25. Februar 2026, 14:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im Netz kursiert ein einfacher Gartentrick: Eine Kupfermünze in der Vogeltränke soll helfen, Algenbildung zu reduzieren. Tatsächlich steckt dahinter ein chemischer Effekt. Doch eine Expertin rät von dieser Praxis ab.
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Warum legen manche eine Kupfermünze ins Vogelbad?
Eine Vogeltränke im Garten oder auf dem Balkon ist für viele heimische Vogelarten eine wichtige Wasserquelle – nicht nur im Sommer. Allerdings bilden sich im stehenden Wasser mit der Zeit Algen. Um das hinauszuzögern, soll es helfen, eine Kupfermünze ins Wasser zu legen. Diese Praxis empfiehlt etwa der Gartenexperte Sam Stevens auf der englischen Nachrichtenseite „Daily Express“.
Der Gedanke dahinter: Kupfer wirkt algenhemmend. Das Metall gilt als sogenanntes Biozid – also als Stoff, der das Wachstum von Mikroorganismen wie Algen, Bakterien oder Pilzen hemmen kann. Aus Kupfer können sich im Wasser geringe Mengen Kupferionen lösen, die für Algen toxisch wirken und ihr Wachstum bremsen.
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Funktioniert das wirklich?
Tatsächlich kann Kupfer in bestimmten Konzentrationen:
- Zellwände von Algen schädigen
- die Photosynthese beeinträchtigen
- Enzymprozesse stören
Dadurch wird das Algenwachstum verlangsamt. Komplett verhindern lässt es sich jedoch nicht. Außerdem sind die in Deutschland verbreiteten 1-, 2- und 5-Cent-Münzen keine reinen Kupfermünzen, sondern bestehen aus einem Eisenkern mit Kupferbeschichtung.
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Naturschützerin rät von Kupfermünze in Vogeltränke ab
Aus Sicht des Naturschutzes ist der Trick jedoch nicht empfehlenswert. „Wir empfehlen nicht, Kupfermünzen in Vogeltränken zu legen“, stellt Silvia Teich, Pressesprecherin beim NABU, auf myHOMEBOOK-Nachfrage klar. „Bei einer Vogeltränke ist Sauberkeit sehr wichtig, damit sich über die Tränken keine Krankheiten verbreiten. Daher müssen die Tränken täglich mit einer Bürste gesäubert und mit frischem Wasser befüllt werden.“ Auf diese Weise können Algen gar nicht erst entstehen.
Teich weist dabei allerdings auf ein anderes Problem hin. Laut der Expertin sind „Algen sicher nicht das größte Problem bei Vogeltränken“. Vielmehr sind es die Keime, die sich im stehenden Wasser schnell vermehren.
Worauf es bei Vogeltränken wirklich ankommt
Entscheidend für die Gesundheit der Tiere ist vor allem Hygiene:
- Wasser täglich wechseln
- Tränke mit einer Bürste gründlich reinigen
- keine chemischen Zusätze verwenden
- flache, leicht zu säubernde Gefäße nutzen
Auch wenn Kupfer grundsätzlich algenhemmend wirkt, raten Naturschutzexperten davon ab, Münzen in Vogeltränken zu legen. Entscheidend ist kein vermeintlicher Trick, sondern die konsequente Reinigung und frisches Wasser.