18. März 2026, 5:46 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wachsen Wildkräuter in der gepflegten Rasenfläche, sind diese für viele Gartenbesitzer ein Dorn im Auge. Dabei handelt es sich bei ihnen oft um sogenannte Zeigerpflanzen. Auch Gänseblümchen sollen im Rasen ein Warnsignal sein. myHOMEBOOK hat bei einem Rasen-Experten nachgefragt.
Zeigerpflanzen im Garten geben Hinweise auf die Bodenqualität. Pflanzen stellen verschiedene Anforderungen an ihre Umgebung. Einige benötigen zum Beispiel einen lehmigen, andere einen sauren Boden zum Wachsen. Auch die Nährstoffzusammensetzung spielt eine Rolle. Wachsen Wildpflanzen im Rasen, ohne dass man sie gezielt gepflanzt oder gesät hat, kann man dadurch Rückschlüsse über die Zusammensetzung des Bodens ziehen. Typische Zeigerpflanzen sind Ackerminze, Hasenklee und Sauerampfer. Auch Gänseblümchen (Bellis perennis) wird nachgesagt, ein Warnsignal im Rasen zu sein.
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Zeigen Gänseblümchen wirklich magere Böden an?
Die Wildblumen sollen insbesondere karge Böden bevorzugen. Daher gelten sie als Zeigerpflanzen für nährstoffarme Flächen im Garten, wie der „SWR“ berichtet. Dr. Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft, bestätigt: „Gänseblümchen bevorzugen sonnige, eher trockene Standorte mit neutraler bis schwach alkalischer Bodenreaktion (pH-Wert).“ Zudem würden sie Schatten und Staunässe nicht mögen.
Allerdings ergänzt der Rasen-Experte, dass das Wildkraut auch auf anderen Substraten wachsen kann: „Ich habe Gänseblümchen sowohl auf lehmig-tonigen als auch auf sandigen Böden beobachtet.“ Die Pflanzen kommen sogar damit zurecht, wenn der Rasen unterschiedlich kurz gemäht wird.
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Kein eindeutiger Boden-Indikator
Gänseblümchen gelten als sehr robuste und anpassungsfähige Pflanzen. Obwohl sie magere Substrate zum Wachsen bevorzugen, wachsen sie nicht ausschließlich auf solchen. „Ich würde beim Gänseblümchen nicht von einer typischen Zeigerpflanze sprechen“, lautet die Schlussfolgerung von Nonn.
Um zu erkennen, wie es dem Rasen geht und ob ihm Nährstoffe fehlen, seien andere Pflanzen deutlich informativer. „Zum Beispiel Wegerich oder Vogelknöterich für verdichtete Böden, Vogelmiere und Hornkraut für feuchte Standorte“, erklärt der Rasen-Experte. Fehlen dem Rasen im Garten Nährstoffe, können die folgenden Indikatoren darauf hinweisen:
- helles, gelbliches Gras
- Lückenbildung
- verstärktes Auftreten von Moos
- langsames Wachstum trotz Bewässerung
Am sichersten ist jedoch eine Bodenanalyse. Dabei kann man pH-Wert, Stickstoff, Phosphor und Kalium überprüfen. Durch eine gezielte Analyse kann man eine Überdüngung vermeiden. Dadurch würde nicht nur die Rasenfläche und das Bodenleben Schaden nehmen, sondern auch das Grundwasser.
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Rasen je nach Jahreszeit richtig düngen
Beim Düngen des Rasens spielt die Jahreszeit eine entscheidende Rolle. Grundlegend gilt, dass die Grünfläche im Frühjahr, also zwischen März und Mai, einen stickstoffhaltigen Langzeitdünger verträgt. Dadurch fördert man ein kräftiges Wachstum.
Im Sommer müssen Gartenbesitzer nur bei Bedarf nachdüngen. Vorsicht gilt bei Trockenheit. Während anhaltender Trockenperioden den Rasen besser nicht düngen, um ihn nicht zu verbrennen. Im Herbst ist ein kaliumbetontes Düngemittel ideal. Es stärkt die Zellstruktur und Frostresistenz.
Gänseblümchen im Rasen loswerden
Ob man sich an den weißen oder rosafarbenen Blütenpunkten im Rasen erfreut oder nicht, hängt vom Geschmack des jeweiligen Hobbygärtners ab. „Gänseblümchen sind aufgrund der intensiven Blütenbildung ein guter Bestandteil in Kräuterrasen oder Blumenwiesen“, erklärt Nonn. Sie sind also ein regulärer Bestandteil der Flora.
Dennoch betrachten viele die Wildpflanze als Unkraut und wollen sie entfernen. „Als Rosettenpflanze kann man Gänseblümchen recht gut und wirksam ausstechen, solange es noch nicht zu viele sind.“ Alternativ könne man sie laut des Rasen-Experten mit selektiv wirkenden Rasenherbiziden wirksam bekämpfen. Das Ausstechen ist allerdings die weitaus schonendere Methode.