29. Juni 2026, 13:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Der Sommer ist für viele Menschen die schönste Reisezeit – gleichzeitig ist er aber auch die anspruchsvollste Zeit für Tomatenpflanzen. Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und warme Winde sorgen dafür, dass die Pflanzen täglich große Mengen Wasser verdunsten. Vor allem Tomaten in Töpfen oder Kübeln trocknen oft schon nach einem einzigen heißen Tag stark aus. Wer einen Urlaub von zwei Wochen plant, fragt sich deshalb häufig, wie die Pflanzen diese Zeit ohne tägliches Gießen überstehen sollen.
Grundsätzlich gilt: Tomaten, die im Beet wachsen, haben deutlich bessere Voraussetzungen als Pflanzen im Topf oder Kübel. Im Garten können die Wurzeln tiefer in den Boden wachsen und auf Feuchtigkeit aus tieferen Erdschichten zugreifen. Die Erde trocknet zudem wesentlich langsamer aus als das begrenzte Erdvolumen eines Pflanzgefäßes. Topftomaten sind deshalb während einer längeren Abwesenheit deutlich stärker auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich jedoch sowohl Beet- als auch Kübelpflanzen gut auf einen zweiwöchigen Urlaub vorbereiten. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering nennt sechs Maßnahmen, die man ergreifen sollte, damit die Tomaten einen zweiwöchigen Urlaub ohne größere Schäden überstehen.
1. Vor der Abreise den Wurzelbereich gründlich wässern
Die wichtigste Maßnahme erfolgt bereits unmittelbar vor der Abreise. Tomaten sollten langsam und gründlich gegossen werden, damit das Wasser tief in den Wurzelbereich eindringen kann. Besonders bei trockener Erde empfiehlt es sich, in mehreren Durchgängen zu gießen, da Wasser sonst häufig oberflächlich abläuft oder seitlich am Topfrand vorbeifließt. Erst wenn der gesamte Wurzelballen durchfeuchtet ist, können die Pflanzen ausreichend Wasser speichern.
Tomaten im Beet profitieren dabei besonders von ihrer tiefen Durchwurzelung. Dort kann sich die Feuchtigkeit über einen größeren Bodenbereich verteilen und länger gehalten werden. Bei Topfpflanzen steht dagegen nur eine begrenzte Menge Erde als Wasserspeicher zur Verfügung, weshalb sie deutlich schneller austrocknen.
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2. Eine Mulchschicht reduziert die Verdunstung
Eine Mulchschicht gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Geeignet sind beispielsweise Stroh, angetrockneter Rasenschnitt oder Laub. Die Abdeckung schützt die Erdoberfläche vor direkter Sonneneinstrahlung, wodurch sich der Boden weniger stark aufheizt und deutlich weniger Wasser verdunstet.
Vor allem im Beet zeigt eine Mulchschicht ihre volle Wirkung, da dort größere Bodenflächen vor dem Austrocknen geschützt werden können. Aber auch bei Tomaten im Kübel kann eine dünne Mulchschicht helfen, die Erde länger feucht zu halten. Gerade während einer längeren Abwesenheit kann diese einfache Maßnahme den Wasserbedarf spürbar reduzieren.
3. Automatische Bewässerung sorgt für eine gleichmäßige Wasserversorgung
Kann während des Urlaubs niemand die Pflanzen gießen, ist eine automatische Bewässerung die zuverlässigste Lösung. Bewährt haben sich Tropfbewässerungen, Tonkegel mit Wasserflaschen oder Bewässerungssysteme mit einem Wassertank. Sie geben das Wasser langsam und kontinuierlich an die Erde ab, sodass die Pflanzen gleichmäßig versorgt werden. Wichtig ist, dass das Wasser dosiert abgegeben wird und keine Staunässe entsteht, denn dauerhaft nasse Wurzeln können Fäulnis begünstigen.
Besonders Topftomaten profitieren von solchen Systemen, da das begrenzte Erdvolumen schneller austrocknet als Gartenboden. Im Beet reicht die gespeicherte Bodenfeuchtigkeit häufig länger aus, dennoch kann eine Tropfbewässerung auch dort sinnvoll sein – insbesondere bei hohen Temperaturen oder sandigen Böden.
4. Kurz vor dem Urlaub nicht mehr düngen
Tomaten sollte man unmittelbar vor einer längeren Abwesenheit möglichst nicht mehr düngen. Frischer Dünger regt das Wachstum an und fördert die Bildung neuer Triebe und Blätter. Das klingt zunächst positiv, erhöht aber gleichzeitig den Wasserbedarf der Pflanze. Muss die Tomate während des Urlaubs mit begrenzten Wasservorräten auskommen, kann das zusätzliche Wachstum schnell zum Nachteil werden.
Wer regelmäßig düngt, sollte die letzte Düngergabe daher einige Tage vor der Abreise einplanen. So sind die Pflanzen weiterhin gut mit Nährstoffen versorgt, ohne dass unmittelbar vor dem Urlaub ein neuer Wachstumsschub ausgelöst wird.
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5. Den Wasserverbrauch möglichst gering halten
Je weniger Wasser die Pflanzen während der Abwesenheit verbrauchen, desto besser kommen sie mit den vorhandenen Reserven aus. Topfpflanzen sollte man für die Urlaubszeit an einen hellen Ort stellen, der während der heißen Mittagsstunden etwas Schatten bietet. Dadurch erhitzen sich Topf und Erde weniger stark und die Verdunstung nimmt ab.
Bei Tomaten im Beet kann ein Schattiernetz helfen, die intensivste Sonneneinstrahlung etwas abzumildern. Wichtig ist jedoch, dass die Pflanzen weiterhin ausreichend Licht erhalten und die Luft gut zirkulieren kann. Eine gute Belüftung reduziert gleichzeitig das Risiko für Pilzkrankheiten.
6. Reife Früchte vor der Abreise ernten
Vor dem Urlaub sollte man möglichst alle reifen oder nahezu reifen Tomaten abernten. Dadurch muss die Pflanze weniger Wasser und Energie in bereits ausgereifte Früchte investieren und kann ihre Reserven besser nutzen. Gleichzeitig kann man damit verhindern, dass Tomaten während der Abwesenheit überreif werden, aufplatzen oder faulen.
Auch beschädigte oder kranke Blätter sowie verdorbene Früchte sollten vor der Abreise entfernt werden. Dadurch bleibt die Pflanze gesund und das Risiko für Krankheiten wird während der zwei Wochen ohne Pflege verringert.