31. Juli 2025, 13:28 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Den meisten Hobbygärtnern wird Staunässe ein Begriff sein. Kann Wasser nicht richtig im Boden versickern oder im Topf abfließen, staut sich das Wasser. Die Wurzeln der Pflanze stehen so dauerhaft in nasser Erde. Im Garten kann Staunässe durch Dauerregen entstehen und der Rasenfläche erheblich schaden. Im schlimmsten Fall entsteht Wurzelfäule, eine Pilzkrankheit, durch die man Teile der oder sogar die gesamte Rasenfläche erneuern muss. myHOMEBOOK hat bei einem Rasenexperten nachgefragt, wie man die Rasenfläche bei Staunässe richtig pflegt.
Wie sieht Rasen bei Staunässe aus?
Bei starken und lange anhaltenden Regenfällen kann es dazu führen, dass der Boden im Garten nicht das gesamte Wasser aufnehmen kann. Das Wasser sammelt sich an der Oberfläche. Staunässe auf einer Rasenfläche kann man gut daran erkennen, dass der Rasen also unter Wasser steht – entweder komplett oder nur zu Teilen. Das stehende Wasser kann zu einer matschigen Rasenfläche und Rasenkrankheiten wie Wurzelfäule führen.
Erkennt man gelbe oder welke Blätter sowie ein vermehrtes Vorkommen von Moos in der Rasenfläche, sind auch dies Zeichen für Staunässe. Ein muffiger Geruch aus dem Boden kann ebenfalls auf Staunässe im Rasen hindeuten.
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Wie geht man gegen Staunässe im Rasen vor?
Eine mögliche Ursache für Staunässe im Rasen kann eine Verdichtung des Bodens sein. Sind die Erdschichten stark zusammengepresst, verändert sich auch die Porenstruktur. Ein lockerer Gartenboden verfügt über große Poren, die es ermöglichen, Wasser aufzunehmen. Verdichtete, schwere Erde verfügt über wenige bis keine größeren Poren. Die kleineren Bodenporen können schlechter Wasser aufnehmen oder in tiefere Erdschichten weiterleiten – das Wasser bleibt an der Oberfläche zurück.
„Falls eine übermäßige Bodenverdichtung mit Staunässe vorliegt, muss der Boden gelockert werden“, erklärt Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft (DRG) auf Anfrage von myHOMEBOOK. Um den Porenraum zu vergrößern, ist es wichtig, den Boden aufzulockern. Laut Dr. Nonn könne man so die Durchlässigkeit erhöhen. „Wichtig hierbei ist, dass das Überschusswasser tiefer versickern kann oder über Dräneinrichtungen abgeführt wird.“
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Zum Auflockern einer Rasenfläche eignen sich sowohl Nagelschuhe als auch eine Aerifiziergabel. Nonn meint: „Hier wird die Durchlässigkeit nicht flächig, sondern punktuell verbessert.“ Durch das Aerifizieren können Hobbgärtner werden das Wurzelwerk des Rasens, Gesteinsbrocken und schlammige Stellen gelöst. Wichtig ist, dass man den Rasenboden erst auflockert, wenn er trocken ist.
Wie vermeidet man Staunässe?
Um also Staunässe zu vermeiden, ist ein lockerer Gartenboden essenziell. „Ein gut strukturierter Boden mit ausreichendem Anteil an Grobporen ist gut wasser- und luftdurchlässig“, so der Rasenexperte. Eine übermäßige Belastung des Rasens kann zur Verdichtung führen. Insbesondere die Nutzung von schweren Geräten auf der Fläche oder die Bildung von Trampelpfaden sollte man laut Dr. Nonn vermeiden.
„Ein wassergesättigter Boden verdichtet schneller als ein abgetrockneter Boden.“ Man sollte also primär bei Regen vermeiden, die Rasenfläche zu oft zu betreten oder mit Maschinen zu belasten. „Dies gilt vor allem für Böden mit hohen Schluff- und Tonanteilen“, erklärt Nonn.
Damit der Rasen widerstandsfähiger gegenüber Nässe wird, empfiehlt der Rasenexperte, den Garten jährlich zu sanden. „So wird der Boden peu à peu auch belastbarer.“ Und weiter: „Ideal ist bei der Rasenanlage die Verwendung eines lehmig-sandigen Bodens, der sowohl Wasser speichert als auch bei länger andauerndem Regen Wasser versickern lässt.“

