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3 attraktive Pflanzenkombis

Wie man Trennwände im Reihenhausgarten begrünen kann

Trennwände begrünen
Clematis eignen sich besonders für die Begrünung von Trennwänden Foto: Getty Images/Tunatura
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

26. März 2026, 6:02 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Praktisch sind sie allemal, schön sind sie selten. Die Trennwände zu den Nachbarn prägen viele Reihenhausgärten. Mit Kletterpflanzen und einer passenden Unterpflanzung lassen sich die Trennwände aber begrünen und damit attraktiv gestalten. Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier auf myHOMEBOOK.

In einem Reihenhausgarten an der Südseite des Hauses folgen die schmalen Standorte an den Trennwänden zu den Nachbarn ganz eigenen Gesetzen. Hier prägt das Mikroklima das Wachstum der Pflanzen viel stärker als in herkömmlichen Beeten. Wer das von vornherein einplant, spart sich später Ärger mit schlappen Trieben oder kahlen Stellen.

Warum Südseite nicht gleich Südseite ist

Wer diese standortbezogenen Gesetze verstehen möchte, sollte den Sonnenlauf beobachten. Für die Pflanzen macht es nämlich einen großen Unterschied, zu welcher Tageszeit sie das direkte Licht trifft.

An der Wand, die die Morgensonne abbekommt, ist Hitzestress meist noch kein Thema. „Die Pflanzen beginnen schon am Morgen mit der Verdunstung und sind zu dieser Zeit am leistungsfähigsten. Die Umgebungsluft ist noch kühl, die Morgensonne sanft. Die Pflanzen können entspannt in den Tag starten“, erklärt Sandra von Rekowski vom Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e.V.

Ganz anders stellt sich die Situation an der gegenüberliegenden Wand dar, die erst ab den Mittagsstunden besonnt wird. Dort hat sich die Luft bereits stark aufgeheizt. Sandra von Rekowski: „Die Pflanzen stehen sofort unter deutlich höherem Stress, weil ihre Verdunstung massiv steigt. Zusätzlich wirkt die aufgeheizte Wand wie ein Heizkörper: Sie strahlt Wärme direkt auf die Pflanzen zurück – und gibt diese gespeicherte Hitze oft noch bis in die Nacht hinein ab. Zu der direkten Sonneneinstrahlung kommt also eine weitere Hitzebelastung hinzu. Auch Boden- und Umgebungsflächen strahlen jetzt verstärkt Wärme ab.“

Mittags und nachmittags sind die Pflanzen erschöpfter als am Morgen und können Hitze und die starke Sonneneinstrahlung nun nicht mehr ausreichend regulieren. „Dadurch steigt das Risiko von Trockenstress, Sonnenbrand und Überhitzung deutlich an“, so die Expertin.

Drei Regeln für begrünte Trennwände

Damit die Begrünung in den schmalen Trennwandbeeten dauerhaft gelingt, müssen drei Grundvoraussetzungen erfüllt sein.

1. Abstand halten: Montieren Sie das Rankgitter mit mindestens zehn Zentimetern Abstand zur Wand. Nur so kann die Luft hinter dem Laub ausreichend zirkulieren. Der Luftstrom wirkt wie eine natürliche Kühlung und verhindert, dass sich die Hitze zwischen der Stein- oder Holzwand und Blättern staut – der Heizkörper-Effekt wird so abgemildert.

2. Tiefgang fördern: In schmalen Streifen ist der Platz begrenzt und die oberste Erdschicht trocknet schnell aus. Lockern Sie den Boden vor der Bepflanzung so tief wie möglich auf. Nur wenn die Wurzeln in die kühleren, feuchten Schichten vordringen können, haben die Pflanzen auch an heißen Nachmittagen eine Chance, sich mit Wasser zu versorgen.

3. Hitzetoleranz der Pflanzen nutzen: Entscheidend für die Platzierung der Pflanzen ist ihre Widerstandsfähigkeit gegen die hohen Temperaturen. Echte Hitzekünstler, die mit der Abstrahlung der aufgeheizten Wand gut klarkommen, gehören auf die nachmittags beschienene Seite. Pflanzen, die zwar Sonne brauchen, aber bei stehender Hitze schneller schlappmachen, sind an der kühleren Morgenseite besser aufgehoben.

