30. Juni 2025, 6:11 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Vom falsch genutzten Reinigungstuch bis zum vergessenen Lichtschalter: Einige Hygiene-Fehler schleichen sich schnell in den Alltag ein und können gesundheitliche Folgen haben. Eine Expertin erklärt, was unbedingt beachtet werden sollte.
Eben noch die streunende Katze gestreichelt und danach direkt mit der Hand durchs Gesicht gefahren. Oder das Klo geputzt und mit demselben Lappen auch gleich noch das Waschbecken vom Schmutz befreit. Na sauber! Dieser myHOMEBOOK-Artikel versammelt die zehn schlimmsten Hygiene-Fehler im Haushalt, die vermutlich jeder kennt.
Platz 10: Haushaltsgeräte zu selten reinigen
Manche Geräte sind nahezu unersetzlich in einem Haushalt. Der Kühlschrank und die Waschmaschine gehören mit Sicherheit zu dieser Kategorie. Über Spülmaschine und Kaffeemaschine kann man sich streiten. Jedenfalls bekommen alle diese Geräte selten die Hygiene-Aufmerksamkeit im Haushalt, die sie dringend benötigen.
Seltenes Reinigen von Geräten äußert sich, ähnlich wie beim Menschen, zunächst durch unangenehme Gerüche. Im Kühlschrank geht das mit Schimmelbildung, Bakterienwachstum und einem höheren Stromverbrauch einher, weil Lüftungsschlitze mit der Zeit verstopfen. Bei Wasch-, Spül- und Kaffeemaschine verkürzen vorwiegend Kalkablagerungen die Lebenszeit der Geräte.
In der Waschmaschine bildet sich zudem ein schmieriger Biofilm aus Waschmittelresten, Hautschuppen und anderen Rückständen. Daher lohnt sich ein regelmäßiger Blick. Der Kühlschrank sollte mindestens wöchentlich auf verdorbene Lebensmittel geprüft werden. Alle Geräte benötigen spätestens nach vier Wochen eine Rundumsäuberung. Die Kaffeemaschine sollte monatlich, die Spülmaschine alle sechs Monate entkalkt werden, je nach Wasserhärte. Bei häufiger Nutzung die Reinigungsintervalle besser verkürzen.
Platz 9: Ein Brett für alles
Holzbrettchen eignen sich in der Küche für verschiedene Einsatzbereiche. Sehr oft werden sie zum Schneiden von Fleisch oder Gemüse benutzt. In der Regel passiert alles auf einem einzigen Brettchen. „Wer rohes Fleisch und Gemüse nacheinander auf einem Brett bearbeitet, erhöht damit das Risiko von Keimbildung“, weiß Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft im bayerischen Weidenbach. Die Expertin im Hinblick auf Hygiene rät daher, Schneidbrettchen streng nach Lebensmittelgruppen zu trennen.
Platz 8: Zu niedrige Waschtemperatur
Der Eco-Modus einer Waschmaschine spart Energie und am Ende bares Geld. Nur leider bilden sich mit der Zeit neben üblen Düften auch Mikrokeime. Darunter können Krankheitserreger sein, die sich dann beispielsweise über gemeinsam genutzte Handtücher an andere Personen übertragen. „Deswegen sollte mindestens einmal im Monat bei einer Waschladung die Temperatur 60 Grad oder höher betragen, um solche Keime abzutöten und auch die Bildung eines schmierigen Biofilms in der Trommel zu vermeiden“, erklärt Elke Messerschmidt.
Platz 7: Geschirrtuch und Handtuch
Diesen Hygiene-Fehler im Haushalt kennt jeder: eben noch das Geschirr mit dem Tuch abgetrocknet und danach dasselbe Tuch als Handtuch missbraucht. Wer das eine Weile macht, züchtet sich eine regelrechte Keimschleuder. Denn das feuchte Geschirrtuch an sich ist schon ein Hort für alle möglichen Mikroorganismen. Kommen dann noch über die Hände andere Keime hinzu, steigt die eigene Gesundheitsgefahr und auch die für andere Personen im Haushalt. Auf Dauer landet dieses Keimgemisch beim nächsten Abtrocknen auf dem sauberen Geschirr. Daher auch zum Abdecken von Speisen immer ein frisch gewaschenes Tuch verwenden.
Platz 6: Reinigungstücher für die Ewigkeit
Wer überlegen muss, wann etwa das Spültuch zum letzten Mal gewechselt worden ist, liegt schon weit über dem Zeitpunkt, an dem es hätte passieren sollen. „Gerade Spültücher sollten täglich getauscht werden“, empfiehlt Expertin Elke Messerschmidt. „Denn durch den Kontakt mit unterschiedlichen Schmutzformen und Wasser versammeln sich darin eine Unmenge an Keimen.“ Im besten Fall sollten auch Geschirrtücher oder Putzlappen nach jedem Gebrauch in die Schmutzwäsche. „Allerspätestens nach einer Woche“, so die Hauswirtschaftsexpertin.
