22. August 2026, 9:39 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Gusseiserne Pfannen erfreuen sich vor allem bei Hobbyköchen großer Beliebtheit. Doch spätestens wenn nach dem Braten eingebrannte Speisereste zurückbleiben, stellt sich schnell die Frage, wie man die Pfanne wieder sauber bekommt, ohne die schützende Patina zu beschädigen. Worauf es bei der richtigen Reinigung und Pflege ankommt, klärt myHOMEBOOK im Gespräch mit Experten von der Verbraucherzentrale.
Die Gusseisenpfanne ist ein Multitalent in der Küche. Sie brät Fleisch und Gemüse scharf an, meistert Ofengerichte und hält bei richtiger Pflege oft ein Leben lang. Was sie so besonders macht und von anderen Pfannen unterscheidet, ist ihre sogenannte Patina. Das ist die Schutzschicht auf der Oberfläche, die durch eingebranntes Fett und Hitze entsteht. Mit der richtigen Pflege entwickelt die Patina immer bessere Antihafteigenschaften. Bei der Reinigung kommt es vor allem darauf an, die Schutzschicht zu pflegen.
Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp
Eine gusseiserne Pfanne immer von Hand reinigen
Alexander Heinrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt rät davon ab, eine gusseiserne Pfanne in die Spülmaschine zu geben. „Die Patina wird dadurch geschädigt bzw. entfernt und die Pfanne wird beginnen, zu rosten, wodurch Schwermetalle anschließend einfacher auf Lebensmittel übergehen können“, so der Referent für Lebensmittelsicherheit, Lebensmittelqualität und Irreführung. Um Rost zu vermeiden, sollte man die Pfanne nach dem Gebrauch also zügig per Hand abwaschen. Am besten gelingt dies mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm oder Lappen, der keine Kratzer auf der Patina hinterlassen könnte. Außerdem empfiehlt Heinrich, die Schutzschicht möglichst schonend zu reinigen, da starkes Scheuern die Patina abtragen könne.
Eine Ausnahme könnte es jedoch geben. „Schmiede- und gusseiserne Pfannen sollten höchstens vor der ersten Verwendung in der Spülmaschine gereinigt werden, wenn der Hersteller dies empfiehlt, um den werksseitigen Rostschutz zu entfernen“, ergänzt Kerstin Effers, Diplomchemikerin und Referentin für Umwelt- und Gesundheitsschutz von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Auch interessant: Fehler, die viele bei der Pflege von Bratpfannen machen
Wenig Spülmittel verwenden und gründlich abtrocknen
Während Edelstahlpfannen problemlos mit Spülmittel gereinigt werden können, sollte man bei gusseisernen Pfannen möglichst darauf verzichten. Aggressive Inhaltsstoffe können die Patina angreifen. Sollte Wasser allein dennoch nicht genügen, rät Alexander Heinrich dazu, mildes Spülmittel zu nutzen und auf lange Einweichzeiten zu verzichten. Idealerweise entfernt man aber schon während des Anbratens leichte Rückstände mit einem Pfannenwender aus Metall.
Verbleiben angebrannte Speisereste in der Pfanne, könne man diese im Anschluss auch trocken mit Salz abreiben, verrät Expertin Kerstin Effers. Das gründliche Abtrocknen der Gusseisenpfanne ist besonders wichtig. „Die Eisenpfanne sollte immer gut abgetrocknet und trocken aufbewahrt werden, dann bilden sich keine Rostflecken“, so Effers.
Antihaft-Gusseisenpfanne aus „Die Höhle der Löwen“ im Check
Fehler, die viele bei der Pflege von Bratpfannen machen
Was tun bei Rostflecken?
Nach dem Abwaschen und Abtrocknen ist es ratsam, die Patina mit einem kleinen Klecks Speiseöl einzureiben. Das diene vor allem dem Rostschutz und helfe, die Patina zu erhalten, weiß Alexander Heinrich. Bilden sich trotz sorgfältiger Pflege Rostflecken, ist das kein Grund zur Sorge. Leichte Rostflecken können mit feiner Stahlwolle entfernt werden, sagt Effers. Eine beschädigte oder entfernte Patina lässt sich sogar immer wiederherstellen. „Dafür wird die Pfanne gegebenenfalls zunächst von Rost und alten Rückständen befreit und anschließend neu eingebrannt“, so Alexander Heinrich.
Die richtige Lagerung einer gusseisernen Pfanne
Wer seine gusseiserne Pfanne vor Rost schützen möchte, sollte auch auf die richtige Lagerung achten. Optimal ist es, die Pfanne an einer Küchenleiste aufzuhängen. Dort kann die Restfeuchtigkeit verdunsten und die Pfanne wird gut belüftet. Außerdem schützt das Aufhängen die Patina vor Reibung.
Wer so eine Leiste für Küchengeräte nicht besitzt, kann die Gusseisenpfanne natürlich auch im Küchenschrank lagern. Um die Patina zusätzlich zu schützen, empfiehlt sich eine geeignete Unterlage. Das gilt besonders dann, wenn weitere Pfannen oder Töpfe darauf gestapelt werden.
Für eine lange Lebensdauer der Pfanne empfehlen die Experten zudem, auf die Zubereitung säurehaltiger Speisen wie Tomatensoßen zu verzichten. Unter dem Einfluss von Säure könne sich Eisen lösen, wodurch Schwermetalle in Lebensmittel übergehen könnten, erklärt Alexander Heinrich. Zudem könne die häufige Nutzung von Gusseisenpfannen dafür sorgen, dass sich Geschmacks- und Aromastoffe in der Patina festsetzen und sich später auf andere Speisen übertragen, sagt Heinrich weiter. Der Experte rät Besitzern daher, separate Pfannen für die Zubereitung von Fleisch, Fisch und Gemüse zu nutzen.