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Die Haselnuss im eigenen Garten anbauen

Unreife Haselnüsse sollte man nicht essen. Sie schmecken bitter und fad
Unreife Haselnüsse sollte man nicht essen. Sie schmecken bitter und fad Foto: Getty Images
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

26. Oktober 2025, 13:08 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Die Haselnuss (Corylus avellana) ist ein heimischer Wildstrauch, dessen Nüsse bei Mensch und Tier gleichermaßen beliebt sind. Wie sie wächst, was sie braucht, um gut zu gedeihen, und warum es sinnvoll ist, zwei Sorten zu pflanzen, lesen Sie hier bei myHOMEBOOK.

Aussehen und Wuchs

Die Haselnuss ist ein sommergrüner, mehrstämmiger Strauch, der bis zu sieben Meter hoch werden kann. In der Natur wächst sie häufig in Hecken, an Waldrändern oder in Knicks. Ihre runden, doppelt gezähnten Blätter sitzen wechselständig an den Zweigen und werden etwa handtellergroß. Meist sind sie grün, es gibt jedoch auch Sorten mit rötlichem Laub. Im Herbst färben sich die Blätter gelblich.

Die Haselnuss trägt männliche und weibliche Blüten an derselben Pflanze. Die männlichen Blüten sind leicht zu erkennen. Sie hängen als lange, gelbe Kätzchen am Strauch. Die weiblichen Blüten sitzen in kleinen Knospen an den Zweigen und sind kaum größer als ein Stecknadelkopf. Sichtbar sind nur feine, rote Narben, die aus der Knospe hervorschauen. Da die Hasel ein Fremdbefruchter ist, sollten zwei unterschiedliche Sorten nahe nebeneinanderstehen, die zur gleichen Zeit blühen. Nur dann bilden sich zuverlässig Früchte.

Haselnussstrauch im Garten pflanzen

Der Herbst ist die beste Zeit, um Haselnusssträucher zu pflanzen. Der Boden ist dann noch warm, und die Pflanzen können vor dem Winter erste Wurzeln bilden. Haselnüsse werden als wurzelnackte Ware oder im Container angeboten und sollten vor dem Einpflanzen in Wasser gestellt werden, damit sie sich richtig vollsaugen können. Das Pflanzloch sollte großzügig ausgehoben und der Aushub mit etwas Kompost vermischt werden.

Bei Containerpflanzen wird der Wurzelballen vor dem Einsetzen ins Pflanzloch vorsichtig aufgelockert, damit die Wurzeln leichter ins umgebende Erdreich vordringen können. Wurzelnackte Sträucher setzt man so ein, dass die Wurzeln gut ausgebreitet liegen und nicht abknicken. Zum Schluss das Pflanzloch wieder mit Erde füllen, leicht andrücken und gut wässern, damit die Wurzeln Kontakt zum Boden bekommen. Eine Mulchschicht nach dem Pflanzen hält den Boden feucht und fördert das Anwachsen.

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Standort und Boden

Der Haselnussstrauch bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Steht er zu schattig, wirkt sich das sowohl auf die Anzahl als auch auf die Größe der Nüsse ungünstig aus. Der Boden sollte nährstoffreich, tiefgründig, humusreich und mäßig feucht sein.

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Verwendung im Garten

Die Haselnuss kann in Einzelstellung stehen, macht sich aber auch gut als Teil einer Wildhecke, die beispielsweise zur Grundstückseingrenzung dient.

Beliebte und bekannte Sorten

Haselnusssträucher werden in vielen Sorten angeboten, die sich in Wuchs, Geschmack und Ertrag unterscheiden. Die ‘Hallesche Riesennuss‘ trägt besonders große, leicht zu knackende Früchte. ‘Cosford‘ gilt als aromatisch und zuverlässig. Das ‘Wunder von Bollweiler‘, eine Kreuzung aus Gemeiner Hasel und Lambertsnuss, zählt zu den geschmacklich besten Sorten.

