20. Januar 2026, 16:52 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Alltag gilt oft der Tipp: „Stecker raus, Strom sparen“. Doch viele Geräte im Haushalt sollten besser nicht komplett vom Netz genommen werden. Warum das so ist, beleuchtet myHOMEBOOK in diesem Artikel.
Energiesparen ist eine sinnvolle Sache. Vor allem in der Nacht oder im Urlaub können viele Geräte komplett ausgeschaltet werden. Das schont auf Jahressicht nicht nur das Energieverbrauchskonto, sondern auch die eigene Geldbörse. Allerdings gibt es in privaten Haushalten einige Geräte, die beim erneuten Anschalten viel mehr Strom verbrauchen, als wenn sie die ganze Nacht im Standby weiterlaufen würden. Oft spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, warum es sinnvoll ist, den Stecker nicht zu ziehen.
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WLAN-Router & andere Netzwerkgeräte
Moderne WLAN-Router, Repeater und Netzwerkswitches sind inzwischen zentrale Knotenpunkte für Internet, Telefonie und Smart-Home-Funktionen im Haushalt. Die Geräte speichern Netzwerkeinstellungen, vergeben IP-Adressen und halten Verbindungen zu anderen smarten Geräten. Wird der Router komplett vom Netz genommen, verlieren manche über WLAN verbundene Geräte ihre Einstellungen und müssen neu konfiguriert werden.
Außerdem laufen inzwischen viele Festnetzanschlüsse über den Router. Wer das Gerät komplett abschaltet, ist nur noch eingeschränkt erreichbar. Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Besser nur die WLAN-Funktion nachts abschalten, allerdings nur, wenn es keine smarten Geräte im Haushalt gibt.
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OLED-Fernseher & Smart-TV
OLED-Fernseher unterscheiden sich technisch deutlich von klassischen LCD-Geräten. Jeder Bildpunkt leuchtet selbst. Das sorgt für perfekte Schwarztöne, hat aber einen Nachteil: Die organischen Leuchtdioden altern mit der Zeit unterschiedlich stark. Um diese Alterung auszugleichen, führen OLED-Geräte regelmäßig sogenannte Pixel-Refresh- oder Kompensationszyklen durch.
Diese Wartungszyklen starten meist automatisch nach dem Ausschalten, also im Standby-Betrieb. Der Fernseher misst dabei die Abnutzung einzelner Pixel und gleicht sie elektronisch an. Das Ziel: gleichmäßige Helligkeit und weniger Risiko für Einbrenneffekte.
Wenn man den OLED-Fernseher regelmäßig komplett vom Strom nimmt, kann die Wartung nicht starten. Das hat auf Dauer sichtbare Folgen: Bildfehler, beispielsweise eingebrannte Senderlogos. Viele Hersteller von OLED-Fernsehern weisen deswegen sogar ausdrücklich in der Bedienungsanleitung darauf hin, das Gerät nicht vom Strom zu trennen.
Bei Smart-TVs verhält es sich etwas anders. Diese laden häufig nachts im Standby-Modus notwendige Sicherheits- und Firmware-Updates herunter. Ohne Stromversorgung ist kein Download möglich. Das führt in der Folge zu Fehlermeldungen oder instabil laufenden Apps. Außerdem belastet ein regelmäßiger „Kaltstart“ wesentliche Bauteile. Dadurch reduziert sich auf lange Sicht die Lebensdauer des gesamten Geräts. Eine Neuanschaffung ist im Zweifel teurer, als den Fernseher im Standby-Betrieb zu belassen.
Tintenstrahl- & Laserdrucker
Drucker gehören zu den stillen Stromfressern. Zumindest Tintenstrahldrucker sollten dennoch besser im Standby-Betrieb verbleiben. Was viele nicht wissen: Moderne Geräte führen regelmäßige Reinigungs- und Wartungszyklen im Standby durch. Dadurch wird ein Eintrocknen der Düsen verhindert. Wird der Drucker vom Strom getrennt, entfallen diese Zyklen. Sind die Düsen dann eingetrocknet, leidet das Druckergebnis. Im schlimmsten Fall verweigert der Druckkopf seinen Dienst. Dann ist ein Neukauf unvermeidlich.
Zudem führen viele Tintenstrahldrucker nach einer längeren Stromunterbrechung beim erneuten Einschalten eine intensive Grundreinigung durch. Die dabei verbrauchte Tinte ist teurer als der Energieverbrauch im Standby-Modus.
Laserdrucker können bei längerer Nichtbenutzung vom Netz genommen werden. Doch Vorsicht: Solche Drucker verfügen über eine Heiz- und Steuerungselektronik, die beim vollständigen Abschalten immer wieder neu hochfährt. Dabei wird besonders viel Energie verbraucht. Die Verbraucherzentrale rät dennoch, das Gerät nachts komplett vom Netz zu nehmen. Laserdrucker fressen im Vergleich zu anderen Druckertypen im Standby enorm viel Strom.