6. August 2025, 6:40 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wer im Frühling oder Sommer plötzlich weiße, schaumige Klümpchen auf seinen Pflanzen entdeckt, hat es vermutlich mit Schaumzikaden zu tun. Die kleinen Insekten sind zwar harmlos für Menschen, können aber Blätter und Triebe schwächen. myHOMEBOOK erklärt, wie man Schaumzikaden erkennt, welche Schäden sie anrichten und was wirklich gegen sie hilft.
Was sind Schaumzikaden?
Schaumzikaden gehören zu den Zikadenarten und werden nur wenige Millimeter bis maximal einen Zentimeter groß. Ihre Larven verstecken sich in einem schützenden Schaumnest, das an Seifenblasen erinnert und meist an Stängeln oder Blattachsen zu finden ist. Der Schaum dient dabei als Schutz vor Fressfeinden und Austrocknung.
Wie alle Zikadenarten geben auch Schaumzikaden zirpende Laute von sich, besonders am späten Nachmittag und in der Dämmerung. Das Zirpen verleiht jedem Garten eine sommerlich-mediterrane Atmosphäre. Aber sind Schaumzikaden dabei auch völlig harmlos oder sollte man seine Pflanzen vor ihnen schützen?
Übersicht
Sind Schaumzikaden gefährlich für Pflanzen?
Grundsätzlich richten Schaumzikaden keinen großen Schaden an, da sie nur Pflanzensaft saugen. Bei starkem Befall können die Pflanzen jedoch geschwächt werden und die Pflanzen können damit wie folgt reagieren:
- Verkrüppelte Triebe und verzögertes Wachstum
- Verlust von Blüten und Knospen, wenn Larven an jungen Trieben saugen
- In seltenen Fällen kann es auch zur Übertragung von Pflanzenkrankheiten kommen
Schaumzikaden erkennen
- Schaumnester: Sie ähneln kleinen Spuckeflecken und sind oft gut sichtbar. Meist sind sie an Blattachsen „gebaut“, können aber auch ballonartig zu Boden fallen, wenn sie zu schwer sind.
- Larven: Winzige, hellgrüne bis hellbraune (je nach Stadium) Insekten im Inneren des Schaums
- Erwachsene Tiere: Nur wenige Millimeter bis einen Zentimeter groß, springen bei Störung schnell weg. Und dabei schaffen sie es aus dem Stand bis zu 70 Zentimeter hoch.
So wird man Schaumzikaden los
Auch wenn Schaumzikaden per se keine Schädlinge sind: Wenn sie in großer Zahl auftreten, können einzelne Pflanzen durchaus Schaden nehmen. Wer den Befall eindämmen will, kann die Insekten sanft entfernen oder vertreiben.
- Abspritzen: Die Schaumnester mit dem Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch von den Pflanzen entfernen. Die Larven können von diesen dann keinen Saft mehr saugen.
- Mechanisches Abstreifen: Mit Handschuhen den Schaum samt Larven abstreifen.
- Nützlinge fördern: Raubwanzen, Florfliegen, viele Spinnenarten oder auch Ameisen und Vögel fressen die Larven sowie die erwachsenen Schaumzikaden mit Vorliebe. Wer also die Artenvielfalt in seinem Garten fördert, wird vermutlich gar nicht erst einen übermäßigen Befall feststellen.
- Rapsölpräparate: Bei starkem Befall können ökologische Pflanzenschutzmittel aus dem Baumarkt oder Pflanzenmarkt helfen.
- Starke Pflanzen fördern: Gesunde, kräftige Pflanzen sind weniger anfällig. Der ideale Standort, richtiges Düngen und ein passender Schnitt je nach Pflanzenart erhöhen die Widerstandskraft der Pflanze. Da macht ein bisschen abgesaugter Pflanzensaft durch Schaumzikaden nur wenig aus.
Vorbeugende Maßnahmen
- Pflanzen regelmäßig kontrollieren und befallene Triebe sofort von den Schaumnestern befreien.
- Eine Mischkultur im Garten fördert natürliche Feinde der Schaumzikade. Auch Insektenhotels und Totholzhaufen fördern die Vielfalt von Fressfeinden der schaumschlagenden Zikade. Wer Stauden und Gräser über den Herbst und Winter stehenlässt, schafft damit ein gutes Winterquartier für nützliche Insekten.
- Staunässe vermeiden und auf lockere, nährstoffreiche Erde achten – das macht Pflanzen widerstandsfähiger. Schutz bei spätem oder starkem Frost stärkt empfindliche Pflanzen ebenfalls.
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Pflanzen, die besonders häufig von Schaumzikaden befallen sind
Schaumzikaden sind nicht wählerisch und befallen viele Pflanzenarten. Besonders häufig treten sie hier auf:
- Rosen und andere Ziersträucher
- Kräuterpflanzen wie Salbei, Lavendel und Thymian
- Beerensträucher wie Himbeeren und Johannisbeeren
- Gemüse wie Bohnen oder Erbsen
- Stauden und diverse Wildpflanzen
Wer weiß, welche Pflanzen besonders gefährdet sind, kann diese gezielt kontrollieren und frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.
Pflegetipps, um Pflanzen stark zu halten
- Ausreichend düngen: Ein gesunder, gut versorgter Garten ist weniger anfällig für Schädlinge.
- Richtig gießen: Am besten morgens direkt am Wurzelbereich, um Pilzerkrankungen zu vermeiden.
- Rückschnitt: Befallene Triebe bei starkem Schädlingsbefall zurückschneiden.
- Mulchen: Schützt den Boden, speichert Feuchtigkeit und verbessert das Bodenleben.
Naturnaher Umgang mit vermeintlichen Schädlingen
“Ich sehe die kleinen Schaumzikaden jedes Jahr auf meiner Terrasse herumspringen. Anfangs war ich beunruhigt – inzwischen weiß ich, dass Schaumzikaden meinen Pflanzen kaum schaden. Meist erledigen Nützlinge wie Marienkäfer und Spinnen den Rest – ganz ohne Chemie. Denn meine Gartenhortensienhecke neben der Terrasse ist ein wahres Paradies für Marienkäfer, das jedes Jahr Hunderte von neuen Larven hervorbringt. Diese fressen nicht nur die zahlreichen Blattläuse in der Hecke, sondern auch andere vermeintliche „Schädlinge“ wie Schaumzikaden. Zumindest dann, wenn der Bestand außer Kontrolle gerät. Kein Schädlingsbekämpfungsmittel zu spritzen, hat hier also gleich mehrere positive Effekte.“