Die ‘Rote Zellernuss‘ fällt mit ihrem rötlichen Laub und den farbigen Fruchthüllen auf. ‘Webbs Preisnuss‘ bringt hohe Erträge und große Nüsse. ‘Nottinghams Früheste‘ reift besonders früh und entkommt dadurch oft dem Befall durch den Haselnussbohrer. Eine Besonderheit ist die Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‘Contorta’). Sie gehört zwar botanisch zur Gemeinen Hasel, unterscheidet sich aber durch ihre auffällig gedrehten Zweige.

Haselnussstrauch optimal pflegen

Haselnusssträucher sind robust und unkompliziert. Wer ein paar Grundregeln beachtet, kann sich über gesunde Pflanzen und gute Ernten freuen.

Wie man einen Haselnussstrauch bewässern sollte 

Ist der Haselnussstrauch gut eingewachsen, muss die Gießkanne nur noch bei lang anhaltender Trockenheit ran. Eine Mulchschicht rund um den Strauch hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, und sorgt oft schon dafür, dass zusätzliches Gießen ganz überflüssig wird.

Diese Düngung benötigt die Pflanze 

Eine Kompostgabe im Frühjahr reicht der Haselnuss als Dünger vollkommen aus. Wird der Boden regelmäßig gemulcht, liefert das sich zersetzende Material zusätzliche Nährstoffe.

Muss man einen Haselnussstrauch schneiden? 

Haselnusssträucher wachsen mit den Jahren immer dichter zusammen. Im Inneren der Sträucher kommt in absehbarer Zeit so wenig Licht an, dass der Ertrag leidet. Ein Auslichtungsschnitt alle zwei bis drei Jahre hält die Pflanzen vital und fördert neue, kräftige Triebe. Alte Äste werden bodennah entfernt, junge Triebe dürfen in gleicher Anzahl nachwachsen. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt liegt im Winter, bevor der Strauch neu austreibt. Wird der Rückschnitt lange versäumt, kann die Hasel komplett auf etwa Kniehöhe zurückgesetzt werden.

Winterhärte

Haselnusssträucher sind vollkommen winterhart und kommen ohne weitere Maßnahmen durch die kalte Jahreszeit. Eine schützende Schicht aus Laub ist trotzdem willkommen.

Vermehrung

Die Sorten der Haselnusssträucher lassen sich nicht über ihre Nüsse vermehren, weil aus den Samen Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften wachsen. Wer eine Sorte erhalten möchte, sollte daher Absenker nutzen oder die Sorte auf die Wildart veredeln. Wer hingegen keine Sorte, sondern die Wildart selbst vermehren möchte, kann sie aus gesammelten Nüssen ziehen, wenn diese im Winter einem Kältereiz ausgesetzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Haselnuss ist sehr robust und wird kaum von Krankheiten und Schädlingen befallen. Gelegentlich tritt Mehltau auf, was für die Pflanzen in der Regel aber ohne Folgen bleibt. Das einzige wirkliche Problem ist der Haselnussbohrer. Der kleine, eigentlich ganz putzig aussehende Käfer bohrt mit seinem langen Rüssel in die noch unreifen Früchte und legt dort seine Eier ab.

Die Larven fressen den Nusskern auf und verlassen die Nuss, sobald sie ausgewachsen sind, um sich im Boden zu verpuppen. Einem erneuten Befall beugt man am besten vor, indem man regelmäßig alle herabgefallenen Nüsse aufsammelt und befallene Exemplare mit Bohrloch über den Hausmüll entsorgt.

Giftigkeit

Der Haselnussstrauch gilt als ungiftig und ist in vielen Teilen essbar. Neben den Nüssen lassen sich auch junge Blätter nutzen, etwa fein geschnitten in Salaten oder als Tee. Sogar

die männlichen Blüten, die langen gelben Kätzchen, fanden früher Verwendung: Sie wurden getrocknet, gemahlen und zum Strecken von Mehl verwendet.

