Manche Internet-Hacks wirken auf den ersten Blick absurd. Zahnpasta gegen Kratzer, Cola zum Entkalken oder Backpulver als Allzweckreiniger. Einige dieser Tipps funktionieren tatsächlich, andere dagegen kaum. Aktuell sorgt ein ungewöhnlicher Toiletten-Trick für Aufmerksamkeit: Statt zu WC-Reiniger oder Essig zu greifen, soll einfache Backhefe für eine saubere Toilette sorgen. Im Netz wird behauptet, dass Hefe zusammen mit etwas Zucker Kalkablagerungen lösen und unangenehme Gerüche reduzieren könne. Doch steckt hinter dem Trick wirklich mehr als ein viraler Haushaltshack? myHOMEBOOK erklärt, wie die Methode funktionieren soll und ob sie auch tatsächlich wirkt.
So funktioniert der Trick mit der Hefe
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Für den Trick werden lediglich ein halber Würfel frische Hefe und etwas Zucker benötigt. Beides wird direkt in die Toilettenschüssel gegeben und soll dort mehrere Stunden, am besten über Nacht, einwirken. Anschließend wird die Toilette wie gewohnt gespült und gegebenenfalls noch kurz ausgebürstet. Befürworter des Hacks versprechen sich davon eine einfachere Reinigung und weniger Kalkablagerungen.
Die Erklärung dahinter: Der Zucker dient den Hefezellen als Nahrung und setzt einen Gärprozess in Gang. Dieser soll Ablagerungen in der Toilette lockern und leichte Verschmutzungen aufweichen, sodass sie sich leichter entfernen lassen. Im Internet wird die Methode deshalb häufig als natürliche und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen WC-Reinigern angepriesen.
Allerdings wirkt der Hack auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Schließlich gehört frische Hefe heute nicht unbedingt zu den Zutaten, die in jedem Haushalt vorrätig sind. Umso erstaunlicher ist die Behauptung, dass ausgerechnet das Backzutatenduo Hefe und Zucker für eine sauberere Toilette sorgen soll.
Von dem Internet-Trick hält Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft wenig. Sie kennt die Methode nicht und würde sie auch nicht empfehlen. Aus ihrer Sicht entfernen sich viele virale Reinigungstipps immer weiter von einer effektiven und alltagstauglichen Reinigungspraxis.
Auch die Grundidee hinter dem Hack sieht sie kritisch. „Denn warum soll eine Reinigung mit einer Verschmutzung beginnen? Und warum dazu Lebensmittel verschwenden?“, gibt die Expertin zu bedenken. Hinter dem Trick stecke vermutlich die Annahme, dass der bei der Gärung entstehende Alkohol eine reinigende Wirkung habe. Ob dabei überhaupt relevante Mengen entstehen, sei jedoch fraglich.
Diese Mittel reinigen die Toilette besser als Hefe
Statt auf Hefe zu setzen, empfiehlt Messerschmidt bewährte Hausmittel. So lasse sich die Toilette mit etwas Zitronensäure und einer WC-Bürste einfach reinigen. Flüssige Zitronensäure könne auch unter dem Toilettenrand verteilt werden und nach kurzer Einwirkzeit Ablagerungen lösen. Wer die Toilette etwa einmal pro Woche reinigt, habe in der Regel weder mit hartnäckigen Verschmutzungen noch mit Harnstein Probleme.
Grundsätzlich sei das Reinigen mit Mikroorganismen zwar ein aktueller Trend. Allerdings müssten dafür bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit die Mikroorganismen überhaupt aktiv werden. Zudem sei die Funktionsweise solcher Methoden in der Wissenschaft umstritten. Viele entsprechende Reinigungsmittel enthielten zusätzlich klassische Reinigungssubstanzen, die die eigentliche Reinigungsleistung erbringen.
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