30. Oktober 2026, 14:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn es darum geht, welcher Ort im eigenen Haus der schmutzigste ist, denken viele sofort an die Toilette. Doch auch, wenn sich dort durchaus Keime und Bakterien ansammeln, gibt es Gegenstände im Haushalt, die deutlich höhere Keimbelastungen aufweisen. myHOMEBOOK hat zwei Experten dazu befragt, welche Dinge im Haushalt noch schmutziger sind als die Toilette.
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Diese 5 Gegenstände sind schmutziger als das WC
Gerade das Badezimmer wird oft als Hort von Bakterien und Keimen aller Art vermutet. Man geht dort auf die Toilette, duscht und wäscht Staub und Schmutzpartikel von sich ab. Da liegt häufig die Vermutung nahe, dass dieser Raum deutlich gründlicher geputzt werden muss als andere. Denn auch Feuchtigkeit und Wärme bieten grundsätzlich einen idealen Nährboden für Keime. Doch ist das wirklich so? Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft nennt als Beispiel den Toilettensitz: „Die Angst vor Keimen auf Toilettensitzen ist in unserer Wahrnehmung vorhanden und groß. Aber auf dem Toilettensitz sind weniger Keime als gedacht: Laut einer Studie der University of Arizona sind es 50 Bakterienstämme pro Quadratzentimeter.“ Das mag viel klingen, aber im Vergleich zu anderen Gegenständen ist es das gar nicht. Denn vor allem in der Küche findet man deutlich mehr Keimschleudern.
Schneidebrett, Küchenschwämme und Geschirrtücher
Dass sich in der Küche viele Bakterien tummeln, dürfte angesichts von Speiseresten und Co. gar nicht so verwunderlich sein. Doch tatsächlich ist die Küche der Ort in der Wohnung, der etliche Keimschleudern beherbergt. Und zwar sogar solche, die mit bei weitem mehr Keimen belastet sind als eine Toilette. Elke Messerschmidt sagt dazu: „200 Mal mehr Keime finden sich auf einem Schneidebrett, 20000 Mal mehr auf einem Geschirrtuch und 200000 Mal mehr auf einem Schwamm.“
Tatsächlich ist also der Schwamm eine der größten Keimschleudern in den eigenen vier Wänden. Genau das ist auch der Grund, weshalb der Küchenschwamm sogar täglich gewechselt werden sollte.
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Der Kühlschrank
Der Kühlschrank zählt zu den keimbelastetsten Dingen im Haushalt. Er beherbergt deutlich mehr Bakterien als eine Toilette – ungefähr 11 Millionen Keime pro Quadratzentimeter. Denn schließlich ist es darin kühl und das bedeutet eine eher ungeeignete Ausgangsposition für die Entwicklung von Bakterienstämmen. Und trotzdem sorgen Essensreste und feuchte Luft dafür, dass sich im Kühlschrank einige Bakterien ansiedeln und sogar an die Temperaturen gewöhnen können. Den Kühlschrank nur dann zu reinigen, wenn man ihn auch abtaut, ergibt wenig Sinn.
Stattdessen sollte man ihn alle ein bis zwei Wochen gründlich mit warmem Wasser und Essig reinigen, damit sich gar nicht erst so viele Keime ansammeln können.
Der Bio-Abfalleimer
In vielen Haushalten gehört er fest zum Müllsystem: der Eimer, in dem Bio-Abfälle gesammelt werden. Von Bananenschalen über Reste von Suppen oder einfach nur kleine Krümel – im Bio-Eimer findet sich alles wieder, was einen perfekten Nährboden für Bakterien bietet. Schließlich ist es darin warm, oft staut sich die Luft von faulenden Essensresten oder Früchten darin an und das macht diesen Gegenstand zu einem der beliebtesten Keimherde in der Wohnung. Bis zu 5 Millionen Keimsporen können darin gefunden werden.
Um den Bakterien im Abfalleimer Herr zu werden, sollte man nicht nur die Mülltüten regelmäßig wechseln. Auch sollte der Eimer selbst nach jedem Ausleeren gründlich mit heißem Wasser ausgespült und anschließend gründlich desinfiziert werden.
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Wie viele Sorgen muss man sich wegen der Keime machen?
All diese Zahlen mögen viel und sehr besorgniserregend klingen, doch Prof. Dr. Dr. Andreas Podbielski, Mikrobiologe und Facharzt für Hygiene und Infektionsthemen vom MVZ in Rostock, fügt hinzu, dass es bei Schmutz und Keimen meist darauf ankomme, in welcher Umgebung man diese antrifft. „In der eigenen Wohnung stammt der Schmutz in erster Linie von einem selbst, und egal ob Geschirrtuch oder Toilette, die Keime sind schon mal über oder durch den eigenen Körper passagiert worden, bevor sie auf den Gegenständen landen. Und zudem sind diese Keime auch weiterhin auf und in uns, in wahrscheinlich um Zehnerpotenzen größeren Mengen als auf dem untersuchten Gegenstand. Solange man gesund ist, schaden einem diese Keime offenkundig nicht.“
Eine gründliche Reinigung sei dennoch wichtig und könne bei einzelnen Gegenständen auch individuelle Anforderungen mit sich bringen. Doch auch Prof. Dr. Dr. Podbielski rät davon ab, direkt in eine mögliche Putz-Panik zu verfallen. „Aus hygienischer und infektiologischer Sicht reicht uns in Mitteleuropa ein gesundes Mittelmaß an regelhaften Putzaktionen, gepaart mit besonderen dann gegebenenfalls auch häufig durchzuführenden Aktionen (bis hin zur Desinfektion), wenn das Risiko erkennbar hoch ist (z.B. kranke Personen im Haushalt).“