsunternehmen zu informieren. Für Hochspannungs- und Hochdruckleitungen gelten zusätzlich bestimmte Fristen und Genehmigungspflichten.
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Was bei einer Beschädigung zu tun ist
Beschädigt man eine unterirdische Leitung versehentlich, muss man die Arbeiten sofort stoppen. Zudem sollte man den betroffenen Bereich absichern und umgehend den zuständigen Netzbetreiber informieren.
Je nach Situation kann es außerdem erforderlich sein, Feuerwehr und Polizei zu verständigen.
Hohe Kosten bei Leistungsbeschädigungen
Wer eine Leitung beschädigt, muss in der Regel für die Reparatur sowie mögliche Folgeschäden aufkommen. Dazu zählen etwa Versorgungsunterbrechungen für Anwohner.
Nach Angaben von Netze BW liegen die durchschnittlichen Reparaturkosten bei Schäden an Hausanschlusskabeln, beispielsweise durch einen Minibagger verursacht, meist im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich. Werden größere Kabel beschädigt, können die Kosten schnell in den unteren fünfstelligen Bereich steigen.
„Viele Versicherungen setzen für die Schadensregulierung voraus, dass bei Tiefbauarbeiten vorab eine Kabel- und Leitungsauskunft eingeholt wird.“
Vor größeren Gartenarbeiten empfiehlt es sich daher, den Verlauf unterirdischer Leitungen frühzeitig zu prüfen, um Gefahren und kostspielige Schäden zu vermeiden.
Mit Material der dpa