Platz 5: Keimquelle Küchenschwamm
Ein Küchenschwamm befindet sich vermutlich in den meisten Haushalten. Er eignet sich ganz hervorragend, um Töpfe und Pfannen von hartnäckigen Verkrustungen zu befreien. Dummerweise speichert der Schwamm Keime jeglicher Art ebenso gut. Die gibt er dann genauso zuverlässig an bereits gesäubertes Geschirr wieder ab. „Für hartnäckige Verschmutzungen bitte eine Spülbürste verwenden. In der Bürste lagern sich Keime weniger schnell ab“, betont Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft.
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Platz 4: Mit einem Wischtuch ist eben nicht alles weg
Aus Nachlässigkeit muss der Putzlappen, der eben noch zuverlässig die Innenseite der Toilette gereinigt hat, für den Schmutz im Waschbecken herhalten. Dass diese Kreuzkombination keinen großen Hygienevorteil bringt, dürfte ersichtlich sein. „Mein Tipp: Für jeden Wohnbereich eine bestimmte Putzlappen-Farbe vergeben. Somit vermischen sich nicht die Keime vom Bad mit denen in der Küche oder im Wohn- und Schlafbereich“, rät die Hauswirtschaftsexpertin Elke Messerschmidt. Selbstverständlich sollten sämtliche Putzlappen, egal aus welchem Wohnbereich, spätestens nach einer Woche bei über 60 Grad gewaschen werden.
Platz 3: Vernachlässigte Bettenbezüge
Egal, ob heiße Sommernächte oder kalte Wintertage, Menschen schwitzen im Schlaf. Zwischen 0,5 und einem Liter Schweiß dringen dabei aus den Körperöffnungen. Die Flüssigkeit verdunstet, landet in der Kleidung oder im Bettlaken.
Je nach Matratzengröße kann der Wechsel der Bettenbezüge körperlich anstrengend sein. Deswegen machen viele Menschen auch möglichst lange einen großen Bogen um diese Haushaltsarbeit. Das freut die gemeine Hausstaubmilbe. Die ernährt sich nämlich genüsslich von menschlichem Schweiß und Hautschuppen. „Wer die Anzahl an Milben in der Matratze niedrig halten möchte, sollte seine Bezüge mindestens einmal im Monat wechseln. Besser wäre hingegen ein kürzerer Turnus von ein bis zwei Wochen“, empfiehlt Elke Messerschmidt.
Wichtig bei der Bettwäsche: richtiges Durchlüften. Dazu nach dem Aufstehen die Bettlaken zum Lüften aufhängen. So kann der Schweiß in der Matratze ordentlich verdunsten.
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Platz 2: Schalter und Griffe
Auf so manchem Bahnhofsklo finden sich weniger Bakterien als auf Lichtschaltern und Türgriffen. Von Computermäusen und -tastaturen sowie Smartphone-Displays ganz zu schweigen. Mehrmals am Tag tatschen Hände an Schalter oder Griffe. War vorher jemand auf der Toilette? Oder wer hat gerade kräftig geniest oder Miezi oder Wauzi gestreichelt? Es braucht kein CSI-Labor, um die Spuren dieser Taten auf Oberflächen wiederzufinden. „Gerade Lichtschalter oder Türgriffe werden beim regelmäßigen Haushaltputz gerne übersehen“, erklärt Expertin Elke Messerschmidt. Deswegen beginnt so manche Krankheit an diesen Stellen.
Platz 1: Hände waschen nicht vergessen
Die Ursache allen Übels und damit völlig zurecht Spitzenreiter in der myHOMEBOOK-Rangliste der typischen Hygiene-Fehler im Haushalt: mangelnde Handhygiene. Die Corona-Pandemie hatte für kurze Zeit die Menschen für das Thema „Hände waschen“ sensibilisiert. Doch leider vergisst der Mensch auch schnell wieder. „Ich kann es nicht oft genug sagen, wer von draußen in eine Wohnung kommt, sollte sich zunächst die Hände gründlich mit Seife waschen“, betont Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft. Denn berührungslos läuft eine Person selten durch die Gegend, eben noch den Müll herausgebracht, im Bus die Haltestange angefasst oder andere Menschen freundlich begrüßt und umarmt. Hände waschen gehört daher zu den wichtigsten Hygieneregeln im Haushalt.

