2. September 2026, 6:48 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Blattläuse gehören für viele Hobbygärtner zu den hartnäckigsten Problemen der ganzen Gartensaison. Gerade an frischen Trieben und Neuaustrieben sitzen die kleinen Sauger schnell in dichten Kolonien und schwächen die Pflanzen. Viele greifen dann zu einem Hausmittel, das schon die Großeltern kannten: Schmierseife. Doch wirkt das Mittel wirklich so zuverlässig, wie sein Ruf vermuten lässt? Um eine Antwort zu finden, hat myHOMEBOOK beim Nabu nachgefragt.
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Der wichtigste Tipp kommt vor der Seife
Bevor es um Schmierseife geht, hat Silvia Teich, Pressesprecherin vom Nabu, einen anderen Rat parat. „Der wichtigste Tipp für einen Garten mit vielen Blattläusen ist, Nützlinge zu fördern”, sagt sie. Gemeint sind vor allem vier Insektenarten, die Blattläuse mit Vorliebe fressen.
- Florfliegenlarven
- Marienkäfer und deren Larven
- Schwebfliegen
- Schlupfwespen
Damit sich diese natürlichen Helfer im Garten überhaupt ansiedeln, braucht es aus Sicht des Nabu vor allem eines: etwas Wildheit. „Im naturnahen Garten haben sie eine Chance, sich als natürliche Helfer zu entwickeln und die Blattlauspopulation in Schach zu halten”, erklärt Teich. Konkret empfiehlt sie, auf Gift und Kunstdünger zu verzichten und den Garten vielfältig mit heimischen Stauden und Gehölzen zu bepflanzen.
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Der erste Schritt bei Befall
Sind die Läuse trotzdem da, muss es nicht gleich Seife sein. „Wir würden empfehlen, Blattläuse zunächst mit einem Wasserstrahl von den betroffenen Pflanzen zu spülen”, so Teich. Diese einfache Methode funktioniere meistens gut, müsse allerdings öfter wiederholt werden, weil sich neue Läuse schnell wieder ansiedeln.
Jauchen und Aufgüsse bei starkem Befall
Erst wenn der Befall stärker ausfällt, rät der Nabu zu Aufgüssen oder Jauchen, mit denen die Pflanzen besprüht werden. Ein Aufguss mit Seifenkraut etwa kann klebrige Blattläuse ablösen, weil die Pflanze einen seifenähnlichen Stoff enthält, der die Klebestoffe der Läuse auflöst. Rainfarn wirkt anders, er enthält Stoffe, die die Läuse direkt abtöten. Beide Pflanzen entfalten laut Teich schon kurz nach dem Aufsprühen ihre Wirkung. Auch Jauchen aus Brennnessel, Ackerschachtelhalm oder Knoblauch eignen sich als natürliches Mittel gegen Blattläuse.
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Und wie wirkt Schmierseife jetzt genau?
Damit sind wir bei der eigentlichen Ausgangsfrage. „Schmierseife wirkt ähnlich wie Seifenkraut”, erklärt Teich. „Sie löst die klebrigen Läuse von der Pflanze ab.“ Statt die Tiere chemisch zu vergiften, macht die Seife die Oberfläche also schlicht zu glatt und rutschig, um sich noch festzusaugen.
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Sparsam und gezielt statt großflächig
Eine Studie zur Schlupfwespe Aphidius colemani zeigt aber auch die Grenzen dieser Vorsicht. Erwachsene Wespen sterben ab einer bestimmten Seifenkonzentration, ihre Larven im Inneren der Blattläuse blieben dagegen unbeschädigt. Die Forscher empfehlen deshalb, Seife im Gewächshaus einen Tag vor dem Aussetzen solcher Nützlinge einzusetzen, statt beides gleichzeitig zu tun.
Am Ende bleiben für Hobbygärtner also mehrere Stufen. Zuerst Nützlinge fördern und dem Garten etwas Wildheit zugestehen. Dann bei akutem Befall zum Wasserstrahl greifen. Und erst wenn das nicht reicht, gezielt und sparsam zu Schmierseife oder pflanzlichen Aufgüssen greifen. Wirken tut sie, das bestätigt auch der Nabu, nur eben nicht als Freifahrtschein für den ganzen Garten.