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Wie man Tierkot im Garten erkennt und richtig zuordnet

Auch Waschbären sind immer heimliche Gäste in heimischen Gärten
Auch Waschbären sind heimliche Gäste in heimischen GärtenFoto: Getty Images

Findet man Tierkot im eigenen Garten vor, ist das in den meisten Fällen ein eindeutiger Hinweis auf ungebetene Besucher – zumindest, wenn man kein eigenes Haustier hat. Aber auch Wildtiere verirren sich hin und wieder auf Nahrungssuche im Garten und hinterlassen ihre Spuren. Wenn man den Fund analysiert, lassen sich oft Hinweise auf die Herkunft erkennen. Allerdings sollte man bei einigen Hinterlassenschaften vorsichtig sein – sie können Krankheiten übertragen.

Manche Tiere, unter anderem Ratten oder Marder, gehören eher zu den ungeliebten Eindringlingen im heimischen Garten. Andere Wildtiere, etwa Füchse, können durch ihren Kot sogar gefährliche Krankheiten und Parasiten übertragen. Schaut man sich zunächst Größe, Form und Farbe des Kots genauer an, so lässt sich eingrenzen, um welches Tier es sich handelt. Neben Tierkot im Garten gibt es in vielen Fällen auch weitere Indizien, die auf tierische Gäste hindeuten. Dazu zählen etwa Fraßspuren an Obstbäumen, Kratzer an Holz oder Löcher im Boden.

Tierkot im Garten erkennen und zuordnen

Wichtig vorab: In vielen Fällen ist eine eindeutige Identifikation durch Tierkot nur schwer möglich, da die Spuren je nach aufgenommener Nahrung, Alter des Tieres und Verwesungsstadium des Kots variieren können. Zudem ähneln sich manche Losungen von Wildtieren, wie es bei Jägern heißt, stark. Je nachdem, ob das Tier mehr pflanzliche oder fleischliche Nahrung zu sich genommen hat, kann sich dies auf die Beschaffenheit des Kots auswirken. Eine eindeutige Analyse bietet etwa das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit an, an das man Probematerial für den Labortest und Fotos senden kann.

Dennoch können Gartenbesitzer anhand einiger Merkmale feststellen, wer hier seine Hinterlassenschaft platziert hat. Hinweise zu Fährten und Spuren liefert auch der Deutsche Jagdverband in einer Broschüre.

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Wie entsorgt man Tierkot richtig?

Auch wenn es sich bei Tierkot – egal, woher er stammt – um organisches Material ist, darf man es weder bedenkenlos auf dem Komposthaufen noch in der Biotonne entsorgen. Der Hintergrund: Kot von fleischfressenden Tieren kann eine Menge Parasiten, Bakterien und Krankheitserreger enthalten. Der Bandwurm im Fuchskot kann auch für Menschen gefährlich sein. Tierkot sollte deshalb nur mit Handschuhen angefasst werden, was sich eigentlich von selbst versteht. Am besten benutzt man Einweghandschuhe, die man dann direkt mit entsorgt.

Generell gilt: Tierkot kommt in einem verschlossenem Beutel in die Restmülltonne. In der Müllverbrennungsanlage werden die Parasiten zuverlässig abgetötet. Nach dem Entsorgen die Hände gründlich waschen.

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1. Katze

Der Kot von Katzen ist häufig in Wohngebieten vorzufinden, vor allem wenn es in der Nachbarschaft Freigängerkatzen gibt. Ihre Hinterlassenschaften im Blumenbeet oder gar im Sandkasten sind jedoch weniger beliebt, riechen sie doch recht streng. Doch bevor man das Gespräch mit dem katzenbesitzenden Nachbarn sucht, sollte man den Tierkot genau unter die Lupe nehmen. Er ähnelt nämlich stark dem Kot des Marders. Im Gegensatz zu Mardern vergraben Katzen ihren Kot jedoch in weicher Erde.

  • Größe und Form: länglich, rund zwei Zentimeter lang
  • Farbe: tiefbraun, keine sichtbaren Pflanzenreste und -fasern (im Gegensatz zu Mardern)
  • Geruch: Penetrant und auffällig (ebenso bei Mardern)
So sieht der Kot der Hauskatze aus
So sieht der Kot der Hauskatze ausFoto: picture alliance / blickwinkel/L. Lenz | L. Lenz

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2. Marder

Marder gehören zu den ungebetenen Gästen im Garten und auf dem heimischen Dachboden. Genauer handelt es sich dabei um den Steinmarder, der sich hier einnistet und seinen Nachwuchs großzieht. Marder ernähren sich pflanzlich und tierisch, was ihren Kot dann auch vom Kot von Hauskatzen unterscheidet. Bei genauer Betrachtung sieht man im Marderkot Reste von Obstkernen, Pflanzenfasern oder Nüssen. Im Gegensatz zu Katzen vergraben Marder ihre Hinterlassenschaft nicht in der Erde. Marder haben einen eigenen „Toilettenplatz“, der nach der Säuberung wechselt.

