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Ohne grünen Daumen

Wie die Gartengestaltung auch Anfängern gelingt

Gerade für Anfänger kann es schwierig sein, sich in die Gartenarbeit einzufinden
Gerade für Anfänger kann es schwierig sein, sich in die Gartenarbeit einzufinden Foto: Getty Images
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

27. Mai 2026, 17:27 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Erst der Plan, dann der Spaten. Wer diesen Grundsatz beherzigt, spart sich eine Menge Frust und Arbeit. myHOMEBOOK verrät Ihnen, wie Sie Ihren Garten sinnvoll planen können, welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten und welche Pflanzen bei der Gartengestaltung auch für Anfänger Sinn machen.

Bevor Sie die erste Pflanze setzen, sollten Sie sich ein paar grundlegende Gedanken machen. Soll der Garten primär der Erholung dienen, ein Spielparadies für Kinder sein, überbordend blühen oder einfach nur unkompliziert sein? Wie passen Ihre finanziellen und zeitlichen Ressourcen zu Ihren Ideen? Und was bietet der Garten von sich aus? Wo steht wann die Sonne? Gibt es Orte, die zu Staunässe neigen? Wie ist der Boden beschaffen? Wenn Sie sich für die Beantwortung dieser Fragen genug Zeit nehmen, haben Sie gute Chancen, einen Garten zu erschaffen, der wirklich zu Ihnen passt.

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Struktur durch Räume: Den Garten gliedern

Gärten wirken besonders einladend, wenn sie nicht auf einmal zu überblicken sind. Wer verschiedene Gartenräume einrichtet, sorgt für Abwechslung und lässt selbst kleine Grundstücke größer erscheinen. Wege übernehmen dabei die Regie: Sie ziehen die Linien und führen den Besucher wie an einem roten Faden durch das Grundstück. Doch ein echter Gartenraum entsteht erst, wenn man auch die Höhe nutzt. „Grüne Wände“ aus Hecken, Kletterpflanzen an Gerüsten oder hochwachende Gräser stoppen den Blick und schirmen Areale voneinander ab. Auch kleine Mauern aus Naturstein oder hübsche Zäune können Bereiche trennen.

Gestaltungsprinzipien für harmonische Gärten

Bevor Sie die Gartengestaltung in die Hand nehmen, sollten Sie auf Papier die Flächenaufteilung festhalten. Wo kann gespielt werden, wo finden Blumen- oder Gemüsebeete ihren Platz, wohin passen Schuppen, Kompost oder ein extra Sitzplatz? Ein stimmiges Gartenbild entsteht dann vor allem durch Wiederholungen. Damit das Grundstück nicht wie ein Flickenteppich wirkt, können Sie ausgewählte Materialien, beispielsweise dieselbe Steinart für die Terrasse, Einfassungen, Wege oder kleine Mauern immer wieder aufgreifen. Auch eine spezielle Farbe – etwa bei Pflanzgefäßen, Schuppenanstrichen oder Gartenmöbeln – wirkt wie eine optische Klammer, die den Garten zu einem Ganzen macht.

Achten Sie auch auf Proportionen. Sie entscheiden nämlich darüber, ob ein Garten stimmig wirkt oder irgendwie falsch. Eine riesige Konifere im Reihenhausgarten ist kein Eyecatcher, sondern ein Problem. Umgekehrt wirkt ein Mini-Blumenbeet in einem großen Garten ziemlich verloren.

Ein weiteres Prinzip bei der Gartengestaltung für Anfänger ist Einfachheit. Wer sich klare Struktur und ein stimmiges Design wünscht, sollte nicht zu viele verschiedene Materialien und Stile auf engem Raum konkurrieren lassen.

Häufige Fehler beim Garten bepflanzen

Ein grüner Daumen ist meist das Ergebnis der passenden Pflanze am richtigen Ort. Viel Frust lässt sich vermeiden, wenn man die Bedürfnisse der Pflanzen in Sachen Standort und Boden ernst nimmt. Denn wer nicht standortgerecht pflanzt, schafft sich eine Dauerbaustelle. Das gilt für anspruchsvolle Exoten ebenso wie für jede heimische Pflanze.

