2. Oktober 2025, 17:09 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sobald die ersten Haselnüsse auf dem Boden liegen, ist die Erntesaison eröffnet. Wer beim Aufsammeln, Trocknen und Lagern ein paar Kniffe kennt, kann Haselnüsse weit über den Winter hinaus genießen.
Wann Haselnüsse reif sind
Die Haupterntezeit für Haselnüsse liegt zwischen Mitte September und Ende Oktober. Erkennbar ist die Reife daran, dass die Schale braun gefärbt ist und die Früchte von selbst zu Boden fallen. Solange die Nüsse noch grün sind oder fest in der Hülle sitzen, sind sie nicht ausgereift. Haselnüsse reifen nach der Ernte nicht mehr weiter. Unreif geerntete Früchte schrumpfen später und verlieren an Geschmack.
Daher ist es auch nicht sinnvoll, der Versuchung nachzugeben, die Nüsse schon vorzeitig zu pflücken, nur um den Eichhörnchen zuvorzukommen. Besser ist es, mehrmals pro Woche nachzusehen und die heruntergefallenen Früchte zügig einzusammeln.
Der genaue Reifezeitpunkt hängt auch von der Haselnuss-Sorte ab. Frühe Varianten wie ‚Nottinghams Früheste‘ beginnen bereits Ende August zu reifen. Bei späteren Sorten wie dem ‚Wunder aus Bollweiler‘ werden die Früchte häufig erst im Oktober reif.
Haselnüsse richtig ernten
Das Sammeln reifer Haselnüsse ist meist schnell erledigt. Die Nüsse werden direkt vom Boden aufgesammelt oder durch leichtes Schütteln des Strauches gelöst. Wer sich die Arbeit erleichtern möchte, kann eine Plane auslegen.
Da die Feuchtigkeit im Gras oder auf der Plane die Entstehung von Schimmel begünstigt, sollten die Nüsse möglichst schnell eingesammelt werden. Nüsse mit Rissen sollten aussortiert werden, weil sie kaum haltbar sind. Auch schimmelige Nüsse sollten konsequent entferntwerden, da sich der Schimmel schnell ausbreiten und die gesamte Ernte gefährden kann. Sind an den Nüssen kleine Löcher zu erkennen, steckt meist der Haselnussbohrer dahinter, dessen Larven die Nüsse im Laufe ihrer Entwicklung nach und nach auffressen.
Haselnüsse trocknen
Nach der Ernte brauchen die Nüsse etwas Zeit, um lagerfähig zu werden. Etwa vier bis sechs Wochen sollten sie getrocknet werden. Dafür werden sie auf Tabletts, in Obstkisten oder Körben nebeneinander ausgebreitet. Eine luftige Umgebung ist entscheidend. Besonders geeignet für das Trocknen sind gut belüftete Dachböden oder Fensterbänke über einer Heizung. Mehrmals pro Woche sollten die Nüsse gewendet werden, um gleichmäßiges Trocknen zu gewährleisten.
Theoretisch möglich, aber trotzdem nicht empfehlenswert, ist das Trocknen der Nüsse im Backofen. Die Hitze kann das Fett der Nüsse verändern, wodurch ein bitterer oder ranziger Geschmack entsteht. Schonender ist immer die Trocknung an einem luftigen Platz.
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Haselnüsse richtig lagern
Sind die Nüsse vollständig getrocknet, können sie in atmungsaktiven Säcken, beispielsweise in Zwiebel- oder Kartoffelnetzen oder auch in Jutesäcken verstaut werden. Dunkle, kühle und trockene Orte sind ideal. Unter diesen Bedingungen halten Haselnüsse mit Schale bis zu einem Jahr. Bereits geknackte Nüsse sind deutlich empfindlicher und sollten zeitnah verbraucht werden. Statt die Nüsse in Säcken zu lagern, kann man sie auch knacken und dann ganz oder gemahlen einfrieren.
Haselnüsse in der Natur sammeln
Wer keinen eigenen Haselnussstrauch besitzt, kann trotzdem ernten: Die Sträucher stehen vielerorts in Parks, an Wegen oder Waldrändern. Hier gilt: maßhalten, denn Eichhörnchen, Vögel und andere Tiere sind auf die eiweiß- und fettreichen Nüsse als Nahrung angewiesen.
Extra-Tipp
„Kurz in der Pfanne geröstete Haselnüsse entfalten ein intensives Aroma. Sie schmecken pur als Snack, passen ins Müsli oder auf Joghurt, als Topping für Salate und lassen sich auch zu cremigem Haselnussmus verarbeiten, das als Aufstrich eine leckere Alternative ist.“