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Schädling im Garten

Gelber Rasen? Junikäfer könnten schuld sein!

Junikäfer im Garten bekämpfen
Der Junikäfer wird auch „Gerippter Brachkäfer“ genanntFoto: dpa picture alliance

Mal wieder kahle, gelbe Stellen im Rasen entdeckt? Eine gute Nachricht: Es muss nicht unbedingt an der falschen Pflege liegen. Es gibt einen Schädling, der für einen unschönen Rasen sorgt und sich des Öfteren mal in Klein- und Hausgärten verirrt: der Junikäfer.

Ende Mai, Anfang Juni ist es wieder so weit: Die Invasion der Junikäfer beginnt. In der Abenddämmerung schwirren dann Horden von dicken, haarigen Käfern umher. Wobei „schwirren“ eine fast zu elegante Bezeichnung ist. Denn eigentlich wirken die Insekten, als hätten sie zu viel von vergorenen Früchten genascht. Sie torkeln ziellos durch die lauen Sommernächte, immer auf der Suche nach einem paarungsbereiten Käfer. Wegen ihres markanten Flugstiels nennt man die Insekten auch Torkelkäfer.

Engerlinge des Junikäfers sind sehr gefräßig

Als wollten sie es noch einmal richtig krachen lassen, zieht es viele paarungswillige Junikäfer oftmals auch in die Städte. Nicht selten verirren sich die dicken Brummer dabei im Haar erschrockener Großstädter, knallen gegen Fenster oder landen im Bierglas. Die einen reagieren mit Panik, andere finden die pelzigen Käfer faszinierend. Allen aber sei gesagt, für Menschen sind Junikäfer ungefährlich. Ob in der Stadt oder auf dem Land – sobald sich die Tiere gepaart haben, sterben die Männchen. Die weiblichen Exemplare haben noch etwas mehr Lebensspanne. Sie legen noch bis zu 40 Eier ab, bevor auch sie sterben.

Die Eier, die die Käfer in der Erde ablegen, haben es jedoch in sich. Besser: Die Engerlinge. So nennt man die Larven, die aus den befruchteten Eiern schlüpfen. Bevor aus einem Engerling ein ausgewachsener Junikäfer wird, vergehen zwei stolze Jahre. Während dieser Zeit lebt die Larve zumeist in der Erde. Und legt einen ungemeinen Appetit an den Tag.

Gelbe Flecken im Rasen deuten auf Engerlinge hin

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Wurzeln von Zier- oder Wildpflanzen handelt. Aber auch Gräser werden nicht verschmäht. Sehr zum Verdruss vieler Hobbygärtner: Sind die Wurzeln angeknabbert, geht die Pflanze rasch ein.

Ein untrügliches Zeichen, es mit Engerlingen zu tun zu haben, sind beispielsweise gelbe Flecken im Rasen. Auch wenn man noch so viel wässert, die geschädigten Stellen vertrocknen nach und nach. Schließlich lassen sich die wurzellosen Grasbüschel locker mit der Hand aus der Erde ziehen. Übrig bleiben hässliche Löcher im Rasen.

Nematoden bekämpfen Junikäfer

Der Einsatz von Nematoden kann helfen, einen Befall von Junikäfern vorzubeugen. Und das ohne die dicke Chemiekeule! Sehr gut hat sich hierbei die Gattung „Heterorhabditis bacteriophora“ bewährt. Das sind winzige Fadenwürmer, die in die Engerlinge eindringen und dort ein Bakterium absondern. Als Folge sterben die Engerlinge innerhalb von zwei bis drei Tagen ab. Nematoden wie „Heterorhabditis bacteriophora“ bekommt man im Gartencenter, Fachhandel oder online.

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Wie werden Nematoden eingesetzt?

Nematoden sind empfindlich gegenüber UV-Licht. Deshalb sollte man sie in der Dämmerung oder bei bedecktem Himmel ausbringen. Den Inhalt der Packung zuerst in einem Eimer mit zwei bis fünf Litern warmem Wasser auflösen. Anschließend wird diese Stammlösung in mindestens zehn Litern Wasser verdünnt. Bei kleineren Flächen reicht meist eine Gießkanne zum Ausbringen, bei größeren Flächen eignet sich eine Karrenspritze oder eine Dosierpumpe.

Tipp: Nematoden sinken in der Flüssigkeit schnell zu Boden. Um eine gleichmäßige Verteilung auf den befallenen Stellen zu gewährleisten, sollte das Gießwasser mit den Fadenwürmern ab und zu umgerührt werden. Damit Nematoden gut ins Erdreich einsickern können, sollten die bespritzten Pflanzen abschließend mit weiterem klaren Wasser begossen werden. Bei starkem Befall durch Junikäfer muss die Behandlung mit Nematoden wiederholt werden.

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Dichter Rasen bietet Schutz vor dem Junikäfer

Ein sorgsam gepflegter Rasen bietet einen guten Schutz vor Junikäfern. Regelmäßiges Mähen (nicht zu kurz) und Düngen erhöht die Dichte der Grasnarbe des Rasens. Junikäfern haben es dann schwerer, ihre Eier in der Erde abzulegen.