7. Juli 2025, 16:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Sommerzeit ist Grillzeit! Immer mehr Menschen in Deutschland setzen dabei auf Einweggrills. Der anfangs kleine Trend entwickelte sich dabei zum Dauerbrenner – obwohl er aus ökologischer Sicht problematisch ist.
Einweggrills erleben in Deutschland derzeit einen deutlichen Nachfrageboom. Nach aktuellen Marktdaten steigen die Verkaufszahlen deutlich – während klassische Grills verlieren. Verbraucherschützer sehen diese Entwicklung allerdings kritisch.
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Verkauf von Einweggrills steigt um knapp 40 Prozent an
Wie eine aktuelle Analyse des Marktforschungsunternehmens NielsenIQ zeigt, wurden in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 459.200 dieser Kohleschalen verkauft. Das ist ein Anstieg von 129.700 Stück beziehungsweise rund 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das bestätigt auch Corina Kirchner von NielsenIQ auf myHOMEBOOK-Nachfrage, demnach ist „der Absatz von Einweggrills (Kohle) stark angestiegen.“
Dabei handelt es sich keineswegs um eine kurzfristige Entwicklung. Bereits im Vergleichszeitraum des Vorjahres, also zwischen Januar und Mai 2024, war der Absatz gegenüber dem Jahr 2023 um 26 Prozent gestiegen. Der Trend nimmt also weiter an Fahrt auf. Erfasst wurden laut NielsenIQ die Verkaufszahlen im gesamten Einzelhandel – darunter Baumärkte und große Supermärkte.
Umweltfreundliche Alternativen zu Holzkohle beim Grillen
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Standardgrills verlieren Marktanteile
Im Gegensatz zu den Einwegvarianten geht der Absatz klassischer Holzkohle- und Gasgrills zurück. Den Analysten zufolge wurden in den ersten fünf Monaten 2025 rund 475.000 solcher Geräte verkauft. Das entspricht einem Minus von 11.700 Geräten beziehungsweise 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Interessant ist auch die Preisentwicklung: Während Kohle- und Gasgrills im Durchschnitt günstiger wurden, sind Elektrogrills tendenziell teurer als im Vorjahreszeitraum.
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Aber nicht nur bei den Einweggrills gibt es eine erhöhte Nachfrage. „Es gibt einen positiven Trend in Richtung Pizza-Öfen“, erklärt Kirchner. Die Nachfrage danach ist laut den Marktforschern ebenfalls gestiegen – ein Hinweis auf die zunehmende Vielfalt beim Outdoor-Kochen.
Städte und Verbraucherschützer warnen vor Risiken
Trotz des Erfolgs gibt es Kritik an den Einweggrills: Kommunen wie die Stadt Dortmund warnen aus Brandschutz- und Umweltschutzgründen davor, die Aluschalen direkt auf Grasflächen zu platzieren.
Auch die Verbraucherzentrale NRW sieht die Entwicklung kritisch und bezeichnet Einweggrills als „echte Umweltsünde.“ Grund sei der hohe Ressourcenverbrauch bei der Aluminiumproduktion. „Manche Städte haben den Einsatz auf öffentlichem Grün inzwischen auch untersagt, weil die Einweggrills sehr heiß werden und die Wiesen beschädigen“, erklären die Verbraucherschützer in einer Pressemitteilung. „Verletzungsgefahr, Gesundheitsrisiken durch angebranntes Grillgut, billige Kohle und chemische Anzünder – alles ebenfalls gute Gründe, sich für einen solideren Minigrill zu entscheiden, der mehrfach verwendbar ist.“
Finger weg von Einweggrills
„Auch wenn die Einweggrills aus Aluminium praktisch zu sein scheinen, sollte man der Umwelt zuliebe auf den Einsatz verzichten. Ein kleiner Dreibein-Grill ist nur ein wenig teurer, lässt sich allerdings viele Male verwenden.“