17. Oktober 2025, 4:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Strom zu sparen ist für viele Haushalte ein wichtiger Teil des Alltags – nicht zuletzt wegen steigender Energiepreise. Doch nicht jeder gut gemeinte Tipp ist wirklich hilfreich. Bei einigen Empfehlungen rund ums Stromsparen handelt es sich schlichtweg um Fehler, die sogar zum Gegenteil des Erhofften führen können. Eine Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW erklärt, welche Annahmen sich hartnäckig halten – und was wirklich hilft, den Stromverbrauch zu senken.
1. Fehler: Licht nicht ausschalten
Der Glaube, dass häufiges An- und Ausschalten von Licht mehr Strom verbraucht als dauerhaftes Leuchten, hält sich hartnäckig. Doch laut Verbraucherzentrale NRW ist das ein Irrtum aus früheren Zeiten. Für moderne LED- oder Halogenlampen gilt das nicht: Wer das Licht beim Verlassen eines Raumes ausschaltet, spart in jedem Fall Strom. Der Mythos stammt aus der Ära der Kompaktleuchtstofflampen, auch als Energiesparlampen bekannt, bei denen häufiges Ein- und Ausschalten tatsächlich die Lebensdauer verkürzen und den Verbrauch erhöhen konnte.
2. Fehler: Ladegeräte dauerhaft eingesteckt lassen
Viele Haushalte lassen Ladegeräte dauerhaft in der Steckdose – ein weiterer Fehler beim Stromsparen. Denn auch ohne angeschlossenes Smartphone oder Tablet verbrauchen sie Energie. Zwar ist der Verbrauch einzelner Geräte minimal, doch summiert er sich bei mehreren Ladegeräten im Haushalt. Abhilfe schaffen abschaltbare Steckdosenleisten oder das bewusste Herausziehen der Netzteile. So lässt sich unnötiger Leerlaufstrom vermeiden.
3. Fehler: Standby-Modus verbraucht keine Energie
Der Standby-Modus von Fernseher, Musikanlage oder Spielekonsole verbraucht weiterhin Energie – selbst wenn das Gerät vermeintlich ausgeschaltet ist. „Eine abschaltbare Steckdosenleiste schafft Abhilfe“, rät Gerhild Loer, Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW.
Eine Ausnahme gilt für OLED-Fernseher: Diese sollten im Standby-Modus bleiben, da im Hintergrund Wartungsprogramme laufen. Und auch bei manchen Druckern kann es sinnvoller sein, diese im Standby-Modus zu lassen. Tintenstrahldrucker etwa führen beim Einschalten oftmals eine automatische Reinigung durch, bei der Tinte verbraucht wird.
Auch beim Internet-Router lohnt sich ein Blick in die Einstellungen: „Denn der jährliche Stromverbrauch eines Routers ist ähnlich hoch wie der eines Kühlschranks.“ Eine Stromsparfunktion oder eine zeitgesteuerte Abschaltung in der Nacht kann den Verbrauch deutlich reduzieren.
4. Fehler: Backofen immer vorheizen
In vielen Rezepten wird das Vorheizen des Backofens empfohlen – doch tatsächlich ist das in den meisten Fällen nicht notwendig. Nur bei wenigen Ausnahmen wie Blätterteig ist es entscheidend, dass die Anfangstemperatur sofort erreicht wird. In der Regel gelingt das Gericht auch ohne Vorheizen – und spart dabei Energie. Wer sicher gehen möchte, sollte einen Blick in die Bedienungsanleitung des Ofens werfen. Dort finden sich häufig Hinweise zum energiesparenden Gebrauch sowie konkrete Zeit- und Temperaturempfehlungen.
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5. Fehler: Eco-Programme nicht nutzen
Wasch- und Spülmaschinen im Eco-Modus laufen länger – das lässt viele zweifeln, ob dabei wirklich Energie gespart wird. Die Antwort ist eindeutig: Ja, denn durch die längere Laufzeit kann mit geringerer Temperatur gewaschen werden. Bei Waschmaschinen liegt der Fokus auf längerem Einweichen und effizienter Trommelbewegung, wodurch das Wasser nicht auf 60 Grad erhitzt werden muss. Ähnlich funktioniert es bei Geschirrspülern: Die längere Bewegung der Sprüharme verbraucht weniger Strom als eine hohe Heizleistung.
6. Fehler: Tiefkühltruhe kühlt bei niedriger Temperatur besser
Bei Gefriergeräten gilt: Mehr Kälte sorgt nicht für eine längere Haltbarkeit der tiefgekühlten Lebensmittel. Eine Einstellung auf minus 18 Grad reicht vollkommen aus, um das Wachstum von Mikroorganismen zu stoppen. Eine zu niedrige Temperatureinstellung verursacht nur unnötigen Stromverbrauch. Wichtig sei außerdem, die Türen von Gefrierschränken möglichst kurz geöffnet zu halten. Wer regelmäßig abtaut, verhindert zusätzlich die Bildung von Eis – und damit einen höheren Energieverbrauch.