Alternativen

Als Alternative für die Gemeine Hasel bieten sich die Baumhasel (Corylus colurna) und die Pimpernuss (Staphylea pinnata) an.

  • Die Baumhasel ist so etwas wie die große Schwester des bekannten Haselnussstrauchs. Sie wächst zu einem bis zu 20 Meter hohen Baum heran und trägt ebenfalls essbare Nüsse. Durch ihre ausgeprägte Trockenheitstoleranz gilt sie als robuste Art, die mit den Folgen der eskalierenden Klimakrise gut zurechtkommt.
  • Ein recht unbekannter Strauch ist die Pimpernuss mit ihren aufgeblasenen Fruchtkapseln. Im Garten ist meist die Kaukasische Pimpernuss (Staphylea colchica) zu finden. Sie wächst kräftig, blüht üppig und gilt als pflegeleicht. Die heimische Gemeine Pimpernuss (Staphylea pinnata) ist etwas anspruchsvoller, dafür ökologisch wertvoller, weil sie heimischen Insekten Lebensraum bietet. Ihre Samen wurden früher nach dem Rösten gegessen, heute wird sie vor allem als Ziergehölz genutzt.

Haselnüsse ernten und lagern

Haselnüsse sind reif, wenn sie braun werden und von selbst zu Boden fallen. Die essbaren Früchte bieten viele wertvolle Nährstoffe. Im Gegensatz zu anderen Nusssorten sind Haselnüsse mit ihrem hohen Fettgehalt jedoch auch recht kalorienreich. Nach dem Einsammeln werden sie vier bis sechs Wochen an einem luftigen Ort getrocknet. Vollständig getrocknete Nüsse halten sich in kühlen, trockenen Räumen bis zu einem Jahr.

Mitsamt der Schale kann man Haselnüsse lange lagern. Dafür eignet sich am besten ein dunkler und kühler Ort. Geschält sollten die Nüsse jedoch rasch verbraucht werden, sie neigen sonst zu Schimmel.

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Verwendung in Küche und Garten

Haselnüsse verfeinern Müslis, Kuchen und Kekse, schmecken pur oder geröstet in herzhaften Gerichten. Um die Samen liegt eine schützende Hautschicht. Legt man Haselnüsse für rund 15 Minuten in den Ofen (200 Grad), geht die Haut auf und lässt sich mit einem Tuch leicht abreiben. Auch die biegsamen Ruten sind vielseitig verwendbar: Sie eignen sich zum Flechten von Zäunen, Körben oder als natürliche Beetumrandung.

Bienenfreundlichkeit

Noch bevor die Haselnuss ihr Laub entwickelt, öffnen sich meist im Februar oder März die Blüten. Die männlichen Kätzchen setzen große Mengen Pollen frei, was für viele Allergiker unangenehm ist, für Bienen jedoch von großem Nutzen. Zu einer Zeit, in der kaum andere Pflanzen blühen, liefert die Haselnuss reichlich Nahrung und hilft so, die erste Phase nach dem Winter zu überbrücken.

Angewiesen ist die Haselnuss auf die Insekten allerdings nicht, denn der Wind übernimmt die Bestäubung. Neben Bienen profitieren auch andere Tiere von der Haselnuss, vor allem Schmetterlingsraupen, aber auch Eichhörnchen, Siebenschläfer, verschiedene Mäuse und Vögel wie Kleiber, Buntspechte und Eichelhäher.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Mein Tipp

„Wer im Garten genug Platz hat, kann eine essbare Wildhecke anlegen. Neben der Haselnuss eignen sich hierfür u.a. Holunder, Schlehen, Kornelkirschen, Ölweiden, Mispeln, Felsenbirnen, Hagebutten-Rosen und Berberitzen. Solche artenreichen Hecken liefern nicht nur essbare Erträge, sondern bieten Insekten, Vögeln und vielen anderen Tieren Nahrung und Lebensraum und sind zudem eine optische Bereicherung.“

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