27. August 2025, 13:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen oder Pfirsiche – wer Steinobstbäume im Garten hat, freut sich von Sommer bis in den Herbst hinein auf eine möglichst reichliche Ernte. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Früchte plötzlich klein, verformt und ungenießbar werden. Dahinter könnte die sogenannte Scharka-Krankheit stecken, eine der gefährlichsten Virusinfektionen bei Steinobst. myHOMEBOOK erklärt, wie man die Krankheit erkennt und was Hobbygärtner dagegen tun können.
Was ist die Scharka-Krankheit?
Die Scharka-Krankheit wird durch das Plum pox virus (PPV) ausgelöst. Es gehört zu den am weitesten verbreiteten Viruserkrankungen bei Steinobstbäumen. Befallen werden vor allem:
- Pflaumen
- Zwetschgen
- Aprikosen
- Pfirsiche
- Nektarinen
Das Virus schwächt die Bäume dauerhaft und sorgt dafür, dass Früchte deformiert, fleckig oder ungenießbar werden, schreibt „InvaProtect“, dabei handelt es sich um ein vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanzierten Projekt. Eine Heilung gibt es nicht – infizierte Bäume bleiben lebenslang Träger des Virus. Darüber hinaus ist die Erkrankung meldepflichtig.
Übersicht
Symptome: So erkennt man die Scharka-Krankheit
Die ersten Anzeichen zeigen sich oft an den Blättern:
- gelbliche oder helle Ringe und Flecken
- unregelmäßige Muster, die an Mosaike erinnern
- verkrümmte oder missgebildete Blätter
Später sind auch die Früchte betroffen:
- eingesunkene, helle Ringe auf der Schale
- verformte Früchte
- braune, gummiartige Stellen im Fruchtfleisch
- saure, bittere oder geschmacklose Früchte
- Gerade bei Pflaumen und Aprikosen fällt die Krankheit deutlich auf: Die Früchte sind ungenießbar und die Ernte stark reduziert.
Wie verbreitet sich das Virus?
Die Scharka-Krankheit wird in erster Linie durch Blattläuse übertragen. Sie saugen den Pflanzensaft an infizierten Bäumen und bringen das Virus anschließend auf gesunde Pflanzen.
Weitere Übertragungswege sind:
- unkontrollierter Handel mit Jungpflanzen oder Reiserholz
- Veredelungen mit infiziertem Material
- mechanische Verletzungen beim Schneiden
Besonders tückisch: Ein Baum kann bereits Jahre infiziert sein, bevor die Symptome deutlich sichtbar werden.
Dazu passend: Das sollten Sie tun, wenn an Ihrem Baum verfaultes Obst hängt
Welche Folgen hat ein Befall?
- Ertragsverlust: Befallene Bäume tragen oft deutlich weniger Früchte.
- Qualitätsverlust: Die Früchte sind klein, missgebildet und geschmacklich wertlos.
- Schwächung des Baums: Über die Jahre wird der Baum immer anfälliger für andere Krankheiten und Schädlinge.
Für den Hobbygarten bedeutet das meist: Die betroffenen Bäume liefern kaum noch verwertbare Ernte.
Bekämpfung: Was können Hobbygärtner tun?
Nur zertifizierte Jungpflanzen kaufen: Auf gesunde, virusfreie Ware aus dem Fachhandel achten. Günstige Angebote aus dem Supermarkt können unter Umständen das Virus in sich tragen, wenn sie nicht nachgewiesenermaßen virusfrei sind.
- Blattläuse bekämpfen: Mit Nützlingen wie Marienkäfern können Blattläuse im Garten in Schach gehalten werden. Dafür können auch Marienkäferlarven ausgesetzt werden, die sich hauptsächlich von Blattläusen ernähren. Eine insektenfreundliche Gestaltung des Gartens mit Überwinterungsmöglichkeiten und der Verzicht auf Insektizide können die Marienkäferpopulation zusätzlich stärken.
- Regelmäßig kontrollieren: Blätter und Früchte auf auffällige Flecken und Verformungen prüfen.
- Befallene Bäume entfernen: Stellt man einen deutlichen Befall fest, sollten die betroffenen Bäume komplett gerodet und nicht auf dem Kompost entsorgt, sondern über den Restmüll oder die Grüntonne beseitigt werden. Andernfalls kann sich das Virus über den Kompost im Garten erneut ausbreiten.
Pflanzenkrankheiten, die man melden muss
Kann man vom Mosaikvirus befallene Pflanzen noch retten?
Meldepflicht der Scharka-Krankheit in Deutschland
Da die Scharka-Krankheit wirtschaftlich enormen Schaden in Obstanbaugebieten anrichten kann, gehört sie in Deutschland zu den meldepflichtigen Pflanzenkrankheiten. Wer die Krankheit im eigenen Garten feststellt, sollte das zuständige Pflanzenschutzamt informieren.
Fazit
Die Scharka-Krankheit ist eine der gefährlichsten Viruserkrankungen für Steinobstbäume. Ist ein Baum erst einmal infiziert, gibt es keine Rettung mehr. Ein jahrelang hingebungsvoll gepflegter Obstbaum ist dann verloren und muss restlos entsorgt werden. Umso wichtiger sind Vorbeugung, der Kauf gesunder Pflanzen und die konsequente Bekämpfung von Blattläusen. So lässt sich die Gefahr im eigenen Garten zumindest deutlich reduzieren.
Pflanzenschutz mit technischer Unterstützung
„Gerade, weil die Symptome der Scharka-Krankheit anfangs schwer zu erkennen sind, lohnt es sich, moderne Hilfsmittel einzusetzen. Es gibt einige Apps zur Pflanzendiagnose, mit denen sich auffällige Blatt- oder Fruchtveränderungen fotografieren und vergleichen lassen. Das ersetzt zwar nicht die offizielle Meldung beim Pflanzenschutzamt, hilft aber dabei, im eigenen Garten schneller auf Probleme aufmerksam zu werden.“

