10. Februar 2026, 8:30 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Seit Jahrhunderten dienen Bauernregeln als grobe Orientierung für das Wetter und werden auch heute noch von Hobbygärtnern genutzt. Doch wie verlässlich sind diese alten Weisheiten wirklich? Ein Wetterexperte erklärt, wie aussagekräftig eine bekannte Bauernregel für den Februar ist und was sich daraus tatsächlich für den Start in die neue Gartensaison ableiten lässt.
Sagt diese Bauernregel für den Februar voraus, wie der März wird?
„Ist der Februar trocken und kalt, kommt im März die Hitze bald.“ Verlässlich oder Humbug? Wetterexperte Jörg Riemann von der „Wettermanufaktur“ erklärt in einem früheren Interview: „Die Aussage dieser Bauernregel ist nicht belegbar, flapsig würde ich sagen: Sie ist nett, aber inhaltlich falsch.“ Zudem erwähnt der Meteorologe noch eine ähnliche Bauernregel. Sie lautet: „Wenn im Februar die Mücken geigen, müssen sie im Märzen schweigen.“ Allerdings ist auch diese Bauernregel laut Riemann nicht richtig.
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Außerdem sollte man sich – wenn man der Bauernregel trotzdem Glauben schenken möchte – nicht auf sommerliche Temperaturen freuen. „Hitze im März“ bedeutet laut Riemann allenfalls vorfrühlingshaftes, warmes Wetter oberhalb der 10- oder 15-Grad-Marke.
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Gibt es zutreffende Bauernregeln für den Februar?
Riemann kennt zwei weitere Bauernregeln für den Februar, die seiner Meinung nach verlässlicher sind:
- „Wenn die Februarsonne den Dachs nicht weckt, schläft er im April noch fest.“
- „Hüpfen Eichhörnlein und Finken, siehst du schon den Frühling winken.“
Die Bedeutung der Bauernregeln ist einfach erklärt: Wenn es im Februar zu kalt ist, wird es mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent auch im März und mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent auch im April zu kalt, so Riemann. Umgekehrt gilt: Fällt der Februar zu warm aus, dann gilt das wahrscheinlich auch für die beiden Folgemonate.
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„Trotzdem nimmt die Neigung zu Spätfrösten im Frühjahr zu, wenn der Februar zu warm ist, was aber kein Widerspruch ist. Es kann ja im Frühjahr trotzdem insgesamt zu warm sein, wenn eine Woche Spätfrost vorherrscht. Die Schäden in der Landwirtschaft sind dann trotzdem da“, merkt der Meteorologe im Gespräch mit myHOMEBOOK an.
So entwickelt sich das Wetter in kommender Zeit
Die Milderung im Westen und Süden Deutschlands wird sich halten oder teils auch verstärken. „Übertrieben gesagt, klopft dort bereits der Vorfrühling an“, verrät Riemann.
Spätestens in der zweiten Februarhälfte sollte der Nordosten nachziehen, und auch dort sei dann das Licht am Ende des Tunnels sichtbar. „Es besteht aber bis Mitte Februar im Nordosten immer mal wieder die Gefahr von Schnee- oder Eisregen“, ergänzt der Experte.