10. September 2026, 13:12 Uhr |
Lesezeit: 4 Minuten
Ein Igelhaus bietet den stacheligen Gartenbewohnern einen sicheren Rückzugsort für den Winter. Dort können sie ihren Winterschlaf halten und sind zugleich besser vor Fressfeinden wie Katzen geschützt. Unsere Video-Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie sich ein Igelhaus ganz einfach selbst bauen lässt.
Igel sind Wildtiere, die ihren Winterschlaf üblicherweise zwischen November und März halten. Um die Tiere zu unterstützen, kann man jetzt zum Herbstbeginn die Zeit nutzen und ihnen einen kleinen Unterschlupf bauen. Für unser Igelhaus haben wir unbehandeltes Fichtenholz und eine wasserfeste Siebdruckplatte als Dach verwendet. Neben den passenden Einzelteilen braucht es eine Säge, Schrauben und eine wetterfeste Lasur. Die ganze Anleitung finden Sie hier und im Video.
Für die Maße des Winterquartiers gibt es eine katzensichere Anleitung vom NABU, an der wir uns orientiert haben. Das Haus hat ein abnehmbares, schräges Dach, das wahlweise auch mit Scharnieren zum Aufklappen versehen werden kann. Bei der optischen Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Die myHOMEBOOK-Redaktion hat sich für den Schriftzug „IGEL HOTEL“ entschieden.
SchwierigkeitsgradAnfängerExperte
DauerKurzLang
KostenGünstigTeuer
Materialliste:
Holzbrett (hier Fichte, 150 x 40 cm, 2 cm stark)
Siebdruckplatte
Lasur
Holzschrauben
Schleifpapier
Werkzeugliste:
Akkuschrauber mit Holzbohrer
Stichsäge mit Sägeblatt
Schreinerwinkel
Zollstock
Bleistift
Pinsel
Igelhaus selbst bauen – Schritt für Schritt
Wenn man Material und Werkzeug parat hat, kann man mit dem Bauen des Igelhauses beginnen. So geht man dabei vor:
Maße anzeichnen: Mit Zollstock und Winkel die einzelnen Bauteile zuerst abmessen und mit dem Bleistift anzeichnen.
Teile aussägen: Mit der Stichsäge die Bauteile aussägen und anschließend die Kanten mit Schleifpapier entgraten.
Löcher vorbohren: Den passenden Holzbohrer wählen, damit das Holz beim Schrauben nicht reißt.
Bauteile verschrauben: Die Außenwände und die Trennwand an den Bohrungen mit Holzschrauben verbinden. Die Schrauben müssen dafür lang genug sein.
Leisten montieren: Nach dem Abmessen des Innenraums an der Unterseite des abnehmbaren Dachs (hier aus Siebdruckplatte) zwei Latten verschrauben. Alternativ kann man das Dach zum Aufklappen mit Scharnieren versehen.
Lasieren: Abschließend das fertige Häuschen noch mit Holzlasur für den Außenbereich anstreichen und nach Belieben verschönern.
Der Blick ins Innere des Igelhäuschens Foto: myHOMEBOOK
Damit es im Häuschen gemütlich wird, braucht es noch geeignetes Füllmaterial. Das natürlichste Nest besteht aus Laub und Heu. Besser noch eignet sich aber zerrissenes und zerknülltes Zeitungspapier, da dies nicht so viel Wasser aufsaugt und weniger anfällig für Schimmelbildung ist.
Igel mögen Gebüsche und Hecken. Am besten wird das Häuschen dort platziert. Wenn sich in der Nähe ein Laubhaufen befindet – umso besser. Die Unterkunft sollte zudem regen- und schneesicher sein, damit sich keine Staunässe bilden kann. Ein Platz mit direkter Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, da die Tiere sonst zu früh aus der Winterruhe aufwachen könnten und kein Futter vorfinden.
Hinweis: Igel sollten möglichst in Ruhe gelassen werden, während sie sich auf den Winterschlaf vorbereiten oder sich in der Ruhephase befinden. Es handelt sich um scheue und nachtaktive Tiere, keinesfalls um Haustiere!
Was tun, wenn man im Winter Igel im Garten findet?
Im Winter umherstreunende Igel oder gar Jungtiere können gefüttert werden. Da die stacheligen Tiere Fleischfresser sind, sollte das Futter genug Fett und Eiweiß enthalten, damit sie Reserven für den Winter haben. Katzennassfutter ohne Gelee, angebratenes Hackfleisch sowie Rührei schmecken und bekommen ihnen. Das Futter jedoch auf keinen Fall würzen. Zum Trinken kann Wasser in einem flachen Schälchen oder Teller bereitgestellt werden. Milch hingegen vertragen sie nicht. Nahrung und Wasser kommen in den kleinen „Eingangsbereich“ im Igelhaus, den größeren Raum nutzen die Tiere zum Schlafen.
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