24. Juli 2025, 17:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im Netz kursieren allerhand kuriose Tricks – manche sind durchaus hilfreich, andere wiederum weniger zu empfehlen. Unter anderem sollen Lorbeerblätter in der Waschmaschine einen nützlichen Effekt haben. myHOMEBOOK hat bei einem Profi nachgefragt, ob sich der Lifehack wirklich lohnt.
Lorbeer gegen Waschmaschinen-Geruch? Was die Theorie verspricht
Zahlreiche Online-Ratgeber behaupten, dass Lorbeerblätter in der Waschtrommel unangenehme Gerüche neutralisieren können. Ihre ätherischen Öle sollen nicht nur für Frische sorgen, sondern auch leicht antibakteriell wirken. Darüber hinaus heißt es, Lorbeer könne sogar als natürlicher Weichspülerersatz dienen. Doch ob sich diese Effekte tatsächlich beim Waschen bemerkbar machen, ist wissenschaftlich kaum belegt.
Experte zweifelt an Wirksamkeit
„Mir sind keine Untersuchungen zur Wirksamkeit von Lorbeerblättern in Waschmaschinen gegen schlechte Gerüche bekannt“, erklärt Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. auf myHOMEBOOK-Anfrage. Zwar räumt der Experte ein, dass Lorbeerblättern antimikrobielle Eigenschaften zugesprochen werden. Doch er stellt auch klar: „Angenommen, das stimmt, dann stellt sich mir die Frage, wie viele Blätter man bräuchte, damit die Konzentration des Wirkstoffes ausreicht, um in einer Waschmaschine bei Verdünnung mit Wasser antimikrobiell zu wirken.“
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Wie viele Lorbeerblätter wären nötig?
In sozialen Medien und Online-Foren gibt es keine einheitliche Empfehlung zur Dosierung. Manche raten dazu, einfach „ein paar Lorbeerblätter“ in die Trommel zu geben. Dr. Glassl hält wenig von dieser vagen Angabe: „Aus dieser Formulierung schließe ich, dass keine genaue Untersuchung hinter dem Tipp steckt.“ Er ergänzt: „Ich frage mich zum Beispiel, wie viele Lorbeerblätter ‚ein paar‘ ergeben und wie groß sie sein sollen. Bei den als Gewürz erhältlichen Lorbeerblättern gibt es manchmal welche, die so groß wie ein kleiner Finger eines Erwachsenen sind, und andere, die so klein sind wie ein Daumennagel.“
Teilweise wird auch eine Menge von „zwei bis drei Lorbeerblättern“ empfohlen. Auch hier bleibt Dr. Glassl skeptisch: „Das würde bedeuten, dass die Blätter ziemlich potente Wirkstoffe enthalten müssten.“ Gleichzeitig stellt sich erneut die Frage nach der konkreten Blattgröße.
So wird die Waschmaschine wirklich geruchsfrei
Anstelle auf fragwürdige Hausmittel zu setzen, rät der Experte zu bewährten Methoden, um unangenehme Gerüche in der Waschmaschine zu vermeiden. Laut Dr. Glassl helfen folgende Maßnahmen:
- Wäsche zeitnah entnehmen: Nach Programmende die Textilien möglichst schnell herausnehmen und trocknen – entweder an der Luft oder im Trockner.
- Maschine offen lassen: Das Bullauge oder den Deckel sowie die Einspülkammer (Waschmittelschublade) leicht geöffnet lassen, damit die Maschine innen austrocknen kann.
- Regelmäßige Reinigung: Die Einspülkammer regelmäßig säubern, spätestens bei dunklen Flecken oder Rückständen.
- Heißwäsche mit Bleichmittel: Einmal pro Monat ein Waschprogramm wählen, das tatsächlich 60 Grad erreicht – idealerweise mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel. Das Eco-Programm oder andere Sparmodi reichen dafür nicht aus.