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Stacheliger Besuch

Igel im Garten gefunden? Wie man sich richtig verhält 

Baby Igel
Achtung, stachelig! Es kann schon mal passieren, dass man im Garten Besuch von einem Igel bekommtFoto: Getty Images

Fühlen sich Igel in den Gärten von Hobbygärtnern besonders wohl und sicher, kann es vorkommen, dass sie dort ihren Winterschlaf halten. Wer die Tiere dabei stört, kann ihnen großen Schaden zufügen. Wie man sich richtig verhält, wenn man einen Igel im Garten findet, lesen Hobbygärtner in diesem Artikel.

Streift ein Igel durch den eigenen Garten, ist das ein gutes Zeichen. Wie auch bei anderen tierischen Besuchern deutet dies nämlich darauf hin, dass der Garten gesund ist und es schmackhaftes Futter für den stachligen Gesellen gibt – zum Beispiel Insekten, Schnecken und Fallobst. Im Herbst ist das besonders wichtig. In dieser Zeit gilt es, viel zu fressen und anschließend ein passendes Quartier für den Winter zu finden, etwa unter Laubhaufen oder anderen geschützten Ecken im Garten.

Wann halten Igel Winterschlaf?

Igel gehen, je nach Witterung, bereits ab Anfang Oktober in den Winterschlaf. Zuerst suchen sich die Männchen einen sicheren Unterschlupf für etwa fünf bis sechs Monate. Die Weibchen erst, wenn sie sich ein ausreichend großes Fettpolster nach der Jungenaufzucht zugelegt haben. Zuletzt gehen die jungen Igel in den Winterschlaf. Dabei sinkt die Körpertemperatur sowie der Herzschlag, die Atemfrequenz und weitere Werte der inneren Organe.

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Wie kann man dem Igel im Garten helfen?

Die wichtigste Grundlage ist ein naturnaher und damit igelfreundlicher Garten. Je mehr Unterschlupfmöglichkeiten die Tiere haben, desto besser. So gelten unter anderem eine grüne Hecke, ein Teich, Obstbäume sowie schützende Steinmauern, Laub- und Komposthaufen als wichtige Naturelemente für einen einladenden Lebensraum. Von englischem Rasen, exotischen Gehölzen und kleinmaschigen Zäunen sollte man ebenso absehen wie von der Verwendung mineralischer Dünger und chemischer Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Das perfekte Schlupfloch basiert auf natürlichen Materialien und besteht aus einem Haufen Totholz, etwas Reisig und Laub. Einen dauerhaften Zufluchtsort, der sich auch wunderbar zum Nisten eignet, bietet man den Tieren, wenn man den Reisighaufen zusätzlich mit einer Basis aus Feldsteinen versieht.

Natürlich kann auch der hauseigene Komposthaufen mit seinen vielen Schlupfwinkeln als Winterquartier oder Nistmöglichkeit herhalten. Ebenso freuen sich Igel über Baumstümpfe, hohle Bäume oder leer stehende Hasenbauten. Alternativ können Sie natürlich auch ein klassisches Igelhäuschen aus Holz oder eine aus Holzbeton gefertigte Igelkuppel oder -burg aufstellen. Mit Laub gefüllt schaffen Sie so ein weiteres Rückzugsgebiet. Stellen Sie zudem flache Schalen mit Frischwasser auf, falls Sie keinen Gartenteich haben.

In diesem Video erfahren Sie, wie man ein Igelhaus selbst bauen kann. Für die Maße haben wir uns an der Vorlage des Nabu orientiert:

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Welche Gefahren lauern auf Igel im Garten?

Igel stehen zwar auf dem Speiseplan einiger Wildtiere, allerdings ist der Mensch eine deutlich größere Gefahrenquelle. Darauf sollten Gartenbesitzer deshalb achten:

  1. Vorsicht beim Gebrauch von Gartengeräten! Durch das Rasenmähen vernichten Sie nicht nur etwaigen Lebensraum, sondern können Igel auch verletzen oder töten. Auch beim Umsetzen von Laubhaufen mit einer Mistgabel oder der Benutzung eines Laubsaugers sollte man vorsichtig sein.
  2. Maschendraht- und Elektrozäune in Bodennähe können tödliche Fallen für Igel sein. Auch in herabhängenden Vogelnetzen, Schnüren und Folien können sich Igel leicht verfangen.
  3. Minimieren Sie die Absturzgefahr für Igel an Kellertreppen, Schächten und Gartenteichen. Zusätzliche Stufen oder ein Brett als Rampe können lebensrettende Hilfsmittel an Gefahrenstellen sein.
  4. Hundehalter sollten ihren Vierbeiner im Blick haben. Viele Hunde jagen nicht nur aktive Igel, sondern holen diese auch aus Ihrem Winterschlafquartier.
  5. Keine Dosen und Müllsäcke im Garten liegen lassen. Darin können sich die Tiere schnell verfangen oder werden mit der Müllabfuhr abtransportiert.

Was tun, wenn man einen Igel gefunden hat?

Gerade im Herbst kann es passieren, einen Igel im Garten oder am Straßenrand zu finden. Viele fragen sich dann: Sollte ich dem Igel helfen oder ihn dem Lauf der Natur überlassen? Grundsätzlich gilt, dass nur verletzten oder kranken Tieren sowie Jungtieren und Igeln, die bei Dauerfrost und Schnee noch unterwegs sind, geholfen werden sollte.

Igel stehen laut dem Bundesnaturschutzgesetz in Deutschland unter Artenschutz und gelten sogar als besonders schützenswert. Das beinhaltet auch ein Zugriffsverbot, was bedeutet, dass man die Tiere nicht jagen, einsperren, verletzen oder gar töten darf. Eigentlich sollte dies selbstverständlich sein – Zuwiderhandlungen werden dennoch mit Bußgeld geahndet. Igelhilfe ist allerdings erlaubt, wenn es sich um „verletzte, hilflose oder kranke Tiere“ handelt, um es „gesund zu pflegen“. (§ 43 Abs. 6. BNatSchG). „Die Tiere sind unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbstständig erhalten können.“ Folgende Igel sind laut dem Bund Naturschutz auf fremde Hilfe angewiesen:

  • junge, verwaiste Igel
  • verletzte und kranke Igel
  • unterernährte Igel
  • Igel, die sich bei Eis und Schnee nicht im Winterschlaf befinden

Tipp: Finden Sie einen warmen und geschützten Platz für den gefundenen Igel und setzen Sie sich gegebenenfalls mit einem Tierarzt oder einer Igelauffangstation in Verbindung.

Sollte man einen gefundenen Igel füttern?

In freier Wildbahn nehmen Igel tierische Nahrung zu sich. Sie fressen vor allem Insekten und Käfer, etwa Laufkäfer, Larven von Schmetterlingen, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Obst und Gemüse fressen sie nicht. Beim Füttern sollte man sich an den natürlichen Essgewohnheiten orientieren. Als Igelfutter eignet sich Katzen- oder Hundefutter, Eier, gekochtes Geflügel- oder Hackfleisch. Zusätzlich kann man Weizenkleie oder Haferflocken geben. Außerdem gibt es spezielles Igeltrockenfutter im Fachhandel.

Übrigens: Igelkot erkennt man an dunkelbraunen bis schwarzen Würste von etwa drei bis sechs Zentimetern Länge. Hier erfahren Sie mehr über Tierkot im Garten.

Quellen:
Bund Naturschutz
Bundesnaturschutzgesetz

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