Ein typischer Fehler bei der Pflanzenwahl ist es, die Endgröße der Pflanzen zu ignorieren. Auch wenn junge Stauden, Sträucher oder Bäume anfangs auf ihrer Fläche verloren aussehen, brauchen sie den Platz für ihre Entwicklung. Wer zu eng pflanzt, schafft sich später unnötige Arbeit durch Umpflanzen oder radikale Schnitte. Vermeiden Sie es außerdem, Pflanzen in geraden Stückzahlen wie zwei oder vier zu setzen, da solche Anordnungen oft künstlich wirken. Ungerade Gruppen wie drei, fünf oder sieben Pflanzen erzeugen dagegen eine Dynamik, die ein Beet harmonisch und natürlich erscheinen lässt.

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Warum Sie Rasenflächen überdenken sollten

Rasen ist die beliebteste Falle im Anfängergarten. Er sieht nach wenig Aufwand aus, entpuppt sich aber als das pflegeintensivste Element überhaupt: Er muss gemäht, gedüngt, gewässert und vertikutiert werden. Planen Sie ihn nur dort ein, wo er wirklich gebraucht wird – als Spielfläche, als Weg oder Verbindung zwischen Beeten.

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Unkomplizierte Pflanzen für einen anfängerfreundlichen Garten

Die folgenden Listen sind nicht als Einkaufszettel gedacht, sondern als Inspiration für die Gartengestaltung. Suchen Sie sich die Pflanzen aus, die Ihnen gefallen und zu Ihrem Standort und Ihren Bedürfnissen passen.

Bodendecker

Wo nichts wächst, wächst Unkraut. Um das Jäten zu minimieren, müssen Sie also den Boden schließen. Robuste Teppichbildner wie Storchschnabel, Sand-Thymian, Polster-Flammenblume, Blaukissen oder Zwerg-Glockenblume für sonnige Flächen und Waldsteinie, Immergrün, Haselwurz oder Dickmännchen für schattige Standorte lassen Unkraut keine Chance. Einmal angewachsen, kommen die Pflanzen fast alleine klar.

Sichtschutz-Gehölze

Verzichten Sie auf Hecken, die einen Formschnitt brauchen. Eine Wildobsthecke, z. B. mit Felsenbirne, Kornelkirsche, Holunder, Mispel, Wildpflaumen, Ölweiden, Aronia oder Haselnuss, braucht kaum Pflege, fördert die Artenvielfalt und liefert zudem essbare Erträge. Bedenken Sie aber: Diese Sträucher benötigen viel Platz. In kleinen Gärten können sie durch ihr üppiges Wachstum schnell die Proportionen sprengen. Wer weniger Quadratmeter zur Verfügung hat, setzt besser auf hohe Gräser. Diese bilden im Sommer eine dichte, moderne Wand, beanspruchen deutlich weniger Grundfläche und müssen nur einmal im Jahr im Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Trockenkünstler

Die Klimakrise eskaliert und mir ihr die Temperaturen und die Dürrephasen. Pflanzen wie Lavendel, Steppensalbei, Katzenminze, Blauraute, Wollziest, Rosmarin, Thymian oder Fetthenne kommen mit diesen Bedingungen gut klar, sofern der Boden locker und durchlässig ist. Wer sie geschickt kombiniert, kann die Gießkanne in den Urlaub schicken, sobald die Pflanzen fest verwurzelt sind.

Heimische Wildstauden

Pflanzen wie Wiesen-Salbei, Gewöhnlicher Natternkopf, Kartäuser Nelke, Kleine Margerite, Flockenblumen und Gewöhnliche Schafgarbe sind perfekt an das lokale Klima angepasst und brauchen kaum Zuwendung.

Nutzgarten

Wenn Sie Gemüse anbauen möchten, fangen Sie klein an. Ein paar Quadratmeter mit anfängerfreundlichem Gemüse wie Radieschen, Salat, Mangold oder Zucchini sind ein guter Start. Auch Beerenobst wie Johannisbeeren oder Herbsthimbeeren oder Kräuter wie Salbei, Lavendel oder Thymian sind recht unkompliziert.

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