25. März 2026, 14:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Marder sind verspielte und neugierige Wildtiere. Beim Erkunden ihrer Umgebung kann der Weg auch mal durch menschliche Gärten führen. Das Gemüse im Beet sowie das Obst von Hecken und Bäumen sind gefundene Leckerbissen für die Tiere. Fühlen sich Marder dann besonders wohl, kann es sogar dazu führen, dass sie sich in den kalten Monaten im Gartenschuppen einen Unterschlupf herrichten. Was Gartenbesitzer dann tun sollten, erklärt myHOMEBOOK.
Ist die Rede von Mardern, können verschiedene Tiere gemeint sein. Es kann sich zum einen auf die Familie der Marderartigen beziehen. Damit sind hundeartige Raubtiere gemeint, wie Dachse, Otter, Iltisse, Wiesel und Nerze. Umgangssprachlich sind jedoch vorwiegend Baummarder (Martes martes) und Steinmarder (Martes foina) gemeint. Erkunden diese „echten Marder“ menschliche Gärten, stellt sich oft die Frage: vertreiben oder akzeptieren?
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Welche Spuren hinterlassen Marder im Garten?
Stein- und Baummarder sind reinliche Tiere. Ganz ähnlich wie Katzen pflegen sie nicht nur ihr weiches Fell ausgiebig, sondern suchen sich auch einen separaten Toilettenplatz aus. Ihr Schlafplatz und ihre Futterstelle sind ebenfalls getrennt voneinander. Ein Hinweis auf Marder im eigenen Garten kann also die Toilette der Tiere sein. Findet man an einem Ort vermehrt den Kot der Tiere oder vielleicht auch Beutereste vor, lebt das Tier vermutlich nicht weit entfernt.
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Ein weiterer Hinweis können zerwühlte Gartenbeete sein. Die Pfotenabdrücke der Tiere sind etwa vier bis fünf Zentimeter groß. Dabei sichtbar: ihre Krallen. Marder sind keine großen Raubtiere und werden nicht größer als die gängigen Hauskatzen. Trotz ihrer überschaubaren Größe können die nachtaktiven Wildtiere viel Lärm erzeugen. Schrille Schreie sind insbesondere bei Revierkämpfen zu hören. Apropos Revier: Um ihr Revier zu markieren, verteilen Marder über ihre Duftdrüsen ihren für Menschen übel riechenden Geruch. Hauswände, Garagen und Gartenlauben sind davor nicht geschützt.
Sind Marder gefährlich?
Obwohl Marder neugierige Tiere sind, zeigen sie sich dem Menschen gegenüber meist scheu. In der Regel vermeiden sie den direkten Kontakt und ziehen sich rasch zurück, sobald sie eine Begegnung wittern. Wer dennoch das Glück hat, einen Marder mit eigenen Augen zu sehen, braucht keine Angst zu haben. Für den Menschen geht von dem Wildtier in der Regel keine Gefahr aus.
Gefährlich kann der Marder allerdings für Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hühner werden. Als Allesfresser stehen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrungsquellen auf seinem Speiseplan: Nüsse, Früchte, Eier und Fleisch. Vorrangig ist der Marder jedoch ein Raubtier, das geschickt Mäuse, Insekten, Frösche und Vögel jagt. Ein gesicherter Stall für Tiere, die im Freien leben, ist in jedem Fall dringend zu empfehlen.
Marder als Gesundheitsrisiko
Im Gegensatz zu Haustieren wird der Marder als Wildtier nicht regelmäßig gegen Würmer oder andere Parasiten behandelt. Über Kot und Speichel kann er daher Krankheiten sowohl auf Menschen als auch auf Haustiere übertragen.
Neben Bandwürmern und anderen Parasiten können auch Virusinfektionen wie Tollwut von Mardern ausgehen. Besteht der Verdacht auf eine Ansteckung – sei es beim Kind, beim Haustier oder bei einem selbst –, sollte umgehend ein Arzt oder Tierarzt aufgesucht werden.
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Was tun, wenn ein Marder im Garten ist?
Es ist durchaus nachvollziehbar, wenn man Marder im Garten nicht dulden möchte. Die Wildtiere können Schäden verursachen, Krankheiten übertragen und für im Garten lebende Kleintiere zur Gefahr werden. Zudem ist der Weg ins Haus oft nicht weit – und dort möchte wohl niemand die neugierigen Besucher haben.
Um Stein- und Baummarder effektiv zu vertreiben, sollte die Umgebung möglichst ungemütlich und unattraktiv für sie gestaltet werden. Zunächst gilt es, attraktive Futterquellen zu eliminieren. Dazu zählen etwa der Kompost und die Mülltonnen. Sie sollten immer abgedeckt sein. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) informiert, sollte man auch Futterreste der eigenen Tiere wegräumen. Füttert man die Katze auf der Terrasse, den Teller also nicht zu lange stehen lassen.
„Marder meiden Menschengeruch“, erklärt Wildbiologe Dr. Hans-Heinrich Krüger myHOMEBOOK. Krüger hat das Verhalten von Steinmardern erforscht und weiß, dass man die Tiere mit üblen Gerüchen vertreiben kann. Insbesondere Schweißgeruch, etwa in Form einer getragenen Socke, sei effektiv. Auch durch Lärm und plötzliches Licht (etwa durch Bewegungsmelder) kann der Garten für den Marder unattraktiv werden. Am besten kombiniert man die Maßnahmen miteinander und tauscht sie regelmäßig aus.
Marder sind schlaue Tiere, die sich durch Lärm, Geruch und Licht nicht gestört fühlen, sobald sie gemerkt haben, dass keine Gefahr ausgeht. Durch diese Methoden ließen sich die Tiere jedoch leider nicht unbedingt dauerhaft vertreiben, so der NABU. Wildbiologe Krüger bestätigt myHOMEBOOK: „Nach einiger Zeit kommen Marder wieder zurück.“
Wichtig: Das Einfangen der Tiere ist nicht erlaubt. Um die Tiere mit einer Lebendfalle einzufangen und umzusiedeln, benötigt man die Erlaubnis einer Naturschutzbehörde (§ 44 BNatSchG).
Stehen Marder unter Naturschutz?
Marder stehen in Deutschland zwar nicht unter dem allgemeinen Artenschutz, unterliegen jedoch dem Jagdrecht. Das bedeutet, dass das Fangen und Töten nur Menschen mit entsprechendem Jagdschein zusteht. In der Schonzeit von März bis Oktober ist die Jagd auf die Tiere gänzlich verboten. Marder ziehen in dieser Zeit ihre Jungen groß. Wer die Tiere ohne Jagdschein oder in der Schonzeit tötet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro rechnen.