30. Juni 2025, 16:37 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein Grill ist an sich eine tolle Sache – doch leider muss er nach dem Einsatz auch gereinigt werden. Dabei kommt oftmals eine Drahtbürste zum Einsatz. Eine US-Studie zeigt allerdings, dass dies keine gute Idee ist, es besteht sogar Verletzungsgefahr.
Wer seinen Rost nach dem Grillen mit einer Drahtbürste reinigt, landet schlimmstenfalls im Krankenhaus. Was übertrieben klingt, ist laut US-Forschern bereits oft vorgekommen. Denn kleine, kaum sichtbare Metallborsten könnten sich im Essen wiederfinden und im Rachen stecken bleiben. Eine Analyse von Forschern der University of Missouri warnte bereits vor einigen Jahren vor Verletzungsgefahren durch abgebrochene Metallborsten. Laut Hochrechnungen mussten in den USA bereits mehr als 1000 Menschen deswegen ärztlich behandelt werden.
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Unterschätzte Gefahr beim Grillen
Grillabende können mit einem unerwarteten Krankenhausbesuch enden – zumindest, wenn man beim Reinigen des Grillrosts auf Drahtbürsten setzt. Eine Untersuchung von Tiffany Baugh und ihren Kollegen an der University of Missouri verdeutlicht, dass diese Bürsten ein nicht zu unterschätzendes Risiko bergen. Denn beim Schrubben können einzelne Borsten abbrechen, sich im Rost verhaken und später unbemerkt ins Grillgut übergehen.
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Mehr als 1500 bekannte Fälle
Laut der Hochrechnung des Forschungsteams wurden in den USA zwischen 2002 und 2014 mindestens 1500 Personen in einer Notaufnahme behandelt, nachdem sie durch solche Drahtstücke Verletzungen im Mund- oder Rachenraum erlitten hatten. Die spitzen Metallteile können ins Grillgut gelangen und arglose Grillfreunde erheblich verletzen. Die Wissenschaftler betonen, dass es sich bei dieser Zahl nur um die dokumentierten Fälle handelt.
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Dunkelziffer wohl deutlich höher
Die verwendeten Daten stammen aus dem National Electronic Injury Surveillance System (NEISS), das Verletzungen durch Alltagsgegenstände in ausgewählten Notaufnahmen erfasst. Fälle, die von Hausärzten oder gar nicht medizinisch behandelt werden, bleiben unberücksichtigt. Die Arbeitsgruppe vermutet daher, dass die allermeisten Vorfälle gar nicht erst erfasst werden. Somit könnte die tatsächliche Zahl weit über den offiziell dokumentierten 1500 Fällen liegen.
Das rät ein Forscher
Im Jahr 2017 erinnerte David Chang, ein Professor für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Mitarbeiter bei der Studie, in einer Veröffentlichung an die Folgen, die eine Drahtbürste beim Reinigen des Grills anrichten kann. „Obwohl Verletzungen durch diese Grillbürsten das ganze Jahr über auftreten, sind sie in den Sommermonaten häufiger“, erklärt Chang. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, rät er zur Vorsicht beim Einsatz von Drahtbürsten. Dazu zählen folgende Maßnahmen:
- Die Grillbürste vor jeder Verwendung auf lose Borsten prüfen und bei Beschädigungen entsorgen.
- Vor dem Grillen den Rost sorgfältig kontrollieren oder alternative Reinigungsmethoden wie Nylonbürsten oder zusammengeknüllte Alufolie nutzen.
- Vor dem Essen das Grillgut gründlich untersuchen, um eventuell anhaftende Borsten zu entdecken.
„Ein einzelnes, übersehenes Borstenstück kann sich in verschiedenen Körperregionen festsetzen – etwa im Rachen, an den Mandeln oder im Halsbereich“, weiß Chang. „Wenn die Borste diese Bereiche passiert, ohne steckenzubleiben, kann sie weiter unten hängen bleiben, zum Beispiel in der Speiseröhre, im Magen oder im Darm.“ Die größte Sorge sei allerdings, dass sich die Borste in die Darmwand bohrt. Sie könnten dann „aus dem Darm herauswandern und weitere innere Schäden verursachen.“
Ich verzichte künftig auf Drahtbürsten
„Auch wenn die dokumentierten Verletzungen relativ selten erscheinen, zeigt die Analyse der US-Forscher, dass es sich keineswegs um Einzelfälle handelt. Ich selbst grille auch gerne und regelmäßig, werde aber künftig auf die Drahtbürste verzichten, um meinen Rost zu reinigen.“