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Warum Bettwäsche im Schrank muffig wird und was wirklich dagegen hilft

Gewaschene Bettwäsche sollte eigentlich immer frisch riechen. Manchmal wird sie im Schrank aber muffig.
Gewaschene Bettwäsche sollte eigentlich immer frisch riechen. Manchmal wird sie im Schrank aber muffig. Foto: Getty Images
Franka Kruse-Gering
Redakteurin

23. Oktober 2026, 12:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Frisch gewaschen, sauber gefaltet und ordentlich verstaut: Eigentlich sollte Bettwäsche im Schrank wochenlang frisch riechen. Umso ärgerlicher, wenn sie beim nächsten Beziehen plötzlich muffig oder leicht modrig riecht. Viele vermuten dann einen schlecht gelüfteten Schrank oder zu hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer. Doch die Ursache liegt oft an einer ganz anderen Stelle – und entsteht schon lange, bevor die Bettwäsche im Schrank landet. myHOMEBOOK erklärt, was hinter muffiger Bettwäsche steckt.

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Warum Bettwäsche trotz Waschgang muffig riechen kann

Wenn Bettwäsche im Schrank einen modrigen Geruch entwickelt, haben oft Mikroorganismen ihre Finger im Spiel. Sie können den Waschgang überstehen und später wieder aktiv werden. „Muffige Gerüche in Textilien erzeugen Mikroorganismen, die den Waschvorgang überlebt haben“, erklärt Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft. Werden die Keime durch Restfeuchte oder Luftfeuchtigkeit reaktiviert, beginnen sie unter anderem, Waschmittelrückstände, Hautpartikel oder Textilfasern zu zersetzen. Dabei entstehen Stoffe, die als muffig oder modrig wahrgenommen werden.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, müsse die Keimzahl bereits beim Waschen möglichst stark reduziert werden.

Diese Fehler fördern muffige Gerüche

Geruchsprobleme entstehen laut Messerschmidt häufig durch mehrere kleine Fehler beim Waschen und Trocknen.

Bettwäsche wird zu kalt gewaschen

Viele Menschen reinigen ihre Bettwäsche bei niedrigen Temperaturen. Das kann dazu führen, dass nicht alle Mikroorganismen entfernt werden. „Bettwäsche wird zum Beispiel nur bei 30 Grad gewaschen; Keime überleben“, sagt die Expertin. Deshalb empfiehlt sie, Bettwäsche grundsätzlich bei 60 Grad zu waschen.

Auch interessant: Wie oft Sie Ihre Bettwäsche laut Experten wirklich waschen sollten

Das falsche Waschmittel wird verwendet

Auch die Wahl des Waschmittels spielt eine wichtige Rolle. „Gerade bei Bettwäsche, Schlafanzügen und Unterwäsche sollte ein pulverförmiges Vollwaschmittel zum Einsatz kommen“, erklärt Messerschmidt. Der Grund: „Nur dies enthält Bleichmittel, die die Keime abtöten.“

Die Bettwäsche trocknet zu langsam

Problematisch kann auch ein langer Trocknungsprozess sein, etwa wenn die Wäsche mehrere Tage in einem feuchten Keller hängt.

„Wäsche sollte möglichst nach 24 Stunden trocken sein“, sagt Messerschmidt. Hilfreich seien ein Trockner oder im Sommer das Trocknen an der frischen Luft. Zusätzlich könnte Sonnenlicht unterstützen, denn UV-Strahlung reduziere ebenfalls die Keimbelastung.

Die Wäsche bleibt in der Waschmaschine liegen

Wer die Bettwäsche nach dem Waschgang noch mehrere Stunden in der Trommel lässt, schafft günstige Bedingungen für Mikroorganismen. Nach Ansicht der Expertin sollte die Wäsche deshalb möglichst direkt nach Programmende aufgehängt oder in den Trockner gegeben werden.

Dazu passend: Die richtige Bettwäsche für jede Jahreszeit

Welche Rolle spielt der Schrank?

Zwar liegt die Ursache häufig beim Waschen oder Trocknen, ganz außer Acht lassen sollte man den Schrank jedoch nicht. „Vorstellbar ist, dass eine hohe Luftfeuchte im Schrank dazu beiträgt, dass sich negative Gerüche im Schrank entwickeln“, sagt Messerschmidt. Das könne beispielsweise passieren, wenn Textilien noch leicht feucht eingeräumt werden.

Auch überfüllte Schränke können problematisch sein. Liegen oder hängen die Textilien sehr dicht beieinander, wird die Luftzirkulation eingeschränkt. Dadurch können sich Gerüche leichter festsetzen. Daneben lohnt sich ein Blick auf den Schrank selbst. Riecht dieser bereits muffig, könne sich etwa Schimmel an der Rückwand gebildet haben.

Was hilft gegen Gerüche im Schrank?

Falls der Schrank selbst unangenehm riecht, empfiehlt die Expertin, ihn vollständig auszuräumen und mit einer verdünnten Essig- oder Zitronensäurelösung auszuwischen.

Gegen bestehende Gerüche könne außerdem trockener Kaffeesatz helfen. „In den leeren Schrank kann man Kaffeesatzpulver in ein Schälchen stellen. Dies nimmt unangenehme Gerüche auf“, sagt Messerschmidt.

Welche Materialien sind besonders anfällig?

Nicht jede Bettwäsche reagiert gleich empfindlich auf Geruchsbildung.

„Textilien aus Polyester, also auch Mikrofaser, haben das Problem stärker, weil man diese Textilien nicht so heiß waschen kann“, erklärt Messerschmidt. Baumwolle und andere Materialien, die höhere Waschtemperaturen vertragen, haben hier einen Vorteil.

Was ist mit Lavendel und Zedernholz?

Duftsäckchen mit Lavendel oder Zedernholz gelten als beliebtes Hausmittel gegen unangenehme Gerüche im Schrank. Nach Angaben der Expertin lösen sie das eigentliche Problem allerdings nicht. „Sie überdecken; die Ursache liegt meist woanders“, sagt Messerschmidt.

Einen praktischen Nutzen können sie trotzdem haben: Lavendel und Zedernholz helfen dabei, Wolltextilien vor Motten zu schützen. Von zusätzlichen Duftparfüms für Wäsche rät die Expertin dagegen ab. Diese würden lediglich Gerüche kaschieren und seien aus Nachhaltigkeitssicht kritisch zu bewerten.

Dazu passend: Kleidermotten! Wie man die Schädlinge loswird

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Ist muffige Bettwäsche ein Gesundheitsrisiko?

Wer Bettwäsche mit muffigem Geruch benutzt, muss deshalb nicht automatisch gesundheitliche Folgen befürchten. „Es liegen mir keine Studien vor, bei denen Personen aufgrund von muffig riechender Wäsche erkrankt sind“, sagt Messerschmidt. Dennoch sei es ein Hygieneproblem, da sich Mikroorganismen vermehren. Zudem würden viele Menschen den Geruch als unangenehm empfinden.

Drei Tipps, damit Bettwäsche lange frisch riecht

Damit Bettwäsche auch nach Wochen im Schrank noch frisch riecht, empfiehlt Messerschmidt vor allem drei Maßnahmen:

  • Bettwäsche bei 60 Grad waschen
  • pulverförmiges Vollwaschmittel verwenden
  • Bettwäsche vollständig und möglichst schnell trocknen

Erst wenn die Textilien wirklich trocken sind, sollten sie zusammengelegt und eingeräumt werden. Bei hartnäckigen Geruchsproblemen könne es nach Angaben der Expertin außerdem helfen, die Bettwäsche zu bügeln oder mangeln zu lassen.

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