Wir stellen Ihnen drei Pflanzenkombinationen vor, die auf den Beetstreifen zwischen Terrasse und Trennwand gut funktionieren. Oft liegt die Breite dieser Streifen bei rund 80 Zentimetern. Es gibt jedoch auch schmalere, genauso wie breitere Seitenstreifen. In den meisten Fällen lassen sich die Pflanzideen anpassen, je nach Platzangebot schlanker oder üppiger. Die Kombinationen setzen deshalb auf wenige Arten, die sich entlang der Wände wiederholen und so ein geschlossenes und ruhiges Bild entstehen lassen.

1. Klassik-Duo mit Rose und Clematis für die Wand mit Vormittagssonne

An der Vormittagsseite ist das Risiko für Trockenstress geringer, was vor allem der Clematis zugutekommt. Sie braucht oben die Sonne, bevorzugt aber einen kühlen Fuß. Eine robuste Clematis viticella (wie ‚Etoile Violette‘) ist hier eine gute Wahl, um Trennwände zu begrünen: Man schneidet sie im März auf 30–50 Zentimeter radikal zurück, damit sie im schmalen Beet nicht vergreist oder alles überwuchert und in der Saison dann am neuen Holz blüht.

Die Kletterrose (z. B. die öfterblühende ‚Guirlande d’Amour‘) bildet dazu den Rahmen. Am Boden kann ein dichter Bestand aus Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) die Fläche schließen. So bleibt die Erde kühl und feucht und bietet der Clematis damit die gewünschten Bedingungen. An der Vorderkante zur Terrasse hin, lockern Grüppchen aus Katzenminze den Storchschnabel-Teppich auf und rahmen die unteren Triebe der Rose ein.

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2. Essbare Begrünung mit Mini-Kiwi für die Wand mit Vormittagssonne

An der milderen Vormittagswand ist eine Mini-Kiwi (Actinidia arguta) gut aufgehoben, wenn genug Platz in der Länge vorhanden ist. Sie wächst kräftig und sollte daher von Anfang an so geführt werden, dass ihre Triebe sich leicht ordnen und bei Bedarf einkürzen lassen. Um die Trennwände zu begrünen, zieht man sie fächerförmig an stabilen Drähten nach oben. Wichtig: Weil die Pflanze mit den Jahren ordentlich Gewicht entwickelt, ist eine feste Verankerung unbedingt nötig. Die Sorte ‚Issai‘ ist hier besonders praktisch. Sie ist im Gegensatz zu den meisten anderen Kiwi-Pflanzen selbstfruchtbar, kann also einzeln gepflanzt werden.

Den Boden können Walderdbeeren (Fragaria vesca) bedecken. Dazwischen passen Horste von Schnittknoblauch (Allium tuberosum), die mit ihren weißen Blüten im Spätsommer einen schönen Kontrast bilden. Als vierte Art passt die Gewürzpflanze Pimpinelle (Sanguisorba minor). Sie sollte jedoch nur sparsam zwischen die Erdbeeren gesetzt werden, damit die Pflanzung nicht zu wuselig wirkt und jede Pflanze genug Licht bekommt.

3. Weinrebe und Trockenkünstler: Die Hitzeprofis mit Nachmittagssonne

An der heißen Nachmittagswand drehen Weinreben (Vitis) so richtig auf. Da sie die gespeicherte Wärme der Wand direkt in die Fruchtreife umsetzen, sind sie für diesen Standort geradezu prädestiniert. Hier eignen sich besonders mehltauresistente Tafeltrauben wie die blaue ‚Muskat Blue‘ oder die helle ‚Birstaler Muskat‘.

Als Unterpflanzung ergänzen Wollziest (Stachys byzantina), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und Lavendel (Lavandula angustifolia) das Beet. Alle drei Pflanzen sind physiologisch auf intensive Sonneneinstrahlung und trockene Böden spezialisiert. Während der silbrig behaarte Wollziest einen dichten Teppich bildet, sorgen Steppen-Salbei und Lavendel für eine vertikale Struktur und Farben. Alle drei Arten sind nach dem Anwachsen sehr genügsam und brauchen kaum zusätzliche Bewässerung.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Mein alter Reihenhausgarten

„Bevor ich aufs Land gezogen bin, habe ich einige Jahre in einem Reihenhaus gewohnt. Die hölzernen Trennwände waren bei unserem Einzug bereits bepflanzt – und zwar mit Rosen, Clematis und Weinreben. Weil der Wein auf beiden Seiten gepflanzt war, haben wir eine Drahtkonstruktion gebaut, die die beiden Seiten mit einigen gut zwei Meter hoch gespannten Drähten verbunden hat. So konnten die Weinreben aufeinander zuwachsen und wir hatten ein schmales Blätterdach und Weintrauben über unseren Köpfen.“

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