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Das passiert, wenn man Kaffee mehrfach aufbrüht

Kann man Kaffee eigentlich mehrfach aufbrühen, um Geld zu sparen?
Kann man Kaffee eigentlich mehrfach aufbrühen, um Geld zu sparen? Foto: Getty Images
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Franka Kruse-Gering
Redakteurin

16. September 2025, 15:09 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Viele Produkte haben in den vergangenen Monaten und Jahren enorme Preisanstiege verzeichnet. Ganz oben mit dabei: Kaffee. Laut Statistischem Bundesamt war der Kaffee im August 2025 22,8 Prozent teurer als noch im August des Vorjahres. Da kommt man nicht umhin, sich zu fragen, ob man Kaffee eventuell mehrfach aufbrühen kann, um Geld zu sparen.

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Das passiert, wenn man Kaffee mehrfach aufbrüht

Wer Kaffeesatz ein zweites Mal aufbrüht, merkt schnell, dass der Geschmack nicht mehr viel mit dem ersten Aufguss gemein hat. Während beim ersten Mal die aromatischen Öle, Säuren und feinen Geschmacksnoten extrahiert werden, bleibt danach nur ein „leeres Gerüst“ zurück. Ein zweiter Aufguss schmeckt daher meist wässrig und flach, oft begleitet von einer unangenehmen Bitterkeit. Das liegt daran, dass nun überwiegend schwerer lösliche Stoffe wie Gerb- und Bitterstoffe ins Wasser übergehen, während die typischen Kaffeearomen bereits größtenteils herausgelöst sind. Wer also auf ein volles, ausgewogenes Aroma hofft, wird beim Mehrfachaufbrühen enttäuscht.

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Auswirkungen auf die Gesundheit

Neben dem schlechten Geschmack birgt mehrfach aufgebrühter Kaffeesatz auch hygienische Risiken. Kaffeesatz ist warm, feucht und reich an Nährstoffen – also ein perfekter Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien, wenn er eine Zeit lang stehen gelassen wird. Wer ihn nach einigen Stunden oder gar erst am nächsten Tag erneut aufgießt, riskiert, ungewollt Keime mit in die Tasse zu bekommen. Auch wenn Kaffee kein klassisches „Gefahrengut“ ist, können solche Aufgüsse im schlimmsten Fall die Verdauung belasten. Zudem gehen bei wiederholtem Erhitzen vermehrt bittere Abbauprodukte in das Getränk über, was den gesundheitlichen Nutzen fraglich macht.

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Nicht einmal für Blumen nutzbar

Mehrfach gebrühter Kaffee ist noch leicht sauer und enthält Reststoffe. Unverdünnt kann er den Boden übersäuern, empfindliche Wurzeln belasten und bei häufiger Anwendung sogar Schimmel im Topf fördern.

Statt den dünnen, mehrfach gebrühten Kaffee ins Gießwasser zu mischen, lohnt es sich meist mehr, den Kaffeesatz direkt zu verwenden. Er ist reich an Nährstoffen wie Stickstoff, Kalium und Phosphor und wirkt dadurch wie ein natürlicher Dünger. Am einfachsten ist es, den noch feuchten Kaffeesatz kurz trocknen zu lassen und anschließend in die Erde einzuarbeiten. Auf diese Weise verbessert er die Bodenstruktur, lockert verdichtete Erde auf und versorgt die Pflanzen über längere Zeit mit Nährstoffen.

Auch als Mulchschicht auf der Erde ist Kaffeesatz nützlich: Er hält die Feuchtigkeit besser im Boden und kann durch seinen Geruch sogar Schnecken oder Ameisen vom Beet fernhalten. Wer einen Kompost hat, kann den Kaffeesatz ebenfalls dort entsorgen. Durch seine feine Struktur fördert er die Aktivität von Regenwürmern und Mikroorganismen, was wiederum zu humusreicher, fruchtbarer Erde führt.

Wichtig ist allerdings, den Kaffeesatz nicht in zu großen Mengen und nicht dauerhaft feucht einzusetzen. Große, nasse Mengen können klumpen und anfangen zu schimmeln. Besser ist es, kleinere Portionen regelmäßig einzubringen oder mit anderen organischen Materialien – etwa Laub oder Gemüseschalen – zu mischen.

Wenigstens den Filter wiederverwenden

Man kann einen Papierfilter noch einmal verwenden, solange er nicht gerissen oder zu stark durchgeweicht ist. Dazu genügt es, den alten Kaffeesatz auszuklopfen oder vorsichtig auszuspülen und den Filter direkt im Anschluss erneut zu benutzen. Allerdings nimmt das Papier beim ersten Aufguss bereits Öle und Aromen auf, wodurch der zweite Kaffee oft schwächer schmeckt oder einen leicht pappigen Beigeschmack bekommt. Diese aufgenommenen Aromastoffe binden sich an die Papierfasern und stehen beim zweiten Brühen nicht mehr in vollem Umfang zur Verfügung. Wichtig ist außerdem, den Filter nicht lange liegenzulassen, da er feucht schnell schimmelt oder muffig riecht. Wer es nachhaltiger möchte, greift besser zu Dauerfiltern aus Metall oder Stoff, die sich leicht reinigen und über Jahre hinweg verwenden lassen. Papierfilter mit Kaffeesatz können alternativ auch problemlos auf den Kompost gegeben werden.

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