30. Juli 2026, 13:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sie bilden riesige Kolonien, breiten sich in mehreren Bundesländern aus und können sogar Schäden an Gebäuden und technischer Infrastruktur verursachen. Wer die Große Drüsenameise entdeckt, sollte aufmerksam werden, denn die invasive Art stellt Experten zufolge eine Herausforderung für Natur und Wohngebiete dar.
Woran erkennt man die Große Drüsenameise?
Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) fällt vor allem durch ihre schwarze Färbung und ihr massenhaftes Auftreten auf. Die Tiere leben in sogenannten Superkolonien, weshalb häufig sehr viele Ameisen gleichzeitig zu beobachten sind.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist die unterschiedliche Größe der Arbeiterinnen innerhalb derselben Kolonie. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) werden die Tiere zwischen zwei und fünf Millimeter groß. Bei heimischen Ameisenarten sind die Arbeiterinnen dagegen meist einheitlich groß.
Das Naturkundemuseum Stuttgart empfiehlt, die Ameisen mit etwas Zuckersirup auf ein weißes Blatt Papier zu locken und ein Maßband daneben zu legen. Dadurch lasse sich die Größe besser bestimmen.
Auffällig sind außerdem breite, teilweise mehrspurige Ameisenstraßen. Im Gegensatz dazu legt die heimische Schwarze Wegameise, der die invasive Art optisch ähnelt, in der Regel nur einspurige Wege an. An den Eingängen der Nester werden zudem häufig Sand und Erde ausgeworfen.
Wird die Kolonie gestört, reagieren die Tiere aggressiv und strömen in großer Zahl aus ihren Nestern. Laut Naturkundemuseum Stuttgart verströmen sie bei Reizung zudem einen charakteristischen Geruch, der als zitronig, ranzig oder an Aceton erinnernd beschrieben wird.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die Große Drüsenameise bleibt auch bei kühleren Temperaturen aktiv und kann noch bei etwa drei Grad Celsius unterwegs sein. Viele heimische Arten, darunter die Schwarze Wegameise, zeigen dieses Verhalten nicht.
Wer seinen Verdacht überprüfen lassen möchte, kann Fotos und Videos an das Tapinoma-Forschungsprojekt senden. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Naturkundemuseen in Stuttgart und Karlsruhe.
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Diese Schäden kann die invasive Ameisenart verursachen
Grundsätzlich erfüllen Ameisen wichtige Aufgaben im Ökosystem und gelten normalerweise nicht als Gefahr für Haus oder Garten. Bei der Großen Drüsenameise besteht jedoch die Sorge, dass sie heimische Arten verdrängt.
Hinzu kommen mögliche Schäden in Siedlungsgebieten. Die Tiere bauen ihre Nester unterirdisch und schaffen dabei weit verzweigte Systeme aus mehreren miteinander verbundenen Kolonien. Dadurch können Fundamente, Gehwege und Platten unterhöhlt werden.
Auf der Suche nach Nahrung oder Wärme dringen die Insekten zudem in Gebäude ein. Nach Angaben des UBA können sie dabei Fassaden beschädigen und sogar Probleme an elektrischen Anlagen verursachen.
Für den Menschen stellen die Ameisen laut Umweltbundesamt zwar keine direkte Gesundheitsgefahr dar. Durch ihre kräftigen Mundwerkzeuge und das verspritzte Sekret können jedoch Hautreizungen auftreten.
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Was bei Verdacht oder Befall zu tun ist
Das Umweltbundesamt empfiehlt, jeden Verdachtsfall sowie bereits bestehende Vorkommen umgehend der zuständigen Stadt oder Gemeinde zu melden. In den meisten Fällen ist das Ordnungsamt Ansprechpartner.
Für eine erfolgreiche Bekämpfung sei ein abgestimmtes Vorgehen entscheidend. Behörden, Grundstückseigentümer, Anwohner und Schädlingsbekämpfer sollten eng zusammenarbeiten.
Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt vom Ausmaß des Befalls ab. Neben Insektiziden kommen teilweise auch thermische Verfahren wie Heißwasser oder Heißschaum zum Einsatz. Diese Methoden können die Kolonien oft jedoch nur zurückdrängen. Die chemische Bekämpfung sollte deshalb ausschließlich von Fachbetrieben durchgeführt werden.
Warum mediterrane Pflanzen eine Rolle spielen
Die Große Drüsenameise stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Erstmals wurde sie im Jahr 2009 in Deutschland nachgewiesen – damals in einer Baumschule in Ingelheim am Rhein.
Nach Angaben des UBA gelangt die Art fast ausschließlich über Pflanzen und Erde nach Deutschland. Besonders Betriebe des Gartenbaus, Gartencenter sowie Privatpersonen mit mediterranen Großpflanzen sollten deshalb ihre Pflanzenbestände regelmäßig kontrollieren.
Mit Material der dpa