Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Gärtner aufgepasst

Viele Gartenbesitzer übersehen diese Hitzeschäden an Bäumen

Hitzeschäden Bäume
Auch große, gesunde Bäume können unter Hitze leider Foto: Getty Images
Artikel teilen
Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

28. August 2026, 6:16 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wenn der Rasen knusprig wird, gerät der gesamte Garten in Stress. Auch die Bäume. Gartenexpertin Katharina Petzholdt erklärt, woran man Hitzeschäden an Bäumen erkennt und wie man helfen kann.

Die Blätter hängen schlaff herab, färben sich vorzeitig braun und fallen ab. Heiße Tage setzen Bäumen zu, besonders dann, wenn die Hitzephasen länger dauern. Die Klimakrise sorgt dafür, dass das immer häufiger passiert, auch im eigenen Garten. Allerdings sind die hohen Temperaturen allein meist gar nicht das Hauptproblem. Hitzeschäden an Bäumen entstehen vor allem durch die Trockenheit, die die Hitze im Schlepptau hat. Haben Bäume nicht mehr genug Wasser, ziehen sie die Notbremse und schließen die Spaltöffnungen in ihren Blättern. Das spart zwar Feuchtigkeit, stoppt aber gleichzeitig die Kohlendioxid-Aufnahme – der Baum schützt sich vor dem Verdursten, fängt dadurch aber an zu hungern.

Anzeichen für Hitze- und Trockenstress

Am Anfang rollen sich die Blätter oft tagsüber ein und öffnen sich erst abends wieder. Hält die Trockenheit zu lange an, geben sich viele Bäume herbstlich. Die Blätter färben sich vorzeitig gelb oder braun und fallen ab. Auch Früchte – von der Eichel bis zum Apfel – werfen Bäume noch vor der Reife ab. Sie trennen sich von allem, was sie nicht mehr versorgen können. Bleibt es weiterhin trocken, drohen Kronen- und Wurzelschäden, die aber manchmal erst Wochen nach der eigentlichen Hitzeperiode sichtbar werden. Sogar komplette, voll belaubte, gesund wirkende Äste können durch starken Trockenstress unerwartet abbrechen.

Auch Bäume können einen Sonnenbrand bekommen. Meist tritt er an der Süd- oder Südwestseite des Stammes auf. Typische Anzeichen sind unter anderem verfärbte Rindenbereiche, aufplatzende Rinde oder eingesunkene Stellen am Stamm. Da diese Schäden manchmal zeitverzögert auftreten, ist eine klare Zuschreibung nicht immer ganz leicht. Blätter und Früchte können ebenfalls von Sonnenbrand betroffen sein. Blätter bekommen helle Flecken und oft eine papierartige Struktur. Früchte bekommen sonnenseits helle, weiche, teils eingesunkene Stellen. Besonders gefährdet sind Bäume, die plötzlich freigestellt werden – etwa nach dem Fällen eines Nachbarbaums.

Auch interessant: Wie Schwammgärten Ihre Pflanzen reguliert mit Wasser versorgen

Welche Bäume besonders gefährdet sind

Hitze und Trockenheit setzen besonders jungen Bäumen zu. Ihre Wurzeln reichen noch nicht bis in die tieferen, feuchteren Bodenschichten, aus denen sich ältere Exemplare auch in längeren Trockenphasen bedienen können. Der Vorsprung der Alten ist aber keine Garantie: Hält die Dürre zu lange an, geraten auch etablierte Bäume an ihre Grenzen.

Großblättrige Arten wie Bergahorn oder Sommerlinde verdunsten über ihre große Blattfläche besonders viel Wasser und verbrauchen die Reserven im Boden dadurch schneller. So geraten sie früher in Stress als Bäume, die genügsamer sind. Zu ihnen zählen etwa Feldahorn, Hainbuche, Kornelkirsche oder Elsbeere: Sie kommen mit knappen Wasserreserven besser zurecht und gelten zunehmend als Alternative bei Neupflanzungen.

Mehr zum Thema

Können sich Bäume von Hitze- und Trockenstress wieder erholen?

Betroffene Bäume können sich meist recht schnell erholen, wenn rechtzeitig genug Wasser nachkommt. Selbst schlaff hängende Blätter richten sich dann meist innerhalb weniger Tage wieder auf. Schwieriger wird es bei Kronen- und Wurzelschäden: Sie heilen nicht vollständig aus, sondern werden über mehrere Jahre langsam ausgeglichen, nicht in einer einzigen Saison. Ein Baum, der einmal stark unter Trockenstress gelitten hat, bleibt zudem länger anfällig für Schädlinge und Pilze, die geschwächte Bäume leichter befallen.

Was Gartenbesitzer in Hitzewellen tun können

Die wichtigste Regel in heißen und trockenen Phasen: Gießen! Und zwar nicht täglich ein bisschen, sondern lieber weniger oft und dafür durchdringend. Wobei „durchdringend“ viel mehr ist, als Hobbygärtner oft vermuten. Als grober Richtwert gelten für jüngere Bäume 50 bis 100 Liter Wasser pro Gießgang, bei anhaltender Trockenheit etwa einmal pro Woche. Damit das Wasser nicht einfach oberflächlich wegfließt, braucht es Zeit zum Einsickern. Hier helfen ein angehäufter Erdwall um den Baum herum oder spezielle Gießsäcke, die das Wasser über Stunden tröpfchenweise an den Boden abgeben. Ältere, größere Bäume brauchen erheblich mehr. Weil ihre Feinwurzeln, mit denen sie Nährstoffe und Wasser aufnehmen, oft im äußeren Kronenbereich liegen, sollte das Wasser vorzugsweise dort ausgebracht werden.

Mulchen ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, Bäume in ihrem Wasserhaushalt zu unterstützen. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und schirmt ihn gleichzeitig vor Hitze von außen ab.

Ein Weißanstrich am Stamm ist längst nicht mehr nur Winterschutz. Im Sommer reflektiert die weiße Farbe das intensive Sonnenlicht, senkt die Temperatur der Rinde und kann so helfen, Risse zu verhindern, durch die später Krankheitserreger eindringen könnten.

Vorbeugend hilft außerdem, bei der Sortenwahl von vornherein auf Hitze- und Trockenheitstoleranz zu achten.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.