  • Größe und Form: wurst- oder spiralförmig, zwei Zentimeter dick und bis zu zehn Zentimeter lang
  • Farbe: Dunkelgrau bis schwarz, pflanzliche Nahrungsreste sichtbar
  • Geruch: intensiv und unangenehm
Im Kot des Steinmarders lassen sich oft Reste der Nahrung erkennen
Im Kot des Steinmarders lassen sich oft Reste der Nahrung erkennenFoto: picture alliance / WILDLIFE | WILDLIFE/G.Synatzschke

3. Ratte

Ratten können gefährliche Krankheiten übertragen, weshalb man ihnen – und auch deren Kot – mit äußerster Vorsicht begegnen sollte. Den Kot auf keinen Fall mit dem Staubsauger entfernen, da sich sonst Bakterien durch die Luft verbreiten können. Dagegen hilft es, den Kot von Ratten und auch Mäusen mit Wasser zu benetzen, damit keine Partikel aufgewirbelt werden. Der Kot unterscheidet sich bei Wander- und Hausratten.

Hausratte

  • Größe und Form: bis zu zwei Zentimeter, bananenförmig, runde Enden, weniger breit und weitläufig verstreut
  • Farbe: Schwarz
  • Geruch: beißend

Wanderratte

  • Größe und Form: bis zu zwei Zentimeter, Breit und spindelförmig, runde Enden, liegt in kleinen Grüppchen
  • Farbe: Braun bis Schwarz
  • Geruch: beißend
Der Kot der Wanderratte (hier im Bild) unterscheidet sich von der Hausratte
Der Kot der Wanderratte (hier im Bild) unterscheidet sich von der HausratteFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

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4. Maus

Auch der Kot von Mäusen kann für den Menschen gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Konkret geht es dabei um den sogenannten Hantavirus, der sogar Nierenschäden auslösen kann. Deshalb sollte man beim Entfernen des Tierkots äußerste Vorsicht walten lassen und Handschuhe sowie eine Atemschutzmaske tragen. Der getrocknete Kot kann beim Fegen leicht in die Luft und damit in die Atemwege gelangen.

  • Größe und Form: kleiner als bei der Ratte, reiskornförmig, zwischen drei bis acht Millimeter
  • Farbe: je nach Nahrung braun, grünlich, grau oder schwarz
  • Geruch: Meistens geruchlos
Der Kot der Waldwühlmaus
Der Kot der WaldwühlmausFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

5. Igel

Der Igel ist eigentlich ein beliebter Besucher im Garten, da er viele Schädlinge, wie unter anderem Schnecken, vertilgt. Das Gemüsebeet interessiert ihn hingegen weniger. Wenn Sie den Tierkot eines Igels im Garten vorfinden, können sie ihm mit einem selbst gebauten Igelhaus helfen. Außerdem fühlen sich die Stacheltiere im Blätterhaufen wohl. Igel setzen Kot im Laufen ab und verteilen diesen über eine größere Fläche im Garten.

  • Größe und Form: Walzenförmig, spitzes Ende, drei bis vier Zentimeter lang und einen Zentimeter dick
  • Farbe: Tiefschwarz glänzend, enthält oft Reste von Insektenpanzern, Obstreste oder Federn
  • Geruch: eher mild
Findet man Igelkot im Garten, ist das ein gutes Zeichen
Findet man Igelkot im Garten, ist das ein gutes ZeichenFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

6. Fuchs

Obwohl der Fuchs ein scheues und nachtaktives Tier ist, sucht er dennoch die Nähe des Menschen und bedient sich am Nahrungsangebot im Garten – nicht nur auf dem Land. Vor allem Komposthaufen, Mülltonnen oder Beerensträucher sind ein beliebtes Ziel nächtlicher Streifzüge. Der Tierkot vom Fuchs ist im Garten recht leicht zu erkennen, kann aber auch den Hinterlassenschaften von Marder oder Dachs ähneln. Ein wichtiges Merkmal für den Fuchs sind etwa Kirschkerne im Kot.

  • Größe und Form: wurstförmig mit spitzem Ende, bis zu zehn Zentimeter lang und zwei Zentimeter dick
  • Farbe: grau bis schwarz, enthält oft Nahrungsreste wie Haare, Obstkerne oder Samen
  • Geruch: Unangenehm und intensiv
Bei Fuchskot sollte man äußerst vorsichtig sein, da Ansteckungsgefahr mit dem Bandwurm besteht
Bei Fuchskot sollte man äußerst vorsichtig sein, da Ansteckungsgefahr mit dem Bandwurm besteht Foto: picture alliance / blickwinkel/D. Maehrmann | D. Maehrmann

Wichtig: Der Kot von Füchsen sollte sofort im Restmüll entsorgt werden, aber auf keinen Fall mit der bloßen Hand. Es besteht die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren.

