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Kann man keimende Kartoffeln noch essen?

Häufig bilden sich an Kartoffeln kleine Keime. Je nach Größe können sie gesundheitsgefährdend sein.
Häufig bilden sich an Kartoffeln kleine Keime. Je nach Größe können sie gesundheitsgefährdend sein. Foto: Getty Images/Liliya Filakhtova
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Franka Kruse-Gering
Redakteurin

6. Januar 2026, 17:40 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

In vielen Haushalten kommt es vor, dass in der Vorratskiste plötzlich Kartoffeln mit kleinen Sprossen liegen. Vor allem bei längerer Lagerung oder suboptimalen Bedingungen treiben Knollen rasch aus. Doch kann man keimende Kartoffeln noch essen oder sollte man sie direkt entsorgen? myHOMEBOOK kennt die Antworten.

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Warum keimen Kartoffeln im Schrank?

Das Keimen der Kartoffeln ist ein vollkommen natürlicher Prozess. Die Knolle ist botanisch gesehen ein Speicherorgan, das Energie für den Austrieb einer neuen Pflanze bereithält. Kommen mehrere Faktoren zusammen, wird dieser Vorrat aktiviert.

Kartoffeln reagieren empfindlich auf Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Schon geringe Mengen Restlicht im Küchen- oder Speisekammerschrank können die Knolle stimulieren, wachstumsaktive Stoffe zu bilden. Temperaturen über etwa sieben bis zehn Grad Celsius verstärken diesen Effekt zusätzlich. Ab diesem Bereich sendet die Knolle Signale aus, die den Austrieb begünstigen. Auch längere Lagerzeiten spielen eine Rolle: Je länger die Kartoffel liegt, desto stärker baut sie natürliche Hemmstoffe ab, die das Keimen eigentlich verzögern sollen.

Aus diesen Gründen kommt es selbst bei zunächst einwandfreien Kartoffeln im normalen Haushalt häufig zum Austrieb. Besonders deutlich zeigt sich das in der Heizperiode, wenn Wohnräume und Vorratsschränke tendenziell wärmer sind als empfohlen.

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Kann man keimende Kartoffeln noch essen?

Jain, es kommt auf den Fortschritt der Keimung an.

Kleine Keime an der Kartoffel

Kartoffeln mit kurzen Trieben bis etwa einen Zentimeter Länge und ohne grüne Stellen kann man nach dem Entfernen der Keime und gründlichem Schälen noch verarbeiten. Die Glykoalkaloidwerte sind in solchen Fällen in der Regel nicht hoch genug, um akute gesundheitliche Probleme zu verursachen, schreibt die aok.

Hinweis: Glykoalkaloide sind natürliche, bittere Schutzstoffe der Kartoffelpflanze, die in höheren Konzentrationen gesundheitsschädlich wirken können. In der Kartoffel finden sich laut dem Bund für Risikobewertung (BfR) in erster Linie
α-Solanin und α-Chaconin.

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Starke Keimbildung an der Kartoffel

Sind die Triebe länger, treten viele Sprossen auf oder zeigt die Schale eine deutliche Grünfärbung, sollte die Kartoffel nicht mehr gegessen werden. Gleiches gilt für weiche, schrumpelige oder beschädigte Knollen. Erhöhte Glykoalkaloidgehalte können zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall führen, schreibt das BfR. Vereinzelt werden auch neurologische Symptome beschrieben.

Dazu passend: Überraschend! Kartoffel ist Giftpflanze des Jahres 2022

Tipps zur Lagerung

Für eine möglichst lange Haltbarkeit sollte man Kartoffeln dunkel, kühl und trocken lagern. Ideal sind Temperaturen zwischen vier und sechs Grad Celsius, wie sie in einem ungeheizten Keller oder einer Speisekammer herrschen. Licht fördert sowohl die Keimung als auch die Bildung grüner Stellen, weshalb offene Regale in der Küche oder durchscheinende Beutel ungeeignet sind. Besser eignen sich luftdurchlässige Kisten, Körbe oder Papiersäcke, in denen sich keine Feuchtigkeit stauen kann. Auch der Abstand zu Äpfeln, Birnen oder Zwiebeln ist empfehlenswert, da diese Lebensmittel Ethylen oder Feuchtigkeit abgeben und so den Alterungsprozess der Kartoffeln beschleunigen. Die Vorräte sollte man regelmäßig durchsehen, damit man beschädigte, weiche oder bereits keimende Knollen rechtzeitig aussortieren kann. Dadurch bleibt die restliche Lagerware länger frisch und keimfrei.

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