28. Februar 2026, 12:26 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Beim Energiesparen kommt es meistens auf die Kombination vieler kleiner Maßnahmen an, die sich am Ende rechnen. In der Küche befinden sich neben Herd und Kühlschrank auch kleinere Geräte wie Wasserkocher. Für diesen Artikel hat myHOMEBOOK genau hingeschaut und stellt fünf Dinge vor, die fast jeder falsch macht und die in der Summe Energie kosten.
1. Fehler: Zu viel Wasser im Wasserkocher
Viele Menschen befüllen einen Wasserkocher völlig unbedarft bis zur Maximalmenge, ganz egal, ob sie sich eine Tasse Tee aufbrühen möchten oder Kartoffeln kochen. Grundsätzlich ist es effizient, geringe Wassermengen mit dem Wasserkocher auf Temperatur zu bringen. Allerdings verlangen viele Hersteller eine Mindestbefüllung von einem halben Liter, sonst funktioniert die Abschaltautomatik nicht. Für eine Tasse Tee wäre eine solche Menge aber reine Energieverschwendung.
Schnelltrinker machen sich ansonsten von dem restlichen Wasser noch eine zweite Tasse Tee. Ein benutzter Beutel oder der aufgebrühte Teesatz brauchen dafür nicht getauscht werden. Ansonsten gibt es im Handel Wasserkocher mit einer geringeren Mindestbefüllung von einem Viertelliter. Eine Anschaffung lohnt sich im Zweifel, wenn häufig nur geringere Mengen an Wasser zum Kochen gebracht werden sollen.
Selbstverständlich lässt sich die Automatik manuell ausschalten. Aber: Bitte darauf achten, ob das Heizelement komplett mit Wasser umschlossen ist. Sonst drohen größere Schäden wegen Überhitzung.
2. Fehler: Unnötig hoher Wasserverbrauch beim Abwasch
Viele Menschen spülen Geschirr unter fließend heißem Wasser ab. Das ist definitiv die schlechteste Methode und kostet am meisten Energie.
Die Uni Bonn hat schon vor vielen Jahren Probanden gebeten, den Inhalt einer gefüllten Spülmaschine per Hand abzuwaschen. Die Forscher beschäftigte die Frage: Welche Methoden wählen die Testpersonen? Es zeigte sich, es gibt verschiedene Spül-Typen und -Techniken, die mit teilweise hohen Wasserverbräuchen einhergingen.
Interessanterweise erzielte der Typ „Spül-Sparer“ genauso gute Ergebnisse wie die Spül-Typen, die sich über den Einsatz von Energie und Spülmittel keine Gedanken machten. Daher lohnt es sich, den Wassereinsatz nach der zu spülenden Geschirrmenge auszurichten. Dasselbe gilt für den Spülmitteleinsatz.
So effizient wie ein Geschirrspüler funktioniert der Handabwasch selten. Um Besteck, Gläser und Teller per Hand sauber zu bekommen, braucht es in der Regel mehr Wasser. Doch nicht immer ist Platz für so ein Gerät. Zudem dauert es gerade in Single-Haushalten oft sehr lange, bis das Gerät überhaupt ausreichend befüllt ist, damit sich das Einschalten lohnt.
3. Fehler: Vorheizen des Backofens
In jedem Rezept, auf jeder Tiefkühlverpackung steht: Backofen vorheizen. Doch das ist völlig unnötig und verbraucht nur Energie. Der Hinweis steht deswegen dort, damit eine genaue Back- oder Zubereitungszeit angegeben werden kann. Da Backöfen unterschiedliche Zeiträume benötigen, um die erwünschte Temperatur zu erreichen, wäre eine genaue Zeitangabe ohne exakte Vorheiztemperatur schwierig.
Der Kuchen gelingt auch ohne Vorheizen und die Pommes schmecken genauso knusprig und lecker, wenn sie direkt aus der Tiefkühltruhe in den Ofen geschoben werden. Der Verzicht auf das Vorheizen spart bis zu 20 Prozent Energie. Wer ohne Vorheizen backt, sollte nur häufiger in die Röhre schauen.
Einzige Ausnahmen: Biskuitböden, Brandteige oder Soufflés. Die benötigen eine Vorheiztemperatur, weil die Speisen sonst nicht richtig aufgehen und später nicht die angenehm weiche Konsistenz entfalten.
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4. Fehler: Falsche Position des Kühlschranks
Bei der Küchenplanung wird die richtige Position des Kühlschranks oft unterschätzt. Steht er etwa direkt neben der Herdplatte oder dem Backofen, benötigt das Gerät mehr Energie, um Lebensmittel zu kühlen. Ebenso bedeutet ein angrenzender Heizkörper mehr Kühlarbeit. Und wenn der Kühlschrank ständig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, steigen die Energiekosten ebenso.
Wenn es sich um einen freistehenden Kühlschrank handelt und noch Platz in der Küche vorhanden ist, lohnt es sich, die Position zu verändern. Ansonsten beim nächsten Umzug den Standort des Kühlschranks in der Küche besser planen.
5. Fehler: Kühlschranktemperatur falsch eingestellt
Die meisten Kühlschränke verfügen über eine Skala zum Einstellen der Kühltemperatur von 1 bis 4 oder 1 bis 6 oder 7. Viele Menschen stellen den Regler dann eher auf Werte im oberen Bereich ein. Dabei reicht in der Regel Stufe 1 oder 2 vollkommen aus.
Dummerweise gibt es keine einheitlichen Herstellerangaben zu den eingestellten Temperaturen. Wie kalt die Stufe 1, 2 oder 3 kühlt, ist dann reine Glückssache. Deswegen einfach die Innentemperatur per Thermometer messen. Ein Wert von sieben Grad in der Mitte des Kühlschranks reicht völlig aus. Eine höhere Temperatur wäre ungünstig, weil die meisten Speisen und Lebensmittel dann schnell ungenießbar werden. Leicht verderbliche Waren gehören sowieso in den unteren Bereich. Dort ist es kühler als in der Mitte.
Was ich in der Küche künftig anders machen werde
„Der Tipp mit der Kühlschrankposition war mir bereits bekannt. Manche Fehler haben mich verblüfft, vor allem das Spülen bei fließend heißem Wasser. Da ich gerne backe, werde ich demnächst auf das Vorheizen verzichten. Über den Grund, warum dieser Hinweis fast überall aufgedruckt ist, hatte ich mir vor der Recherche keine Gedanken gemacht.“