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7. Feldhase

Da der Lebensraum für Feldhasen aufgrund von Bebauung und Versiegelung der Landschaft immer enger wird, weichen die scheuen Nager immer häufiger auf Gärten aus. Denn hier finden sie Nahrung im Überfluss und sind auch geschützter vor Raubvögeln. Feldhasen haben es auf pflanzliche Nahrung wie Salat, Obst und Rinde von Bäumen und Sträuchern abgesehen. Der Tierkot ist demnach recht leicht zu bestimmen.

  • Größe und Form: feste, runde Köttel
  • Farbe: im Winter gelb oder hellbraun, im Sommer dunkelbraun, enthalten Pflanzenteile
  • Geruch: Eher unauffällig
Die Losung des Hasen besteht aus kleinen Kötteln
Die Losung des Hasen (hier: eurasischer Schneehase) besteht aus kleinen KöttelnFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

8. Reh

Vor allem auf dem Land und in unmittelbarer Nähe zu einem Wald kann es vorkommen, dass sich Rehe in den heimischen Garten verirren. Dabei haben sie es auf Knospen, Kräuter und junge Triebe an Bäumen, Sträuchern und auch Rosen abgesehen. In der Regel treten die Tiere im Rudel auf, sodass ein Besuch im heimischen Garten auch deutlich am Befall der Pflanzen sichtbar ist.

  • Größe und Form: kugel- oder zylinderförmige Köttel im Winter, bis zu eineinhalb Zentimeter lang und ein Zentimeter breit, im Sommer größere Haufen
  • Farbe: Dunkelbraun bis schwarz glänzend
  • Geruch: Eher unauffällig
Der Kot eines Rehs ist deutlich erkennbar
Der Kot eines Rehs ist deutlich erkennbarFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

9. Wildschwein

Wenn eine Horde Wildschweine ihren Weg in den heimischen Garten gefunden hat, muss man nicht erst lange nach Tierkot suchen, um die Übeltäter zu erkennen. Die Wildtiere ziehen eine deutliche Spur der Verwüstung nach sich. Sie sind Allesfresser, die sich von Pflanzen, Baumfrüchten, Insekten, Eiern, aber auch von Mäusen und dem Nachwuchs kleinerer Säugetiere ernähren.

  • Größe und Form: wurstförmig, aus zusammenhängenden Klumpen bestehend, etwa sieben Zentimeter lang
  • Farbe: Dunkelgrau bis schwarz
  • Geruch: markant und intensiv, je nach Nahrung
Der Kot des Wildschweins besteht aus einzelnen Ballen
Der Kot des Wildschweins besteht aus einzelnen BallenFoto: picture alliance / WILDLIFE | WILDLIFE/ D.Harms

10. Dachs

Dachse werden auch von Obst oder Küchenabfällen in heimische Gärten gelockt. Finden sie dort gute Bedingungen wie lockeren Boden und Gebüsch vor, kann es auch vorkommen, dass sie mit dem nächtlichen Bau eines Dachsbaus beginnen. In der Nähe des Zugangs befindet sich dann auch der Ort, an dem sie ihren Kot hinterlassen – auch Dachslatrine genannt. Dabei handelt es sich um ein längliches Erdloch.

  • Größe und Form: unterschiedlich, je nach Nahrung, verschiedene Konsistenzen
  • Farbe: braun oder grau, Reste von Beeren, Haaren oder Insekten erkennbar
  • Geruch: unterschiedlich, je nach Nahrung
Der Dachs legt seine Losung in sogenannte Dachslatrinen
Der Dachs legt seine Losung in sogenannte DachslatrinenFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

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11. Waschbär

So sieht Waschbärkot aus
So sieht Waschbärkot ausFoto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

Ist der Waschbär erst einmal in den Garten vorgedrungen, kann es auch passieren, dass das nachtaktive Tier versucht, in das Haus einzudringen. Vor allem von dem Inhalt der Mülltonnen wird er fast magisch angezogen, weshalb er auch in Städten zur Plage werden kann. Der Tierkot ist leicht zu verwechseln mit dem Häufchen eines Hundes. Allerdings befinden sich in der Losung des Dachses mitunter Haare von kleinen Nagetieren, die im Hundekot in der Regel nicht vorkommen. Da Waschbären – wie der Name bereits vermuten lässt – sehr reinliche Tiere sind, legen sie ihren Kot in erhöht liegenden Latrinenlöchern ab, ähnlich wie beim Dachs.

  • Größe und Form: ähnlich wie bei einem kleinen Hund
  • Farbe: unterschiedlich, je nach Nahrung, oft Nahrungsreste wie Haare enthalten
  • Geruch: stechend

Quellen
Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Deutsche Jagdverband

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